In der Europa League hat Vedad Ibisevic (l.) in dieser Saison schon viermal getroffen © imago

Der Bosnier ist Stuttgarts Hoffnungsträger gegen Hoffenheim. 1899 zeigt sich ehrgeizig. Die Vergangenheit verspricht Brisanz.

Stuttgart/Hoffenheim - Platzhalter Cacau sicherte dem VfB Stuttgart den Punkt in Bremen.

Doch im Keller-Derby gegen 1899 Hoffenheim (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) darf Vedad Ibisevic wieder zurück in seinen Wirkungskreis.

Der Torjäger steht nach seiner Rotsperre ausgerechnet im Spiel gegen seinen ehemaligen Verein vor der Rückkehr.

"Davon können sie ausgehen", sagte Trainer Bruno Labbadia am Dienstag.

Im Winter kam der Bosnier für geschätzte 5,5 Millionen in die Schwabenmetropole, jetzt soll er Hoffenheims kurzes Hoch gleich wieder beenden.

Cacau und Bobic fordern drei Punkte

Aber auch Cacau dürfte sein zurückgewonnenes Selbstvertrauen ausleben dürfen, wahrscheinlich auf der Position von Martin Harnik, der in Bremen Gelb-Rot sah.

"Wir müssen die drei Punkte holen, es wird höchste Zeit", sagt der gebürtige Brasilianer, der gerne gegen den Nachbarn trifft - in acht Vergleichen fünf Mal.

"Wir brauchen langsam einen Sieg", sagte vor dem 800. Bundesliga-Spiel des VfB auch Sportdirektor Fredi Bobic.

Dabei soll vor allem Ibisevic eine zentrale Figur werden, obwohl selbst er bislang eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen erlebt.

Elfer-Fehlschuss und Rot

Der 27-Jährige traf international nach Belieben, in der Bundesliga aber trat der Mittelstürmer nur in Fettnäpfchen.

Gegen Wolfsburg verballerte Ibisevic in der 90. Minute einen Elfmeter inklusive Nachschuss, bei Bayern München ließ er sich zu einer Undiszipliniertheit hinreißen und flog vom Platz.

Hoffnung auf den Beginn einer Serie

Stuttgart, das in Tunay Torun (Muskelfaszienriss im rechten Oberschenkel) einen weiteren Verletzten beklagt, möchte den Schub aus dem 2:2 bei Werder ebenso mitnehmen wie 1899 den Schwung vom 3:1 gegen Hannover (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für beide würde ein neuerliches Negativerlebnis jedoch umgehend den Weg zurück in die Tristesse bedeuten.

Das baden-württembergische Derby, das gefühlt noch kein richtiges ist, entscheidet, ob aus Hoffnungsschimmern zumindest kleine Erfolgsserien werden.

Labbadia und Babbel in der Kritik

Ansonsten würde beim Tabellen-17. in Stuttgart die Debatte um den dünnen Kader, das angeblich zu starre System und den vernachlässigten eigenen Nachwuchs wieder Fahrt aufnehmen.

Trainer Labbadia käme in Erklärungsnot.

Beim derzeit 16. in Hoffenheim würde Trainer Markus Babbel wohl wieder in den Mittelpunkt der Diskussionen rücken.

Wiedersehen in Stuttgart

Ansatzpunkte für Brisanz gibt es noch weitere.

Hoffenheims neuer Manager Andreas Müller war einst Spieler beim VfB, Babbel war Spieler und bis zu einer Entlassung im Dezember 2009 auch Trainer.

Ibisevic und Hoffenheims Bosnier Sejad Salihovic sind gute Freunde. Als Ibisevic zum VfB ging, gab es parallel auch ein Gerücht um Salihovic.

Ibisevic' Wechsel gegen den Trend

Zudem stehen eine Reihe von Spielern im 1899er Kader, die vorher das Trikot mit dem roten Brustring trugen:

Andreas Beck, Sebastian Rudy, Matthieu Delpierre und zahlreiche andere.

Die über die Autobahnen 81 und 6 etwa 90 Kilometer zwischen Stuttgart und Hoffenheim waren meist eine Einbahnstraße Richtung Kraichgau. Nur Ibisevic ging den umgekehrten Weg.

Im Moment aber sind beide auf der Suche - nach dem Ausgang aus dem Keller.

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