Toni Kroos kam mit 16 Jahren aus Rostock zum FC Bayern München © getty

Nationalspieler Toni Kroos spricht bei SPORT1 über den Lauf des FCB, die Rotation, seine Lieblingsposition und das Oktoberfest.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - In den letzten drei Bundesligaspielen hat Toni Kroos seine Klasse eindrucksvoll bewiesen.

Drei Tore und drei Vorlagen steuerte Bayerns Spielmacher zu den Siegen gegen Stuttgart (6:1), Mainz (3:1) und Schalke (2:0) (Bericht) bei. In der Champions League erzielte er beim 2:1 gegen Valencia den zweiten Bayern-Treffer 615118 (DIASHOW: Der 4. Spieltag) .

Ganz klar: Im zentralen Mittelfeld des Rekordmeisters fühlt sich der deutsche Nationalspieler rundum wohl. "Ich glaube, im Moment gibt es keinen Grund, warum ich da nicht spielen sollte", sagt Kroos (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im SPORT1-Interview spricht der 22-Jährige über das Rotationsprinzip von Trainer Jupp Heynckes, den Lauf des FC Bayern, das Spiel gegen Wolfsburg und Besuche auf dem Oktoberfest.

SPORT1: Das 2:0 auf Schalke war der siebte Sieg im siebten Pflichtspiel. Kann es eigentlich noch besser laufen?

Toni Kroos: Ergebnistechnisch nicht viel. Aber wir haben immer noch Optimierungsmöglichkeiten. Wir haben gegen Schalke ein sehr gutes Spiel gemacht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir am Mittwoch davor ein schweres Champions-League-Spiel über 90 Minuten hatten.

SPORT1: Es gab im Vergleich zum 2:1 gegen Valencia drei Umstellungen in der Startelf. Zeigt das, dass das Rotationsprinzip funktioniert?

Kroos: Ja, ich denke schon. Bei der Qualität ist es möglich für den Trainer zu wechseln. Das tut er auf einzelnen Positionen. Natürlich nicht einfach so, sondern auf den Gegner bezogen, mit einer Idee dahinter. Bisher klappt das sehr gut.

SPORT1: Sie kann die Rotation auch irgendwann treffen. Ist es schwierig, dass dann als Spieler zu akzeptieren?

Kroos: Nein. Es gab im letzten Jahr immer wieder Stimmen, dass es besser wäre, wenn wir qualitativ breiter aufgestellt sind. Da nehme ich mich nicht aus. Nun haben wir diese Situation. Natürlich will man jedes Spiel spielen, aber wenn es dann mal nicht so ist, muss man das auch akzeptieren.

SPORT1: Ist das Betriebsklima bei den Bayern trotz des hohen Konkurrenzdrucks zurzeit sehr angenehm?

Kroos: Ja. Wenn man die Spiele gewinnt, fällt alles leichter. Wenn es mal nicht so läuft, und gewechselt wird, dann werden auch wieder negative Stimmen kommen. Damit müssen wir souverän umgehen. Wir müssen unseren Weg weitergehen, egal, was für Stimmen von außen da sind. Im Moment befinden wir uns auf einem sehr guten Weg, aber ich bin mir sicher, wir werden nicht alle Spiele gewinnen diese Saison.

SPORT1: Sie haben in den letzten drei Bundesligapartien jedes Mal getroffen. Wird es künftig in jedem Spiel ein Kroos-Tor geben?

Kroos: Das kann ich nicht versprechen. (lacht) Im Moment treffe ich die Bälle nicht so schlecht. Ich komme in die Abschlussaktionen, das ist wichtig. Ich versuche natürlich, dass der Lauf so lange wie möglich anhält.

SPORT1: Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie - so wie im Moment - zentral spielen oder im linken Mittelfeld?

Kroos: Natürlich. Ich bin relativ vielseitig einsetzbar im Mittelfeld, aber ich habe auch meine Lieblingsposition. Und die ist da, wo ich aktuell spiele. Ich glaube, im Moment gibt es auch keinen Grund, warum ich da nicht spielen sollte.

SPORT1: Haben Sie bei den vielen Englischen Wochen im Vergleich zu anderen Bundesligisten eigentlich einen Vorteil, weil der FC Bayern die Umfänge mit der Mehrfachbelastung gut kennt?

Kroos: Ich will das gar nicht mit anderen Mannschaften vergleichen. Wir haben das jetzt über Jahre hinweg mit den Englischen Wochen. Wir kommen damit gut klar und haben auch den Kader, um zu wechseln.

SPORT1: Bleibt da vor lauter Spielterminen überhaupt noch Zeit für?s Oktoberfest?

Kroos: Dafür werden wir schon Zeit finden. Das müssen wir uns aber erst verdienen.

SPORT1: Die nächste Möglichkeit dafür gibt es am Dienstag zu Hause gegen den VfL Wolfsburg. Wie schätzen Sie die Wolfsburger ein?

Kroos: Sie haben gut eingekauft und mehr Qualität als letztes Jahr. Wir müssen die Konzentration hochhalten in den nächsten Spielen. Jetzt kommt Wolfsburg, dann Bremen, die auch wieder besser drauf sind. Von daher wird?s nicht einfacher.

SPORT1: Müssen Sie gegen Wolfsburg ähnlich geduldig spielen wie gegen Schalke?

Kroos: Das kommt immer drauf an, wie so ein Spiel läuft. Im Idealfall wünscht man sich, dass man in Führung geht. Gegen Schalke haben wir gezeigt, dass wir auch geduldig sein können und auf unsere Chance warten. Das müssen wir auch gerade zu Hause, weil die Mannschaften in der Allianz-Arena eher defensiv spielen. Es wird nicht immer so sein wie gegen Mainz, wo wir nach einer Viertelstunde 2:0 führen. Deswegen werden wir wieder eine ähnlich gute Leistung brauchen, um auch Wolfsburg zu schlagen.

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