Andreas Müller war von 2006 bis 2009 Manager bei Schalke © imago

Hoffenheims neuer Manager schreibt die Europa League noch nicht ab. Der Kontakt wurde aus Hopps Umfeld aufgenommen.

Hoffenheim - Einen Rückzugsort vom "Krisengebiet" hat Andreas Müller schon gefunden:

Um als neuer Manager von 1899 Hoffenheim dem kriselnden Verein möglichst nah zu sein, hat sich der 49-Jährige vorerst bei seinen Schwiegereltern im 60 Kilometer entfernten Besigheim einquartiert.

Die eigene Familie ist im Ruhrgebiet geblieben.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Einen Ort der Ruhe und Besinnung wird Müller, der in Hoffenheim einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 unterschrieben hat, künftig wohl gut gebrauchen können.

Bei den Fehlstartern aus dem Kraichgau erwartet den 49-Jährigen eine schwere Aufgabe.

"Hoffenheim hat in den vergangenen Monate etwas den roten Faden verloren. Ich möchte mithelfen, dass wir diesen schnell wiederfinden", sagte Müller bei seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag und bezeichnete die Aufgabe beim Tabellenletzten als "sehr große Herausforderung".

"Wieder Gras und Schweiß riechen"

Die vor dem Fehlstart mit vier Niederlagen in vier Pflichtspielen als Ziel ausgerufene Europa League hat Müller offenbar noch nicht abgeschrieben: "Das sind schon ehrgeizige Ziele. Aber ich glaube, wenn wir in Ruhe arbeiten können, werden wir schon dahin kommen, wo wir hinwollen."

Als Manager bei Schalke 04 hatte Müller zweimal in Folge den Europapokal erreicht.

[kaltura id="0_vu8wzjez" class="full_size" title="Babbel tritt als Sportdirektor ab"]

Seit seiner Entlassung in Gelsenkirchen 2009 hatte Müller in einer Agentur als Spielerberater gearbeitet, doch der Weg zurück auf einen Managerposten der Bundesliga war offenbar sein erklärtes Ziel.

Er sei zwar froh, "beide Seiten des Geschäfts" kennengelernt zu haben, doch nun wolle er "wieder Gras und Schweiß riechen".

Unterstützung für Babbel

Bereits Mittwochmorgen hatte Müller seinen Dienst in Hoffenheim angetreten und als erste Amtshandlung eine kurze Rede vor der Mannschaft gehalten.

Chefcoach Markus Babbel will er aber nicht entmachten, sondern entlasten.

Am Donnerstag gab der 1899-Coach etwas überraschend bekannt, schon in der vergangenen Saison mit seiner Doppelfunktion nicht glücklich gewesen zu sein.

Babbel gab gegenüber den Pressevertretern zu, "ihnen etwas anderes erzählt zu haben", als er es intern getan habe.

Hopp von Müller überzeugt

Der 40 Jahre alte Trainer hatte die Klub-Verantwortlichen erstmals nach der Auftaktpleite bei Borussia Mönchengladbach (1:2) öffentlich um Entlastung gebeten.

Mit der Verpflichtung Müllers erfüllten die Klub-Verantwortlichen den Wunsch Babbels und befreiten ihn endgültig von seiner bisheriger Doppelfunktion.

"Von Beginn an war vereinbart, dass wir es Markus Babbel überlassen, darüber zu entscheiden, wie lange er die Doppelfunktion ausüben möchte. Ende August hat er uns darüber informiert, dass er sich voll auf das Traineramt konzentrieren möchte", sagte 1899-Mäzen Dietmar Hopp:

"In den sich anschließenden Gesprächen hat Andreas Müller alle Beteiligten mit seinen Vorstellungen und seiner Persönlichkeit voll überzeugt. Ich bin froh und erleichtert, dass es ihm gelungen ist sein bisheriges Engagement so kurzfristig zu beenden."

Erstkonktakt aus Hopps Umfeld

Bei der Vorstellung des ehemaligen Schalke-Managers blieb jedoch ein fader Beigeschmack.

So musste 1899-Geschäftsführer Alexander Waldi zugeben, dass der erste Kontakt zu Müller nicht durch die sportliche Leitung, sondern aus dem Umfeld Hopps stattgefunden habe.

Ruhe in den Verein zu bringen, dürfte eine der wichtigsten Aufgaben Müllers in den kommenden Wochen sein.

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