Heung-Min Son (r.) gelang 2010 in seinem ersten Bundesligaspiel gleich ein Tor © getty

Der Koreaner schießt die kriselnden Hamburger in einem tollen Spiel zum ersten Saisonsieg. Dortmunds 31-Spiele-Serie ist vorbei.

Hamburg - Borussia Dortmunds Superserie ist gerissen: Nach mehr als einem Jahr und 31 Spielen hintereinander hat der deutsche Meister in der Bundesliga wieder eine Niederlage kassiert.

Die Westfalen unterlagen beim zuvor punktlosen Hamburger SV überraschend mit 2:3 (0:1) und haben damit im Kampf um die erfolgreiche Titelverteidigung den ersten empfindlichen Rückschlag hinnehmen müssen 615118 (DIASHOW: Der 4. Spieltag) .

Bereits der erste gefährliche Angriff der Hanseaten führte in der zweiten Minute zum Treffer des Tages und zum ersten Dreier für die Norddeutschen seit April. Matchwinner war Heung Min Son, dem ein Doppelpack gelang.

"Wir haben nicht griffig angefangen. Das erste Gegentor passte zur Anfangsphase. Wir haben trotzdem über 90 Minuten das Spiel bestimmt, aber über 90 Minuten auch nie gut verteidigt. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, hätten wir 5:3 gewonnen", bilanzierte BVB-Coach Jürgen Klopp bei LIGA total!.

Vorarbeit von van der Vaart

Nach einer präzisen Flanke von HSV-Rückkehrer Rafael van der Vaart war der Südkoreaner Son per Kopfball erfolgreich. Begünstigt wurde dieses Tor allerdings von Stellungsfehlern in der BVB-Defensive.

Auch die zweite Halbzeit begann turbulent, nach nur 22 Sekunden landete eine verunglückte Flanke von Ivan Perisic zum 1:1 im Hamburger Tor.

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Ivo Ilicevic (55.) aus abseitsverdächtiger Position und erneut Son (58.) brachten die Platzherren wieder in Front, ehe Perisic (60.) verkürzen konnte.

"Wir haben ein tolles Spiel gemacht, klasse nach vorne gespielt. Das war das richtige Spiel zum richtigen Augenblick!", jubelte Hamburgs Trainer Thorsten Fink.

BVB probiert alles

Die Gastgeber waren zwar auch mit Superstar van der Vaart die spielerisch schwächere Mannschaft, glichen dieses Manko aber durch großen Kampfgeist immer wieder aus (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Aber auch die Westfalen stemmten sich mit aller Macht gegen eine Niederlage, Klopp setzte ab der 63. Minute auf volle Offensive und wechselte Jakub Blaszczykowski als zusätzliche Offensivkraft ein.

Adler als Rückhalt

Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Volkspark verpasste der BVB vor dem Seitenwechsel eine frühe Vorentscheidung und ging mit seinen Torchancen zu nachlässig um.

Gerade in dieser Phase war Rene Adler ein wichtiger Rückhalt im HSV-Tor. Blaszczykowski und der eingewechselte Julian Schieber vergaben in der Schlussphase größte Chancen zum Ausgleich.

Neben Adler, der nur beim 1:1-Ausgleichstor ein wenig unglücklich aussah, überzeugte bei den Norddeutschen der zweifache Torschütze Son. Dagegen verlief die HSV-Heimpremiere von van der Vaart eher durchschnittlich.

Stärkste Dortmunder Akteure waren Perisic und Mannschaftskapitän Sebastian Kehl.

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