Takashi Usami (l.) und Boris Vukcevic (M.) trafen zuletzt in Freiburg für Hoffenheim © getty

1899 steht gegen Hannover unter Druck. Neu-Manager Müller erinnert an wichtige Tugenden. Das Tor hütet ein Nobody.

München - So einen wie den jungen Andreas Müller hätte Bundesligist 1899 Hoffenheim auch gut gebrauchen können.

Die Erfahrung aus 338 Bundesligaspielen, aus 30 Jahren "Gras und Schweiß" - dazu Meister- und Europacuptitel.

"Mit Leidenschaft, Leib und Seele" sei er Fußballer gewesen, betonte Müller bei seiner Vorstellung im Kraichgau. Jene Tugend, die der Tabellenletzte seit Saisonbeginn vermisst.

Nur steht der heute 49 Jahre alte Andreas Müller eben nicht mehr auf dem Platz, ist kein "Eurofighter" von Schalke 04 mehr.

Als Manager soll er Hoffenheim wieder in die Spur führen und Trainer Markus Babbel entlasten. Ob davon schon am Sonntag gegen Hannover 96 (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) etwas zu sehen ist, bleibt fraglich.

Müller hält an Saisonzielen fest

"Hoffenheim hat in den vergangenen Monaten etwas den roten Faden verloren. Ich möchte mithelfen, dass wir diesen schnell wiederfinden", sagte Müller.

Gegen die so stark in die Saison gestarteten Niedersachsen wird Müller trotzdem nicht wild gestikulierend am Spielfeldrand stehen.

Bei seinem Amtsantritt am Mittwochmorgen hielt der Ex-Profi eine kurze Rede vor der Mannschaft - viel mehr will er nicht in das Trainingsgeschäft eingreifen.

Die vor dem Fehlstart mit vier Niederlagen in vier Pflichtspielen als Ziel ausgerufene Europa League hat Müller trotzdem noch nicht abgeschrieben: "Das sind schon ehrgeizige Ziele. Aber ich glaube, wenn wir in Ruhe arbeiten können, werden wir schon dahin kommen, wo wir hinwollen."

Als Manager bei Schalke 04 hatte er zweimal in Folge den Europapokal erreicht.

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Casteels ersetzt Wiese

Müllers heiße Phase beginnt jedoch erst in der Wintertransferphase, bis dahin muss Babbel mit dem Kader zurechtkommen, für den er bislang in Doppelfunktion verantwortlich gezeichnet hatte.

Die Fragezeichen in der Mannschaft sind nach dem 3:5 beim SC Freiburg am vergangenen Spieltag zudem noch größer geworden.

Definitiv ausfallen wird der ehemalige Nationaltorwart Tim Wiese, was aufgrund dessen schwacher Leistungen nicht unbedingt eine Schwächung ist.

Nachwuchsmann Koen Casteels "genießt unser vollstes Vertrauen", sagte Babbel: "Koen ist ein außergewöhnliches Talent und wird seinen Weg gehen."

Im Sturm drängte sich in der schwachen Hoffenheimer Mannschaft Neuzugang Joselu auf, im Mittelfeld könnte Sejad Salihovic nach abgesessener Sperre zurückkehren.

Hannover ohne Huszti

Hannovers Trainer Mirko Slomka muss seinen umstritten gesperrten Schlüsselspieler Szabolcs Huszti ersetzen - Ex-Nationalspieler Christian Pander ist wohl erste Wahl.

Das glückliche 2:2 in der Europa League bei Twente Enschede zeigte indes, dass Hannover trotz des Glanzstarts in der Bundesliga noch viel Luft nach oben hat.

In den weiteren Sonntagspartien des vierten Spieltages gastiert Borussia Mönchengladbach im Duell der in der Europa League enttäuschenden Klubs bei Bayer Leverkusen (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) und Werder Bremen empfängt den VfB Stuttgart (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER), der sich beim 2:2 gegen Steaua Bukarest ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckerte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)

Leverkusen: Leno - Schwaab, Wollscheid, Toprak, Hosogai - Bender, Reinartz, Rolfes - Castro, Kießling, Schürrle Mönchengladbach: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Cigerci - Herrmann, Xhaka, Arango - de Jong

1899 Hoffenheim - Hannover 96

Hoffenheim: Casteels - Ochs, Delpierre, Compper, Johnson - Rudy, Williams - Vukcevic (Salihovic), Roberto Firmino, Usami - Derdiyok (Joselu)Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui (Felipe), Pander- Andreasen, Stindl - Nikci, Rausch- Schlaudraff, Sobiech

Werder Bremen - VfB Stuttgart (beide Sonntag, 17.30 Uhr)

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Fritz - Junuzovic - Arnautovic, Hunt, de Bruyne, Elia - Petersen (Akpala) Stuttgart: Ulreich - Sakai, Niedermeier, Maza, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Hajnal, Okazaki - Cacau

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