Der 1. FC Nürnberg ist in dieser Saison noch ungeschlagen © getty

Club und Eintracht kämpfen um die Tabellenführung - nur auf Zeit? Veh bleibt realistisch, will die Euphorie aber nutzen.

Nürnberg/Frankfurt - Thronbesteigung für eine Nacht oder sogar mehr.

Für den 1. FC Nürnberg oder Eintracht Frankfurt winkt vor der Auftaktpartie des 4. Spieltags (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) die Tabellenführung.

Einem der beiden Traditionsvereine könnte der Sprung nach ganz oben wieder einmal gelingen. Zumindest Dieter Hecking will davon aber gar nichts wissen.

"Die Tabellenführung interessiert mich nicht, mich interessieren nur die drei Punkte", knurrte der Club-Trainer vor dem Heimspiel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

FCN zuletzt 2006 Spitze

Die Nürnberger Fans würden sich das Klassement aber gewiss einrahmen und mit einem Hochgefühl an die Wand hängen.

2006, beim letzten Intermezzo nach einem Remis bei Bayern München, hatte Hans Meyer noch an der Seitenlinie gestanden. Am Ende der Saison gewann Nürnberg sogar den DFB-Pokal.

13 Jahre Abstinenz sind es gar bei den Hessen. Am 21. August 1999 eroberte die Eintracht zuletzt für mehr als nur eine Nacht die Spitze. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Veh nimmt Höhenflug mit Humor

Deren Trainer Armin Veh geht längst nicht so knochentrocken wie sein Kollege mit dem Thema um. Er gibt sich angesichts des Höhenflugs des Aufsteigers betont locker.

"Ich wäre enttäuscht, wenn wir jetzt nicht deutscher Meister werden", sagte er Anfang September nach dem 4:0 in Hoffenheim. Natürlich nicht im Ernst. (BERICHT: Neue Eintracht: Spektakel und Hauch von Leichtsinn)

Aber der Humorist Veh bleibt trotz dreier Siege realistisch. "Wir können das alle gut einschätzen." Es geht nur um den Klassenerhalt. Die Euphorie bremsen möchte er dennoch nicht.

Euphorie im Nürnberger Umfeld

Außerhalb von Heckings Trainerbüro ist das auch in Mittelfranken so. Die Beobachter genießen die Situation.

Die "Nürnberger Nachrichten" berichten vor dem Duell nicht ohne Stolz: "Die Fußball-Nation schaut gespannt nach Nürnberg."

Dabei sollte sich Hecking, der inzwischen seit über 1000 Tagen am Valznerweiher im Amt ist, doch auch darüber freuen. Sein Ziel, den fränkischen Pessimismus zu vertreiben, hat er wenigstens derzeit erreicht.

Eintracht vor historischen Start

Während Heckings Erfolgsrezept auf einem kontrollierten, ausbalancierten Stil beruht, setzt Veh ganz auf eine offensive Ausrichtung. Rückschläge sind einkalkuliert.

Gerade das erfrischend forsche Auftreten der Frankfurter hat für den besten Start seit 46 Jahren gesorgt. Ein weiterer Sieg - und der beste Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte wäre perfekt.

Der Schweizer Pirmin Schwegler soll dabei auch in Nürnberg eine Art Herzstück bilden. Eine Erkältung stellte seinen Einsatz allerdings infrage.

Club hofft auf Kiyotake

Dem Club wäre indes an weiteren Glanztaten des Japaners Hiroshi Kiyotake gelegen, der den FCN bislang mit einem Treffer und drei Torvorlagen verzückte (Bericht) .

"Wir wollen zeigen, dass wir gut drauf sind", sagt Hecking. Personell sind ihm keine Grenzen gesetzt. ( 502472 DIASHOW: Die Japaner in der Bundesliga )

Und der Sprung an die Spitze würde letztlich wohl auch beim Club-Trainer mindestens ein Lächeln auslösen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Balitsch, Simons - Mak, Kiyotake, Esswein - Pekhart

Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler (Lanig), Rode - Aigner, Meier, Inui - Occean (Hoffer)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

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