Toni Kroos steht seit 2007 unter Vertrag beim FC Bayern © imago

Vorm Schalke-Spiel glänzen die Bayern mit einem neuen Mittelfeld - dank Heynckes' Rotation. Nur Robben ist nicht begeistert.

Von Christian Paschwitz

München - Es ist erst wenige Wochen her, da hatte Toni Kroos eine gehörige Kopfwäsche über sich ergehen lassen müssen. Intern beim FC Bayern wie auch öffentlich.

"Bei Toni muss jetzt ein Stück mehr Effizienz rein", hatte Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit dem "Münchner Merkur" gepoltert.

"Der liebe Gott hat Toni mit überragenden Talenten ausgestattet. Das ist Verpflichtung genug, diese Talente auch einzusetzen, für sich und zum Wohle der Mannschaft. Nichts anderes muss Toni Kroos machen."

Eine Mahnung, die bei dem Nationalspieler Gehör gefunden hat - und ihn auch im Duell beim FC Schalke (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder zu Höchstleistungen antreiben soll.

Vorwurf: Hang zur Bequemlichkeit

Immer wieder wird Kroos ein gewisser Hang zur Bequemlichkeit nachgesagt. 216215 (DIASHOW: Die größten Duelle zwische Schalke und Bayern)

Mit seinem Traumtor beim erfolgreichen 2:1-Champions-League-Auftakt gegen den FC Valencia (Nachbericht) hat der 22-Jährige die Kritiker vorerst widerlegt. Zumal es auch in der Liga glänzend läuft, seit er wieder auf seiner Lieblingsposition als Zehner wirbeln darf:

Drei Partien fast komplett durchgespielt, zwei Tore erzielt bei den Siegen über den VfB Stuttgart und den 1. FSV Mainz 05. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Heynckes stärkt Kroos

"Im vergangenen Jahr hatten wir häufiger die Diskussion, dass Toni ein 'Zwischenspieler' sei. Das sehe ich nicht so. Toni ist im offensiven, vorderen Zentrum am besten", sagt Trainer Heynckes.

Zum Vergleich: Im DFB-Team pendelt Kroos oftmals zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld, weshalb er unter Bundestrainer Joachim Löw auch immer wieder zurückfällt ins zweite Glied.

Beim Rekordmeister profitiert der Nationalspieler auch von der neuen Doppelsechs - wie vom gewachsenen Tempo des Mittelfelds generell.

[kaltura id="0_7zs4nx0x" class="full_size" title="Gro er Abend f r Martinez"]

Lob für Schweinsteiger und Martinez

Vier Monate nach seinem Elfmeter-Fehlschuss beim "Drama dahoam" erlebte Bastian Schweinsteiger an der Seite von Javier Martinez seine sportliche Wiederauferstehung. 612163 (DIASHOW: Der 3. Champions-League-Spieltag)

Der 28-Jährige überzeugte nicht nur als Staubsauger vor der Abwehr, sondern erzielte mit der Führung gegen Valencia bereits sein drittes Saisontor - übrigens auch sein dritter Treffer in den vergangenen drei Spielen.

"Langsam kommt er wieder in den physischen Zustand wie vor einem Jahr. Und das Wichtigste ist: Er hat wieder Spaß am Fußball", so Heynckes, der zudem Martinez lobte: "Die beiden haben schon sehr ordentlich harmoniert."

Robben und Ribery wirbeln

Kroos gefällt es, entlastet das Duo ihn doch auch von mancher Deckungsaufgabe: "Die beiden haben uns viel Stabilität gegeben"

Das neue Bayern-Mittelfeld presst wesentlich stärker und attackiert früher als in der Vorsaison, wechselt häufiger das Tempo

In Kombination mit der ohnehin spielfreudigen Flügelzange Arjen Robben/Franck Ribery wirkt das Spiel deshalb zwangsläufig vertikal schneller- und Kroos mittendrin in seiner jetzigen Verfassung fast unabkömmlich.

Heynckes genießt Luxussituation

Wenngleich Heynckes zuletzt enorm rotierte, gegen Valancia beispielsweise die formstarken Torgaranten Mario Mandzukic und Thomas Müller zunächst draußen ließ.

"Es wäre doch fahrlässig, wenn ich nicht rotieren würde. Wir haben bis Weihnachten noch 24 oder 25 Spiele inklusive Nationalmannschaft. Da muss ich wechseln, damit wir im Frühjahr noch Speed haben", erklärt der Coach.

"Ich habe die Garantie, Wechsel vornehmen zu können, auch wenn es ein gewisses Risiko beinhaltet", freut sich Heynckes über die Luxussituation.

Eine Änderung muss Heynckes auf Schalke auf jeden Fall vornehmen. Wie SPORT1 erfuhr, stieg Ribery nicht mit in den Mannschaftsbus (News). Seine Oberschenkelprobleme machen einen Einsatz am Samstag unmöglich.

Robben: Nicht so ein Fan vom Rotieren"

Arjen Robben ist nicht sonderlich begeistert vom Thema Rotation: "Wenn du viele Spiele hintereinander machst, wirst du noch stärker. Ich bin daher nicht so ein Fan vom Rotieren.".

Er fügt jedoch hinzu: "Aber wenn du so viele Spiele hast wie wir, ist einmal pausieren okay."

Wem Heynckes diese Pause gönnt, ist übrigens klar durchdacht, wie der Trainer klarstellt: "Ich werde nicht Lose aus dem Zylinder ziehen."

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