Mike Hanke wechselte 2011 von Hannover 96 zu Borussia Mönchengladbach © getty

Mike Hanke wünscht sich den Gladbacher Kombinationsfußball zurück und erklärt bei SPORT1, was gegen Hamburg anders laufen muss.

Von Thorsten Langenbahn

Mönchengladbach - Champions League verpasst, Mittelmaß in der Liga, Neuzugänge, die sich mit der Integration schwertun:

Die Euphorie bei Borussia Mönchengladbach ist verflogen, die Ernüchterung eingekehrt.

Spielerisch lief beim glücklichen 1:1 in Leverkusen einmal mehr nur wenig zusammen. Kein Zufall, finden Experten.

"Alle Stürmer der Borussia sind typische Strafraumspieler, sie benötigen entweder Flanken von außen oder den tödlichen Pass in die Schnittstelle", stellt SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold fest:

"Einen Spieler wie Marco Reus, der so viele Optionen bietet, haben sie nicht mehr im Kader, da ist es die größte Aufgabe für Lucien Favre, die ganze Offensive umzubauen."

Doch nicht nur die Beobachter von außen erkennen, dass bei den Fohlen etwas im Argen liegt.

Stürmer Mike Hanke fordert im SPORT1-Interview jeden seiner Teamkollegen - sich selbst eingeschlossen - auf, an seiner Technik zu arbeiten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der 28-Jährige spricht außerdem über die Doppelbelastung durch die Europa League und das Duell mit dem HSV und Superstar Rafael van der Vaart (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Hanke, wie bewerten Sie die Leistung beim 1:1 in Leverkusen?

Hanke: Wir haben einfach nicht gut gespielt. Leverkusen war sehr stark. Wir standen nicht so kompakt, uns fehlte das Doppeln auf den Außenpositionen, wir haben zu langsam geschaltet und nur reagiert statt antizipiert. So kann man gegen eine Mannschaft wie Leverkusen nicht bestehen.

SPORT1: Luuk de Jong hatte nicht eine Torchance. Bei Ihnen waren es in der guten halben Stunde nach der Einwechslung immerhin zwei Möglichkeiten. Wie kann die Borussia im Angriff wieder gefährlicher werden?

Hanke: Wir müssen unseren Kombinations-Fußball wieder hinbekommen. Wir haben spielstarke Spieler, da brauchen wir nicht immer mit langen Bällen operieren. Das ist nicht unser Stil. Wir müssen uns auch technisch enorm verbessern - jeder Einzelne. Die Saison ist noch sehr lang, von daher können wir uns als Mannschaft noch enorm steigern.

SPORT1: Warum hat sich die Mannschaft bisher noch nicht gefunden? Wobei das in der vergangenen Saison auch ein bisschen gedauert hat.

Hanke: Ja, richtig. Das liegt an verschiedenen Gründen. Vielleicht sind einige Spieler es nicht gewohnt mit der Doppelbelastung, aber das ist keine Ausrede. Wir haben auch einige Spieler, die schon europäisch gespielt haben und genau wissen, wie man sich optimal regeneriert und wieder aufs nächste Spiel vorbereitet. Das ist das Gute an den Englischen Wochen, dass es so schnell geht und wir schon drei Tage später gegen Hamburg wieder viel besser spielen können.

SPORT1: Die Hamburger haben gegen Dortmund den lang ersehnten Befreiungsschlag gelandet. Ist der HSV zurzeit ein besonders gefährlicher Gegner?

Hanke: Hamburg ist eine sehr starke Mannschaft, die auf jeden Fall zu den Top 10 gehört. Ich habe das Spiel gegen Dortmund gesehen. Der BVB hatte ein Unentschieden verdient oder hätte normal auch gewinnen müssen. Die Hamburger hatten sehr viel Glück, genauso wie wir gegen Leverkusen. Ich bin gespannt, ob das Glück wieder bei uns sein wird. Auf jeden Fall müssen wird deutlich besser spielen, weil auch der HSV nach vorne gefährlich ist.

SPORT1: Läuft das Offensivspiel vor allem über Rafael van der Vaart?

Hanke: Er ist für Hamburg der zentrale Spieler, der das Spiel gestaltet. Ihn müssen wir in den Griff bekommen, damit er keine Freiheiten hat. Außerdem müssen wir weniger Chancen zulassen. Das waren gegen Leverkusen einfach zu viele. 27 oder 30 Schüsse aufs Tor - ich kann mich nicht erinnern, dass uns das letztes Jahr passiert ist. Das darf nicht sein. Egal, wieviel Chancen wir nach vorne haben, hinten müssen wir kompakt stehen.

SPORT1: Rechnen Sie bei der Rotation von Trainer Lucien Favre damit, gegen Hamburg wieder in der Startelf zu stehen?

Hanke: Ich weiß es nicht. Ich habe wieder versucht, mein Bestes zu geben und gekämpft. Mehr kann ich nicht machen. Letztendlich entscheidet der Trainer. Wir Spieler können uns nur anbieten und müssen akzeptieren, wie er das entscheidet.

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