Hängende Köpfe: Schalkes Profis nach der Niederlage gegen Bayern © getty

Nach der Bayern-Pleite will S04 gegen Mainz wieder in die Spur. Fuchs warnt bei SPORT1, Jones fällt wohl aus. Was macht Afellay?

Von Christian Paschwitz und Thorsten Langenbahn

München/Gelsenkirchen - Vor einer knappen Woche herrschte bei Königsblau noch Feierlaune.

Ordentlicher Liga-Start als Tabellen-Vierter, erfolgreicher Auftakt in der Champions League (2:1 bei Olympiakos Piräus) - für manchen war der FC Schalke 04 schon heimlicher Meisterschaftsanwärter.

Nach dem blutleeren 0:2 gegen den FC Bayern (Bericht) ist die Euphorie aber schlagartig verpufft.

Und gegen den wiedererstarkten FSV Mainz 05 (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) droht der nächste Tiefschlag.

Fuchs ist auf der Hut

"Die werden nach ihrem 2:0 gegen Augsburg mit viel Selbstvertrauen kommen", befürchtet Christian Fuchs im Gespräch mit SPORT1.

Im Duell mit seinem Ex-Klub will der Österreicher den Dämpfer aber schnell vergessen machen:

"Wir müssen das jetzt abhaken. Mainz ist nie eine leichte Aufgabe. Das haben wir im letzten Jahr zweimal erfahren. Das waren beides heiße Spiele."

Zur Erinnerung: Die Schalker verloren in den vergangenen 14 Heimspielen neben den Niederlagen gegen Dortmund (1:2) und die Bayern (0:2) nur beim 1:1 gegen Mainz am 4. Februar Punkte.

Zuvor gab es bei den Rheinhessen ein hart erkämpftes 4:2 - nach einem 0:2-Rückstand bis zur 57. Minute.

Wieder mit Tempo und ohne Angst

Damit der stotternde Knappen-Motor wieder rund läuft, will das Team von Trainer Huub Stevens vor allem wieder mit Tempo und ohne Angst agieren.

"Das haben wir gegen Bayern gesehen: Beim Rückstand haben wir uns zurückgezogen und aufgehört, Fußball zu spielen", moniert Fuchs.

"Wir müssen vorn aggressiv draufgehen und mit Mut nach vorne spielen."

Thon und Berthold kritisch

Das sehen SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold ("Die haben sich fast wie eine Schülermannschaft präsentiert") und der Ur-Schalker Olaf Thon genauso:

"Ich hatte gedacht, die Schalker könnten mehr Gegenwehr leisten", so der Ex-Nationalspieler bei SPORT1.

Jones fällt wohl aus

"Jetzt liegt es an uns, zu zeigen, was wir drauf haben", nimmt Stevens seine Mannen deshalb in die Pflicht. "Alle müssen aus den Fehlern lernen. Die zweite Halbzeit hat mir nicht gefallen."

Manager Horst Heldt ergänzt: "Die Enttäuschung nach der Niederlage war sehr groß. Aber das sollte jetzt abgehakt sein. Wir konzentrieren uns aufs nächste Spiel."

Das wohl aber ohne Jermaine Jones: Der US-Nationalspieler fehlte beim Abschlusstraining wegen Beschwerden im linken Sprunggelenk, wird offenbar durch Marco Höger ersetzt.

Huntelaar einsatzfähig

lmmerhin dürfte S04 auf die wiedergenesenen Klaas-Jan Huntelaar und Ibrahim Afellay zurückgreifen:

Torjäger Huntelaar laborierte zuvor an einer Zehenprellung, den niederländischen Neuzugang Afellay plagte eine Erkältung.

Bislang ist der 26-Jährige, der für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehen ist, aber noch nicht wirklich auf Schalke angekommen.

Nach seiner Startelf-Premiere in Fürth durfte Afellay in Piräus und gegen Bayern nur als Joker ran und blieb vieles schuldig: Kein Tor, keine Vorlage, keine Akzente.

Geduld mit Afellay

Noch hat Stevens Geduld mit seinem Landsmann: "Ein neuer Spieler braucht Zeit, um sich zu integrieren. Beim einen geht's schneller, beim anderen langsamer."

Womöglich gibt der Trainer ("Vielleicht ist Ibrahim schon gegen Mainz da") Afellay nun eine erneute Chance von Beginn an - und lässt dafür auf Linksaußen den zuletzt enttäuschenden Julian Draxler draußen, während Lewis Holtby in der Zentrale wieder mehr Impulse geben soll.

Der U-21-Kapitän, pikanterweise Torschütze beim bislang einzigen Mainzer Sieg in Gelsenkirchen (3:1 am 7. Mai 2011), steht unter besonderer Beobachtung.

Draxby "noch nicht so weit"

Vor dem Bayern-Spiel hatte Holtby vollmundig angekündigt, man wolle zeigen, dass man auch gegen die Großen gewinnen könne. Am Ende stand jedoch ein Angsthasen-Auftritt.

"Ich glaube, dass die jungen Spieler wie Holtby und Draxler noch nicht so weit sind", meint Thon - und nimmt davon auch andere Positionen nicht aus:

"Unnerstall ist für mich noch nicht die unumstrittene Nummer eins, hat Schwächen offenbart und strahlt keine Sicherheit aus. Dazu kamen viele Abspielfehler von Matip aus der Innenverteidigung."

Für den könnte nun Atsuto Uchida auflaufen.

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