MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Andreas Müller (r., mit Markus Babbel) war von 2006 bis 2009 Manager beim FC Schalke © getty

Nach dem Fehlstart bestätigt Präsident Hofmann SPORT1 die Suche nach einem neuen Sportchef. Nun kann es ganz schnell gehen.

Von Christian Paschwitz und Reinhard Franke

München - Es sind schmerzliche Tage für Peter Hofmann.

Der Präsident von 1899 Hoffenheim leidet nicht nur mit seinem Verein, der nach dem 3:5-Debakel beim SC Freiburg weiter im freien Fall befindet, nein, er hat auch ganz persönliche Qualen zu erleiden.

Als SPORT1 Hofmann am Montag erreichte, saß dieser gerade beim Zahnarzt und wartete auf die Betäubung.

Den sportlichen Schlag ins Gesicht gab es tags zuvor beim 3:5 in Freiburg (Nachbericht).

Drei Spiele, null Punkte

Drei Spiele, drei Niederlagen, null Punkte, 4:11-Tore, dazu kommt noch das Pokal-Aus beim Viertligisten Berliner AK (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Kraichgauer sind Schlusslicht und Schießbude der Liga. Kein Wunder, dass auch die Stimmung im Keller ist. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Auch die Position von Markus Babbel wird nun immer schwächer. Natürlich kennt der Trainer die Gesetzmäßigkeiten der Branche.

Seinen Job könnte Babbel bald schon los sein - zumindest den als Manager.

Der Trainer hat die Klubbosse sogar darum gebeten, ihn von der Doppelfunktion zu entbinden:

"Ich habe ihnen gesagt, sie sollen bitte jemanden suchen", so Babbel, der den Job seit dem Rauswurf von Manager Ernst Tanner am 22. März zusätzlich übernommen hatte:

"Ich bin Trainer, das macht mir mehr Spaß."

Einigung mit Müller?

Dieser jemand ist womöglich bereits gefunden:

Nach SPORT1-Informationen steht eine Einigung mit Schalkes Ex-Manager Andreas Müller kurz bevor.

Zudem nannte der "kicker" Bayerns ehemaligen Sportchef Christian Nerlinger als weiteren Kandidaten.

"Ich werde das nicht kommentieren, kann es aber auch nicht dementieren", sagte Hofmann zu SPORT1 und bestätigte damit indirekt die Suche nach einem neuen Sportdirektor.

Die Findungskomission besteht aus Hofmann, Babbel, Mäzen Dietmar Hopp und Geschäftsführer Alexander Waldi.

[kaltura id="0_vu8wzjez" class="full_size" title="Babbel tritt als Sportdirektor ab"]

Indirekter Draht zu Hopp

Der 49-jährige Müller war zuletzt zwar in der Spielerberatung tätig, arbeitete davor aber von 2000 bis 2009 in der Schalker Vereinsführung.

In Hoffenheim könnte dem gebürtigen Stuttgarter womöglich seine private Verbundenheit mit Berater Roger Wittman helfen.

Der wiederum gilt als enger Vertrauter von Dietmar Hopp.

Nerlinger wäre Babbel näher

Was indes für Nerlinger spräche, wäre dessen gemeinsame Profi-Vergangenheit mit Babbel beim FC Bayern.

Beide holten beim deutschen Rekordmeister mehrfach die Schale, schätzen sich auch sonst.

Es liegt auf der Hand, dass ein Hoffenheimer Manager namens Nerlinger auch den wankenden Babbel eher stärken würde.

Aktuell darf der Coach noch Hopp beim Wort nehmen, der ihm dieser Tage eine Job-Garantie aussprach ("Wir werden ruhig bleiben").

Job-Garantie für Babbel - noch

Der Fehlstart in der Liga und das blamable Pokal-Aus lässt Babbels Zukunft dennoch unruhig erscheinen.

Beim 3:5 in Freiburg zeigte sich das Team einmal mehr in der Defensive völlig konfus, nicht zuletzt wegen zweier gravierender Fehler von Tim Wiese.

Dass der ehemalige Nationaltorhüter gleich bei zwei Ecken patzte und auch sonst wenig funktionierte in Defensiv-Zuordnung sowie Spielaufbau, trieb Babbel aber nur bedingt um.

Zweckoptimismus beim Trainer

"Wenn wir chancenlos aufgetreten wären, hätte ich jetzt ein Problem", meinte Babbel und verwies darauf, immerhin zweimal einen Rückstand egalisiert zu haben.

Am Sonntag gegen Hannover dürfte er dennoch auf der Bank sitzen.

Den vierten Trainerwechsel in 21 Monaten will sich die TSG nicht erlauben, auch mit Blick auf die Außendarstellung des Vereins wäre eine erneute Neubesetzung des Trainerpostens eine mittlere Katastrophe.

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