Andre Schürrle spielt seit 2011 für Bayer Leverkusen © getty

Nach dem Patzer in Europa stachelt Völler Bayer an, Gladbach ist heiß aufs Derby. Auch der VfB spürt den Druck.

Leverkusen - Der Auftritt auf der europäischen Bühne war keine Empfehlung für das Derby.

Mit torlosen Nullnummern stimmten sich Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach am Donnerstag auf das rheinische Nachbarschaftsduell am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) ein.

"Wir stehen schon sehr unter Druck. Wir haben uns das alles anders vorgestellt", sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling nach dem 0:0 gegen Metalist Charkow: "Jetzt haben wir das Derby zu Hause, wo eigentlich nur ein Dreier zählt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gladbachs österreichischer Abwehrspieler Martin Stranzl meinte nach dem Auftritt bei AEL Limassol: "Wir müssen das Spiel jetzt abhaken und uns auf die Partie gegen Bayer konzentrieren. Für uns ist es jetzt ganz wichtig, dass wir in der Bundesliga wieder in die Spur finden."

Zwei ambitionierte Klubs, ähnliche Probleme.

Eberl verteidigt den Trainer

Bei der Borussia waren die Wogen aufgrund der Rotation von Trainer Lucien Favre auf Zypern hochgeschlagen.

Sportdirektor Max Eberl ergriff energisch Partei für den Schweizer Fußballlehrer, der in Millioneneinkauf Luuk de Jong, Juan Arango und Kapitän Filip Daems gleich drei Asse erst gar nicht mit nach Nikosia genommen hatte.

"Die Leute haben keine Ahnung, wenn sie einem Trainer, der bei Borussia seit 19 Monaten fantastische Arbeit leistet, eine solche Entscheidung übel nehmen. Lucien Favre sieht das Team täglich auf dem Trainingsplatz und hat ein Gespür dafür, was für die Mannschaft das Beste ist", sagte Eberl.

In Leverkusen dürfte das Trio wieder von Anfang dabei sein.

Schürrle angesäuert

Rotiert hatte auch das Bayer-Trainergespann Sascha Lewandowski/Sami Hyypiä, das unter anderem auf Nationalspieler Andre Schürrle in der Anfangsformation verzichtet hatte.

Der Ex-Mainzer besaß als Einwechselspieler gegen Charkow mit einen Lattenschuss (82.) noch die beste Chance der Werkskicker.

Schürrle war als einer der Ersten nach dem Spiel aus der Kabine gestürmt - angeblich nur aus Frust über das Ergebnis.

"Mich hat es einfach total geärgert, dass wir all unsere Chancen nicht genutzt haben und das Ding nicht reinbekommen haben. Da wollte ich nach dem Spiel einfach meine Ruhe haben", sagte der Offensivspieler dem "Kölner Express".

Völler fordert Killerinstinkt

"Es fehlt so ein bisschen der Killerinstinkt. Das können wir sicherlich am Sonntag verbessern", betonte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Die Ergebnisse der letzten Duelle in der BayArena sprechen im Übrigen für die Gäste, die zweimal in Folge gewannen.

Dabei schossen die Gladbacher immerhin acht Tore. Von März 1994 bis August 2010 waren allerdings die Leverkusener 26 Bundesligaspiele in Folge ohne Niederlage gegen die Fohlen geblieben.

Labbadia will "Topleistung" sehen

In den weiteren Begegnungen am Sonntag bekommt es Hoffenheim mit Hannover zu tun, Werder empfängt den VfB Stuttgart (beide Spiele ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Der VfB hat wie Leverkusen und Gladbach ebenfalls eine bittere Pille aus der Europa League zu verarbeiten.

Die Schwaben kamen gegen Steaua Bukarest nicht über ein 2:2 hinaus und haben in der Bundesliga bisher erst einen Punkt auf der Habenseite.

VfB-Trainer Bruno Labbadia fordert von seinem Team daher eine "Topleistung" ein und erinnert an den jüngsten 4:1-Sieg über Werder vor eigenem Publikum.

"Es wird ein intensives Spiel", sagte Labbadia. "Beide Teams sind sehr dynamisch."

Werders Coach Thomas Schaaf urteilt ähnlich und gibt die Marschrichtung vor: "Ein Sieg würde uns gut tun, vor allem nach den letzten Leistungen. Wir wollen mehr Punkte haben. Die Mannschaft ärgert sich darüber, dass da nicht mehr auf dem Konto ist."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)

Leverkusen: Leno - Schwaab, Wollscheid, Toprak, Hosogai - Bender, Reinartz, Rolfes - Castro, Kießling, Schürrle Mönchengladbach: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Cigerci - Herrmann, Xhaka, Arango - de Jong

1899 Hoffenheim - Hannover 96

Hoffenheim: Casteels - Ochs, Delpierre, Compper, Johnson - Rudy, Williams - Vukcevic (Salihovic), Roberto Firmino, Usami - Derdiyok (Joselu)Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui (Felipe), Pander- Andreasen, Stindl - Nikci, Rausch- Schlaudraff, Sobiech

Werder Bremen - VfB Stuttgart (beide Sonntag, 17.30 Uhr)

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Fritz - Junuzovic - Arnautovic, Hunt, de Bruyne, Elia - Petersen (Akpala) Stuttgart: Ulreich - Sakai, Niedermeier, Maza, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Hajnal, Okazaki - Cacau

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