Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer von Borussia Dortmund © getty

Der BVB-Boss im Volkswagen Doppelpass: Hans-Joachim Watzke reagiert cool auf das Ende der Dortmunder Serie und kontert Uli Hoeneß.

München - Das Ende der Erfolgsserie hat bei Borussia Dortmund nicht für schlaflose Nächte gesorgt.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke reagierte im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 gelassen auf die 2:3-Niederlage gegen den Hamburger SV (Nachbericht) reagiert.

"Das ungute Gefühl, dass wir mal wieder ein Spiel verlieren, hatte ich schon seit Wochen", sagte Watzke und ergänzte mit einem Augenzwinkern: 615118 (DIASHOW: Der 4. Spieltag)

"Es war das erste in 2012, irgendwann musste es passieren. Wenn es dann schon passiert - der HSV ist ein sympathischer Verein, daher ist es ok."

"90 Minuten hinterhergehechelt"

Der BVB-Boss analysierte dann aber ernsthaft:

"Es gibt Spiele, da hechelt man von der ersten bis zur 90. Minuten hinter der Musik her, und das war gestern so ein Spiel. Wir kamen unter Druck und lagen 1:3 zurück, machen dann aber sofort das 2:3 und haben dann 30 Minuten eine tolle Reaktion gezeigt, aber wir haben das Tor nicht gemacht."

Zudem sprach der BVB-Boss über die Titelchancen und den Vergleich mit dem FC Bayern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Hans-Joachim Watzke über...

die Titelchancen in dieser Saison:

"Die höchste Wahrscheinlichkeit, Deutscher Meister zu werden, hat Bayern München. Sollten die das am Ende der Saison geschafft haben, gratulieren wir.

Aber das habe ich letztes Jahr auch gesagt (lacht). Und wenn sie es dann wollen und wirklich alles in die Waagschale werfen, dann können sie das. Wenn sie es nicht wollen, ist eine andere Mannschaft da.

Grundsätzlich wollen wir Deutscher Meister werden. Aber wir sind Realisten und wären zufrieden, wenn wir uns wieder für die Champions League qualifizieren. Bayern hat aber mit dem Sieg in Gelsenkirchen ein absolutes Highlight gesetzt, das war ein Big Point."

den Vergleich zu Bayern München:

"Letzte Saison haben fünf Siege hintereinander gegen die Bayern dafür gesorgt, dass es bei ihnen eine gewisse Sinnkrise gegeben hat.

Rein sachlich ist es in Sachen Wirtschaftlichkeit und Bekanntheit richtig, dass Bayern vor uns steht. Bayern ist ganz klar die Nummer 1. Der Vorsprung ist aber geschmolzen, das ist auch völlig klar."

die Sticheleien von Uli Hoeneß:

"Ich habe mit Uli Hoeneß entgegen landläufiger Meinung ein tragfähiges Verhältnis. Wir haben nur manchmal Unterschiede, wie man mit dem Konkurrenten umgeht.

Sobald einer ein bisschen aus der Masse heraussticht, kriegt er aus München einen auf den Kopf. Das mache ich anders.

Ich habe immer, und das werde ich auch immer beibehalten, mit großem Respekt vom FC Bayern gesprochen. Was die letzten 50 Jahre dort geleistet worden ist, das ist überragend und sucht seinesgleichen.

Nur machen wir unser Ding, das ist ganz einfach. Ich werde niemals draufhauen. Da gibt es eben Stilunterschiede. Aber mein Gott, jeder ist anders."

die Möglichkeiten des BVB in dieser Saison:

"Wir haben eine gute Mannschaft, gar keine Frage. Aber wenn ich zum Beispiel sehe, was Bayern München diese Saison in die Hand genommen hat, um für alle Fälle gerüstet zu sein, dann kenne ich unsere Möglichkeiten und kann das realistisch einschätzen.

"Wir werden eine gute Rolle spielen. Aber wir werden nie so vermessen sein, zu sagen, dass wir überall durchmarschieren. Diese Stärke haben wir definitiv nicht."

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