Stefan Aigner hat in dieser Saison bereits zwei Tore für Frankfurt geschossen © getty

Stefan Aigner schildert bei SPORT1 die Frankfurter Stärken und erklärt, wie der Coup gegen den BVB gelingen soll.

Von Reinhard Franke

München - 2:1, 4:0, 3:2, 2:1 - das sind die Glückszahlen von Eintracht Frankfurt nach den ersten vier Spieltagen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit vier Siegen in Folge stellten die Hessen einen neuen Bundesliga-Startrekord für Aufsteiger auf.

Das Team von Trainer Armin Veh war nach dem jüngsten 2:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg sogar für einen Abend Tabellenführer in der Liga.

Nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses steht Frankfurt jetzt hinter dem FC Bayern auf Platz zwei.

Der Euphorie-Pegel am Main ist vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) voll ausgeschlagen.

Aigner Teil der Erfolgsstory

In der Erfolgsstory spielt Stefan Aigner eine wichtige Rolle 615909 (DIASHOW: Tops und Flops 4. Spieltag) .

Der Mittelfeldspieler wechselte vor der Saison von 1860 München in die Main-Metropole.

"Ich bin richtig gut angekommen, fühle mich total wohl in der Stadt", berichtet Aigner im Gespräch mit SPORT1.

"Ich hätte gar nicht gedacht, dass es so prima läuft für mich, hatte gehofft, dass es um die 20 Spiele werden. Aber wie das bisher gelaufen ist, ist das umso schöner."

Viele Spieler mit Torgefahr

Die Siege in Serie stärken zusätzlich das Selbstvertrauen der Mannschaft.

"Hinten stehen wir sicher, vorne kann bei uns jeder ein Tor schießen, egal ob Inui, Alex Meier oder ein Sechser wie Pirmin Schwegler, da sind wir nicht ausrechenbar", beschreibt Aigner das Erfolgsgeheimnis.

Trotzdem weiß Aigner um die Ausgangslage: "Ich bin realistisch, gegen Dortmund wird es brutal schwer. Ein Punkt wäre normal schon ein Erfolg."

Mit einem Lächeln fügt der 25-Jährige aber an: "Aber was ist bei uns schon normal?"

[kaltura id="0_th5s13ts" class="full_size" title="Frankfurt will den gro en Bruder schlagen"]

"Menschlich alle total in Ordnung"

Heimweh hat der gebürtige Münchner nicht. "Ich war erst drei Mal in München, habe dann natürlich beim Training von meinen 'Löwen' vorbeigeschaut."

Seitdem er das Trikot mit dem Adler auf der Brust trägt, geht es mit seiner Leistung steil bergauf - und mit seiner Laune sowieso.

"Wir sind eine super Truppe, menschlich alle total in Ordnung. Wenn bei uns mal einige Mittagessen gehen, dann sind immer sechs, sieben Leute dabei. Das zeigt schon viel. Es macht riesig Spaß."

Überzeugt von Vehs System

Vor allem die Art, wie Coach Armin Veh spielen lässt, gefällt Aigner. "Wir spielen ein ähnliches System wie Dortmund", erklärt er.

Dabei versuchen die Außenverteidiger, bei offensivem Ballbesitz nach vorne zu schieben. Die Mittelfeldspieler rücken dann mehr nach innen.

"So wird es der gegnerischen Mannschaft schwieriger gemacht. Es ist natürlich auch risikoreich, wenn du im Vorwärtsgang den Ball verlierst, da kann man auch mal ins offene Messer laufen. Aber bis jetzt ist das sehr gut gegangen."

Aigner spricht von einem "super System, das ich zum ersten Mal spiele".

Lob von BVB-Trainer Klopp

In Dortmund haben sie Frankfurts Entwicklung genau registriert.

"Es gibt Vereine, die aus einem Abstieg die richtigen Lehren ziehen. Sie spielen offensiv, was für einen Aufsteiger nicht normal ist und haben gute Transfer-Entscheidungen getroffen", analysiert BVB-Coach Jürgen Klopp.

Zur Pleite in Hamburg stellt er kühl fest: "Wenn wir aus dieser Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen, dann könnte das für einige Zeit wieder die letzte gewesen sein."

Veh gesteht derweil gutgelaunt, dass der BVB Pate bei Frankfurts neuer Ausrichtung stand.

"Klar schauen wir uns davon was ab: wie die Dortmunder pressen; wie schnell sie spielen; wie hoch ihre Außenverteidiger stehen", sagt der Eintracht-Trainer.

"Sie haben das perfektioniert. Von denen kannst du viel lernen. Dortmund ist so etwas wie unser ganz, ganz großer Bruder."

Klassenerhalt bleibt "erstes Ziel"

Vehs Spieler hoffen jetzt auf den Coup gegen den Double-Gewinner.

"Dass wir Selbstvertrauen haben, hat man in jedem Spiel gesehen", meint Aigner.

"Wir sind als Mannschaft so bodenständig, dass wir das einschätzen können. Das erste Ziel ist der Klassenerhalt."

Dass der BVB ausgerechnet vor dem Spiel bei der Eintracht das erste Spiel nach 31 Partien verloren hat, schmeckt Aigner allerdings gar nicht.

"Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie gewonnen hätten. Jetzt stehen sie extrem unter Zugzwang, aber wir haben nichts zu verlieren."

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