Olic wechselte von Bayern nach Wolfsburg, Mandzukic ging den umgekehrten Weg © getty

Bayerns Mandzukic und Wolfsburgs Olic treffen auf ihre Ex-Klubs. Der Respekt ist groß, Geschenke wird es aber keine geben.

Von Christian Stüwe

München - Im Privatfernsehen gibt es ein populäres Format, bei dem zwei Mütter auf Zeit ihre Familien tauschen.

Selten läuft der Tausch harmonisch ab, meistens kracht es zwischen der getauschten Mutter und ihrer Familie auf Zeit ordentlich.

Auch Mario Mandzukic und Ivica Olic haben quasi ihre "Familien" getauscht, Mandzukic wechselte im Sommer aus Wolfsburg nach München, Olic ging den umgekehrten Weg vom FC Bayern zu den "Wölfen".(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Am Dienstagabend kommt es zum Wiedersehen, wenn der FC Bayern den VfL Wolfsburg (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) empfängt.

Doch anders als im TV ist Harmonie angesagt. 615118 (DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Olic freut sich auf die Bayern

"Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen alten Kollegen", erklärte Olic, der bei den Bayern-Fans aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes immer hoch im Kurs stand und einen warmen Empfang erwarten darf.

"Ich freue mich auf die Stimmung im Stadion, denn die war immer top."

Der Kroate gewann mit dem Rekordmeister 2010 das Double und stand zweimal im Champions-League-Finale.

Und seinem Nachfolger Mandzukic traut er durchaus zu, in seine großen Fußstapfen zu treten.

Viel Lob für Mandzukic

"Bisher trifft Mario beim FC Bayern ja praktisch wie am Fließband", sagt der 33 Jahre alte Angreifer:

"Einen besseren Einstand kannst du als Stürmer gar nicht haben. Ich denke, dass er trotz der großen Konkurrenz im Angriff die Chance hat, sich durchzusetzen und eine wichtige Rolle bei Bayern spielen kann."

Drei Treffer erzielte Mandzukic in vier Spielen, gegen die "Wölfe" will der 26-Jährige nachlegen.

"Ich freue mich, dass ich meine alten Mitspieler sehe", sagte der Bayern-Stürmer: "Aber wenn das Spiel beginnt, dann kennen wir uns 90 Minuten nicht."

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Stürmer erteilt sich Jubel-Verbot

Allerdings verbietet sich Mandzukic selbst bei Toren zu jubeln.

"Egal, ob ich ein Tor mache oder jemand anderes von uns trifft - ich werde mich zuürckhalten, weil ich Respekt gegenüber meinem alten Klub, den Fans und meinen ehemaligen Mitspielern habe", sagte Mandzukic. "Ich werde nicht jubeln."

Dreikampf im Bayern-Sturm

Weitere Sentimentalitäten kann sich Mandzukic nicht erlauben.

Der Stürmer profitierte bislang von Mario Gomez' verletzungsbedingtem Ausfall.

Wenn der andere "Super Mario" aber in absehbarer Zeit wieder fit ist, dürfte zwischen Mandzukic, Gomez und Claudio Pizarro ein erbitterter Dreikampf um den einen Platz im taktischen System von Trainer Jupp Heynckes entbrennen.

Magath glaubt an Mandzukic

Mandzukics Ex-Trainer, der ebenfalls an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, glaubt, dass der kopfballstarke Stürmer dabei gute Chancen hat.

"Als ich nach Wolfsburg gekommen bin, hat Mario in den ersten acht Spielen acht Mal getroffen", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath zu SPORT1:

"Von daher weiß ich, was er kann. Er hat auf jeden Fall die Qualität, sich auch in München auf Dauer durchzusetzen."

Olic fordert Steigerung

Dass Olic die nötige Qualität besitzt, hat er in vielen Jahren in der Bundesliga bewiesen.

Nachdem es in Wolfsburg für den Dauerläufer und die ganze Mannschaft zunächst überhaupt nicht rund lief, gelang Olic beim 1:1 am Wochenende gegen Greuther Fürth sein erster Treffer für den VfL.

Dennoch nahm Olic seine Mitspieler in die Pflicht: "Wenn wir in den Europacup wollen, müssen wir deutlich besser spielen."

Bayern will weiter siegen

Geschenkt bekommen dürfte Olic in seiner alten Heimat aber nichts.

Denn die Bayern wollen nach dem besten Saisonstart seit 40 Jahren nachlegen und mit dem fünften Sieg im fünften Spiel für gute Stimmung zum Oktoberfest sorgen.

"Wir haben gezeigt, dass wir super drauf sind und wollen so weitermachen", sagte Mandzukic und verriet dabei auch gleich, dass Olic für ihn als junger Kicker ein "großes Vorbild" gewesen sei.

Und so könnte es sein, dass die beiden früheren Nationalmannschaftskollegen am Dienstagabend wieder tauschen - zumindest die Trikots.

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