Fortuna Düsseldorf kassierte in dieser Saison noch kein einziges Gegentor © getty

Düsseldorf bleibt zum fünften Mal ohne Gegentor und sorgt für Schlagzeilen. Fürth ärgert sich über die eigene Mutlosigkeit.

Fürth - Die Düsseldorfer Mauer steht weiter und sorgt auch in Europa für ein Ausrufezeichen.

Doch die Abwehrkünstler der Fortuna freuten sich weniger über ihren beeindruckenden Zu-Null-Rekord als vielmehr über ihre beiden Treffer, die zum 2:0 (2:0) bei der SpVgg Greuther Fürth (Spielbericht) und einem Start nach Maß geführt hatten.

"Die Fortuna macht Schlagzeilen - nach der vielen Kritik, dass wir keine Tore schießen können", sagte Sportvorstand Wolf Werner mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Überhaupt war die Stimmung beim Neuling nach dem fünften Spiel ohne Gegentor, was in Europa derzeit einmalig ist, glänzend. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sogar vor Dortmund

Mit neun Punkten steht die Fortuna in der Tabelle sogar vor Doublegewinner Borussia Dortmund im oberen Tabellendrittel.

Die Erwartungen haben die Düsseldorfer damit weit übertroffen, weshalb Trainer Norbert Meier von einer "sehr schönen Momentaufnahme" sprach.

Meier bremst

Aber dies sei auch gleich "wieder Vergangenheit. Es ist wichtig, dass wir auf dem Teppich bleiben", betonte Meier und war sichtlich bemüht, die Euphorie zu bremsen:

"Das ist die Kunst, nicht abzudrehen."

Weshalb der frühere Profi auch die Zu-Null-Serie, die in der langen Bundesliga-Historie noch keinem Neuling gelungen war, nicht überbewerten wollte.

"Das ist eine schöne Geschichte, aber für mich zählen nur die drei Punkte", stellte er klar.

Es sei jetzt auch nicht so, "dass ich wach liege und Angst habe, dass wir ein Gegentor bekommen. Das wird irgendwann kommen." 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Erstes echtes Heimspiel gegen Schalke

Möglicherweise schon am Freitag gegen Champions-League-Starter Schalke mit Torjäger Klaas-Jan Huntelaar im ersten echten Heimspiel für die Fortuna.

"Da sind endlich alle Altlasten der vergangenen Saison abgehakt. Die Mannschaft hat es sich verdient, sich mit einer Mannschaft messen zu dürfen, die in der Champions League spielt", sagte Meier mit Blick auf die ersten beiden Heimspiele, die Düsseldorf angesichts der Vorfälle in der Relegation gegen Hertha BSC vor teils leeren Rängen ausgetragen hatte.

Doch Kapitän Andreas Lambertz wollte "noch nicht auf Schalke gucken, ich freue mich jetzt nur", sagte er nach dem zweiten Saisonsieg, den Oliver Fink (17.) und der überraschend für Andrej Woronin aufgebotene Ken Ilsö (33.) sicherstellten.

Dass der Erfolg in Fürth nicht höher ausfiel, lag daran, "dass wir unsere Konter in der zweiten Halbzeit nicht ausgespielt haben. Das müssen wir noch besser machen", monierte Meier.

Dies sei aber "Klagen auf hohem Niveau".

Büskens: "Das tut weh"

Sein Kollege Mike Büskens nickte bei dieser Bemerkung. Der gebürtige Düsseldorfer hatte ganz andere Sorgen, nachdem sein Team auch im dritten Heimspiel ohne Tor und Punkt geblieben war.

"Das tut weh", meinte Büskens. Man habe sich mit der Fortuna eigentlich auf Augenhöhe gesehen, "aber da sind wir eines Besseren belehrt worden. Uns hat die letzte Überzeugung gefehlt".

Mergim Mavraj drückte es noch drastischer aus. "Wir waren mutlos", ärgerte sich Fürths Kapitän.

Am Samstag bei Bayer Leverkusen soll sich dies wieder ändern.

Auswärts haben die Franken bisher immerhin vier Punkte aus zwei Spielen geholt.

Weiterlesen