Martinez
Javier Martinez wurde mit Spanien Welt- und Europameister © imago

Bayerns Zugang gibt in Lederhosen eine gute Figur ab, wird auch sportlich immer wertvoller. Legt er gegen Valencia gleich los?

Vom FC Bayern berichtenMatthias Becker und Christian Paschwitz

München - Den letzten Teil des Crashkurses "Wie werde ich ein Bayer in drei Wochen?" absolvierte Javi Martinez gerade noch rechtzeitig:

Am kommenden Samstag beginnt in München das Oktoberfest - ein Ereignis, auf das der Spanier schon bei seiner Vorstellung als 40-Millionen-Euro-Neuzugang des FC Bayern freudig vorausgeblickt hatte.

Am Sonntag bekam er nun, gemeinsam mit den neuen Teamkollegen, die richtige Ausrüstung dafür verpasst und machte in Lederhosen und rot-weißem Karo-Hemd keine so schlechte Figur.

"Er versucht ja auch schon bayrisch zu reden, das 'Servus' geht schon über die Lippen", berichtete Jupp Heynckes amüsiert nach dem lockeren 3:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 (Bericht).

Martinez sofort im Spiel

Heynckes wirkte sehr entspannt. Wahrscheinlich auch, weil sein Wunschspieler in nur 14 Einsatzminuten zeigen konnte, weshalb die Bayern so sehr um ihn gekämpft hatten.

Wochenlang war Martinez ja so etwas wie ein Phantom geblieben. Alle wussten, dass er gut sein musste, wegen des Wechsel-Theaters und der Länderspielpause gab es aber noch keine empirischen Erkenntnisse aus dem Bundesliga-Alltag.

Die lieferte Martinez nun gegen Mainz ab. Sofort nach seiner Einwechslung fand der Spanier Bindung zum Spiel, warf sich erfolgreich in die Zweikämpfe und setzte nach vorne Akzente.

Lob von Heynckes und Schweinsteiger

"Er hat das Spiel beruhigt und nach vorne mitgestaltet", lobte Heynckes die Verstärkung von Athletic Bilbao "Das Tor hat er in überragender Art und Weise vorbereitet". 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Das Tor war das 3:1 durch Toni Kroos, dem Martinez mit viel Gefühl und Übersicht aufgelegt hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und das den Bayern letztlich die Gewissheit des Sieges gegen Mainz gab und sie mit breiter Brust in den Champions-League-Auftakt gegen den FC Valencia gehen lässt (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

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"Ich muss noch aufholen"

"Javi fühlt sich immer besser rein in die Mannschaft. Er wirkt auch fitter", meinte Bastian Schweinsteiger über seinen potenziellen Stammpartner auf der Doppel-Sechs.

Der Gelobte blieb aber bescheiden: "Ich komme langsam in Form und fühle mich immer mehr in die Mannschaft integriert. Ich muss meinen körperlichen Zustand noch verbessern und aufholen, was noch fehlt."

Heynckes setzte mit der Startaufstellung gegen Mainz diesbezüglich ein klares Signal, vertraute weiter dem momentan starken Luiz Gustavo.

Startelf-Debüt naht

Es wird aber wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Martinez erstmals von Beginn an auflaufen wird. Zu offensichtlich war schon bei seinen bisherigen Kurzeinsätzen die Qualität, die der Bundesliga-Rekordtransfer einbringen kann.

"Die Spanier sind alle gut ausgebildet, stehen gut und haben ein gutes Zweikampfverhalten", erklärt SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold die Vorzüge des Neu-Bayern.

Und ergänzt: "An seinen Qualitäten gibt es nichts zu zweifeln. Die einzige Frage bleibt, wie lange er braucht, um sich zu integrieren. Jupp Heynckes macht das aber gut und verheizt ihn nicht."

Riesen-Vorfreude auf Valencia

Ob Martinez beim Königsklassen-Auftakt nun gleich durchstartet oder nicht: Die Vorfreude auf das Duell gegen die spanischen überwiegt sowieso.

"Es hat mich schon gefreut, als uns Valencia zugelost wurde. Dort spielen einige Leute, die ich kenne, Kollegen aus der Nationalmannschaft. Das wird sehr schön", so Martinez.

Dass Arjen Robben eher warnend den Zeigefinder hebt ("Das ist sicher die beste Mannschaft in der Gruppe, das wird also ein schwieriges Spiel. Ganz anders als ein Bundesligaspiel") bekümmert den 24-Jährigen da eher am Rande.

"Ich weiß, was 'Mia san Mia' bedeutet"

Vielmehr sagt Martinez in seiner zünftig-bajuwarischen Kluft nicht ohne Stolz: "Ich weiß, was 'Mia san Mia' bedeutet."

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