Rafael van der Vaart (2. v.r.) bereitete das 2:1 durch Ivo Ilicevic (l.) vor © getty

Mit zwei Torvorlagen führt Rafael van der Vaart die Hamburger zum Sieg gegen Dortmund. Hinterher bremst er die Euphorie.

Hamburg - Nach 87 Minuten auf dem Rasen und einem wahren Interview-Marathon versagte die ohnehin stets kratzige Stimme von Rafael van der Vaart fast vollständig den Dienst.

Müde aber glücklich krächzte der Niederländer: "Das erste Mal wieder in meinem Stadion. Wir haben heute eine Weltklasse-Mannschaft mit Leidenschaft geschöagen."

Als Solist blieb der Rückkehrer beim 3:2-Sieg gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund.bei seinem Heimdebüt eher unauffällig, aber er war an zwei HSV-Toren beteiligt und sowohl spielerisch als auch kämpferisch ein Vorbild. (BERICHT: HSV - Borussia Dortmund 3:2)

Fink atmet durch

Doch für wirklich belastbar hielt van der Vaart die Begeisterung der 57.000 Zuschauer in der ausverkauften WM-Arena am Volkspark noch nicht: "Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir super sind."

Aber immerhin: Erstmals unter Trainer Thorsten Fink schossen die Hanseaten in einem Bundesligaspiel mehr als zwei Tore, was den HSV-Coach verständlicherweise durchschnaufen ließ: "Das war das richtige Spiel zum richtigen Augenblick. Ich hoffe, dass der Sieg eine Initialzündung war."

Adler will nachlegen

Möglichst schnell will man es nun beim HSV in der Woche des 125. Vereinsjubiläums erneut krachen lassen, der Spielplan bietet dafür schon am Mittwoch (19.30 Uhr im LIVE-TICKER) ) bei Borussia Mönchengladbach die nächste Gelegenheit.

"Es ist super, dass wir eine englische Woche haben und direkt nachlegen können", sagte Torhüter Rene Adler, der den Überraschungserfolg der Norddeutschen mit zahlreichen Paraden festgehalten hatte. 615118 (DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Sechs Schüsse, drei Tore

Auch Mannschaftskapitän Heiko Westermann war geradezu euphorisiert: "Wenn das kein Brustlöser war, dann weiß ich auch nicht. Ich kann mich nicht erinnern, beim HSV schon einmal so gefeiert zu haben", sagte der Abwehrspieler.

Spielerisch liegt weiterhin noch vieles im Argen, der Außenseitersieg gegen den Titelverteidiger fußte auf einer ungewohnten Effizienz: Sechs Schüsse, drei Tore.

Geburtstagsgala steht bevor

Diese Effizienz zu stabilisieren, dürfte Finks Hauptaufgabe in den kommenden Wochen sein.

Denn noch steht der HSV im letzten Drittel der Tabelle, gegen Dortmund wurde nach sechs Spielen ohne Sieg letztlich nur das Minimalziel des 44-Jährigen erreicht: "Wir wollten auf keinen Fall mit null Punkten in unsere Gala gehen."

Die findet am kommenden Wochenende pünktlich zum Geburtstag des Traditionsklubs in der Multifunktions-Arena neben dem HSV-Stadion statt, mit Showgrößen wie Scooter, Rea Garvey, Otto und Olli Dittrich.

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