Thorsten Fink wechselte vergangenes Jahr vom FC Basel zum Hamburger SV © getty

Die Hamburger wollen gegen Meister Dortmund die ersten Punkte holen und eine Bestmarke verteidigen. Idol Uwe Seeler sorgt sich.

Hamburg/Dortmund - Uwe Seeler trägt derzeit schwer an seiner alten Liebe.

Das Vereins-Idol des Hamburger SV zeigt sich jedenfalls nicht besonders optimistisch, dass der kriselnden Bundesliga-Dino am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) die Erfolgsserie von Borussia Dortmund stoppen kann.

"Den Dortmundern traue ich alles zu", sagte Seeler, als ihn SPORT1 auf den möglichen Rekord des BVB ansprach.

31 Ligaspiele ist der Double-Gewinner ungeschlagen - und ausgerechnet der HSV kann dafür sorgen, dass seine bisherige Bestmarke bestehen bleibt.

"Der Rekord spornt uns an"

"Der Rekord spornt uns natürlich an. Wir wollen den Meister niederkämpfen. Dortmund ist auch irgendwann mal dran, ein Spiel zu verlieren", sagte Trainer Thorsten Fink am Donnerstag.

Auch Spielmacher Rafael van der Vaart glaubt fest an die Chance.

"In 90 Minuten ist im Fußball alles möglich. Wir müssen nur fest daran glauben und danach handeln", sagte der niederländische Spielmacher der "Bild":

"Die Bestmarke schmückt unseren Verein und soll noch lange erhalten bleiben."

Erst sechs Siege für Fink

Fast 30 Jahre ist es her, dass der HSV als unschlagbar galt. Das Team eilte von Titel zu Titel und brachte das Kunststück fertig, zwischen dem 16. Januar 1982 und dem 29. Januar 1983 36 Spiele in Folge nicht zu verlieren

Für Fink geht es am Samstag aber vor allem darum, seine eigene Bilanz beim HSV aufzupolieren.

Gerade einmal sechs Siege holte der frühere Bayern-Spieler, seit er den Klub vor knapp einem Jahr übernommen hat.

Zurzeit stehen die Norddeutschen mal wieder in der Abstiegszone, sind nach drei Niederlagen aus den drei Spielen auf den 17. Platz abgestürzt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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"Der Meister kommt gerade recht"

"Der Meister kommt da gerade recht. Wir sind am Samstag ein Außenseiter, der nur positiv überraschen kann", sagte Fink:

"Wir wollen Dortmund am Samstag ärgern, Spaß haben und nach vorne spielen."

Ansonsten dürfte der Wind an der lbe rauer werden, glaubt Seeler.

"Wir wissen alle, was wir jetzt für ein Programm haben: Dortmund zu Hause, dann müssen wir nach Gladbach, dann kommt Hannover. Insofern werden wir es nach wie vor schwer haben", sagte er.

"Letztes Jahr haben wir sehr viel Glück gehabt und ich hoffe, dass wir das im Jubiläumsjahr auch noch haben werden."

Klopp warnt vor dem HSV

Dortmunds Meistercoach Jürgen Klopp jedenfalls sieht sein Team nicht in der Rolle des großen Favoriten.

"Das wird alles andere als ein Selbstläufer", warnte er.

Kleine Fragezeichen stehen noch hinter dem Einsatz von Torwart Roman Weidenfeller und Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan, die beide von leichten Infekten geplagt werden.

Beim HSV ist der Einsatz von Jeffrey Bruma (Knieprobleme) offen.

Für den rot-gesperrten Petr Jiracek wird im Mittelfeld wohl der offensivere Tolgay Arslan auflaufen

Arnesen wehrt sich gegen Vorwürfe

Auch Milan Badelj dürfte wieder in der Startelf stehen. Die Diskussionen um den Transfer des Kroaten gehen unterdessen weiter.

HSV-Sportchef Frank Arnesen reagierte gelassen auf eine Beschwerde der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV), die diese via DFB an die FIFA übermittelt hatte. Arnesen soll einen nicht lizenzierten Berater eingeschaltet haben heißt es darin.

"Das ist Unsinn. Da ist gar nichts. Alles ist transparent", sagte Arnesen am Donnerstag: "Da sind Leute, die eine Geschichte machen wollen, die gar nicht da ist. Ich bin ganz ruhig."

Seeler-Kritik lässt Manager kalt

Auch die von Uwe Seeler auf SPORT1 geäußerte Kritik, Arnesen habe die Bundesliga unterschätzt, lässt den Manager kalt.

"Es ist klar, dass er Angst hat um seinen HSV", sagte Arnesen: "Aber ich bin seit 14 Monaten hier und habe die Bundesliga nie unterschätzt."

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