Alex Meier (l., mit Hummels) und Frankfurt bleiben weiter ungeschlagen © getty

Dortmund verspielt in Frankfurt zweimal eine Führung und muss sich mit einem Remis begnügen. Der Aufsteiger bleibt ungeschlagen.

Frankfurt - Borussia Dortmund hat in einem Schlagabtausch mit offenem Visier den Rekord-Siegeszug von Eintracht Frankfurt gestoppt, die postwendende Rückkehr in die Erfolgsspur aber wegen der großen Abwehrschwächen verpasst.

Der Meister, der am vergangenen Samstag beim Hamburger SV (2:3) die erste Niederlage nach 31 Ligaspielen hatte hinnehmen müssen, kam am 5. Spieltag in einem packenden Duell nicht über ein 3:3 (2:0) beim Aufsteiger hinaus. 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Der Pole Lukasz Piszczek (24.), Marco Reus auf Vorarbeit Piszczeks (28.) und der für Reus eingewechselte Mario Götze (54.) trafen für Dortmund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der angeschlagene Reus musste zur Pause in der Kabine bleiben.

Klopp muss auf die Tribüne

Stefan Aigner (49.) und der Japaner Takashi Inui (51.) nach Vorlage von Aigner hatten Frankfurt mit einem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Hälfte zurück in die Partie gebracht, dann traf Bamba Anderson (73.).

"Wir genießen es, dass wir so einen guten Start haben und so gut Fußball spielen", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh bei LIGA total!.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp wurde in der Nachspielzeit auf die Tribüne verwiesen.

Frust bei Kehl

BVB-Sebastian Kehl ließ nach dem Abpfiff seinen Frust raus: "Das ist sehr, sehr ärgerlich, dass wir wieder Punkte liegen gelassen haben wie zuletzt in Hamburg."

Nationalspieler Marcel Schmelzer war der Einbruch seines Teams nach der 2:0-Führung unerklärlich. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber das geht einfach nicht", sagte er.

Klopp hob die Leistung der Eintracht hervor. "Das war hier die beste Leistung, die ich jemals von einer Frankfurter Mannschaft gesehen habe", sagte er, "die haben schon viele große Teams gehabt, aber das war klasse."

Die Eintracht musste sich dennoch mit dem bereits zuvor erreichten Doppel-Rekord zufrieden geben - noch nie hatten die Hessen oder ein anderer Aufsteiger die ersten vier Punktspiele gewonnen.

Duell auf Augenhöhe

Die 51.500 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena sahen einen guten Beginn beider Mannschaften. Die Gastgeber, bei denen der angeschlagene Kapitän Pirmin Schwegler (Platzwunde an der Augenbraue) auflaufen konnte, bewegten sich auf Augenhöhe mit dem Titelträger.

Die spielerische Überlegenheit der Borussen glichen die Frankfurter, die ohne Stürmer Oliver Occean auskommen mussten, durch hohes Engagement und Laufbereitschaft aus.

Die Dortmunder, bei denen die Nationalspieler Ilkay Gündogan (Grippe) und Götze zunächst auf der Ersatzbank saßen, hatten nach Vorarbeit von Piszczek durch Moritz Leitner die erste gute Möglichkeit - Eintracht-Torwart Kevin Trapp reagierte glänzend (8.).

Im Gegenzug vergab Inui eine gute Schusschance.

Piszczek erzielt die Führung

Nach rund einer Viertelstunde war der Anfangselan auf beiden Seiten verpufft. Die Defensivreihen hatten in dieser Phase das Spiel im Griff.

Auch die stark besetzte Dortmunder Offensive um Reus und Robert Lewandowski hatte nicht viel mehr als gute Ansätze zu bieten.

Das änderte sich erst beim energischen Vorstoß Piszczeks, dessen abgefälschter Schuss über Umwege den Weg ins Tor fand. Kurz darauf war es wieder Piszczek, der Reus in Szene setzte.

Der frühere Gladbacher traf per Direktabnahme zum zweiten Mal in dieser Saison, für Piszczek war es bereits die dritte Torvorlage. Danach

verwaltete Dortmund den Vorsprung bis zur Pause.

Götze nutzt Anderson-Blackout

Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst trafen Aigner und Inui zum jeweils dritten Mal in dieser Spielzeit für die furios aus der Kabine kommenden Gastgeber.

Danach nutzte Götze einen Blackout des Frankfurter Innenverteidigers Anderson zu seinem zweiten Saisontor. Kurz darauf scheiterte Götze an Trapp (56.).

Im Anschluss wogte die Partie hin und her. Frankfurt drängte auf den Ausgleich, für die Dortmunder öffneten sich dadurch immer wieder Räume zum Kontern.

Anderson machte dann per Kopf seinen Fehler wieder gut.

Weiterlesen