Mario Mandzukic (l.) erzielte bei der EM 2012 für Kroatien drei Tore © getty

Nach fünf Siegen in Serie müht sich der FCB, nur keine Euphorie aufkommen zu lassen. Sammer verlangt von Schweinsteiger mehr.

Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel und Julian Buhl

München - Schon vor Anpfiff winkte Karl-Heinz Rummenigge via Großleinwand den Fans zu.

Und die Laune des Bayern-Vorstandschefs war nach dem 3:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg (Spielbericht)noch besser.

Das lag nicht nur an seinem 57. Geburtstag, sondern vor allem daran, wie souverän die Münchner die zahnlösen "Wölfe" dominierten.

Zwei Torchancen hatten die Niedersachsen im ganzen Spiel und ohne den bärenstarken Keeper Diego Benaglio hätte die Partie für den VfL auch im Fiasko enden können ( 616718 DIASHOW: Der 5. Spieltag ).

Doch Rummenigge mahnte trotz des Traumstarts: "Euphorie ist unangebracht", sagte er im Gespräch mit SPORT1.

"Wir haben noch einen langen, möglicherweise steinigen Weg."

Kahns Spruch als Wegweiser

Und mit ernster Miene zitierte er Bayern-Legende Oliver Kahn: "Weiter, immer weiter."

Das, befand das Geburtstagskind, sei jetzt "der richtige Spruch" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach fünf Siegen in Serie thront Bayern an der Tabellenspitze, Erzrivale Dortmund hinkt schon sieben Punkte hinterher.

Dem FCB-Anhang steht da die Lederhosen zum Oktoberfest gleich nochmal so gut.

Doch die Vorsaison, als Bayern nach einer starken Hinrunde noch von Schwarzgelb überflügelt wurde, hat das Team vorsichtig gemacht.

"Wir haben alle Spaß"

Nur Neuzugang Mario Mandzukic belastete das verständlicherweise nicht, der Kroate traf gegen seinen Ex-Klub zweimal per Kopf.

"Wir haben alle Spaß zusammen, jeder kämpft für jeden auf dem Platz", beschrieb Mandzukic bei LIGA total! die Siegesformel.

Und während seine Ex-Kollegen traurig durch den Bauch der Arena trotteten, verkündete der 26-Jährige: "Ich genieße jeden Tag in dieser Mannschaft!"

Dabei vergaß er fast seine eigene Vorgaben: Bei keinem Tor wollte er jubeln - aus Respekt vor dem Ex-Verein. (STATISTIK: Die Torjäger)

Als Mandzukic sich dann mit seinen Treffern vier und fünf an die Spitze der Torjägerliste ballerte, flogen die Arme doch kurz nach oben.

Schweinsteiger gratuliert Gerd Müller

Durchaus ausgiebig feierte das einstige Bayern-Sorgenkind Bastian Schweinsteiger seinen Führungstreffer.

Wie schon gegen Valencia hatte Schweinsteiger den FCB-Sieg eingeleitet, seine neuen Torjägerqualitäten sind dem Mittelfeldlenker trotz drei Bundesliga-Toren bislang immer noch suspekt.

Das mag vor allem mit jener kuriosen Szene aus der dritten Minute zu tun haben.

Aus drei Metern beförderte da der FCB-Vizekapitän den Ball an den Pfosten. Hoppla.

"Ich werde morgen zum Gerd Müller gehen und ihm gratulieren. Weil er hat das früher in bester Manier geschafft, mit dem Rücken zum Tor", scherzte Schweinsteiger lässig bei "sky".

Bayern-Spiel mit viel Schwung

Teamkollege Javier Martinez hielt Schweinsteiger derweil bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz von Beginn an den Rücken frei, der 40-Millionen-Euro-Einkauf spielte vorausschauend, wenn auch manchmal noch etwas zurückhaltend.

Hinzu kamen die ständigen Seitenwechsel von Arjen Robben und Franck Ribery. Auch Matthias Sammer gefiel diese Spritzigkeit und ungezügelte Spiellust.

Dank Dortmunds 3:3 in Frankfurt, ist Bayerns Ausgangsposition sogar noch besser.

Sammer nimmt Schweinsteiger in die Pflicht

Sammer wäre allerdings nicht Sammer, wenn er nicht doch etwas gemäkelt hätte.

"Bastian ist ein außergewöhnlicher Spieler", lobte der FCB-Sportvorstand den immer stärker werdenden Schweinsteiger, um ihn sogleich einzunorden:

"Das reicht aber auf Dauer nicht, er muss auch verbal noch mehr in Erscheinung treten."

Sammer schwebt die Führungsachse Manuel Neuer, Philipp Lahm und Schweinsteiger vor, die Entwicklung dorthin will er auch durch solche Forderungen weiter vorantreiben.

Heynckes' Rotation klappt

Den Konkurrenzkampf nutzt Trainer Heynckes weiter, um das Team in der richtigen Spannung zu halten.

Gegen Wolfsburg pausierten so der grippekranke Thomas Müller, Luiz Gustavo und Toni Kroos.

Ersatzmann Xherdan Shaqiri machte das, was bisher alle Münchner Joker so glänzend bewerkstelligen: Er fügte sich - auch als Torvorbereiter - nahtlos ins FCB-Gefüge ein.

Wolfsburg deprimiert

Die Wolfsburger blieben indes auch nach Abpfiff wie in Ehrfurcht erstarrt.

Daher zürnte Coach Felix Magath seinem Team nur kurz, ehe er zugab: "Wir waren überfordert."

Mit dieser Erfahrung dürften bei jetzigem Stand auch noch weitere Teams aus München abreisen.

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