Siegessicher: Holger Badstuber (r.) kommt aus der Jugendabteilung des FC Bayern © getty

Vor dem Champions-League-Neustart gegen Valencia hakt der FCB die Chelsea-Schmach endgültig ab. Badstuber ist zuversichtlich.

Vom FC Bayern berichtet Christian Paschwitz

München - Manuel Neuer wollte sich nicht ganz so vehement zu einer Kampfansage an die internationale Konkurrenz hinreißen lassen. "Wir denken Step by Step", sagte der Torhüter des FC Bayern am Montag.

Umso deutlicher war dafür Holger Badstuber die Angriffslust anzumerken:

"Es muss immer unser Ziel sein, ins Finale zu kommen", meinte der Defensivmann auf Nachfrage von SPORT1 mit Blick auf den Startschuss in die neue Champions-League-Saison. (DATENCENTER: Champions League)

Auf den Tag genau vier Monate nach dem "Drama dahoam" mit der Endspiel-Pleite gegen den FC Chelsea geht der Rekordmeister mit ganz besonderer Motivation in die Königsklasse, in der im ersten Spiel der Gruppenphase der FC Valencia wartet (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Badstuber: "Das muss uns pushen"

Endlich abgehakt soll sie sein, diese bittere Niederlage gegen die Londoner.

Die werde man zwar "ein Leben lang nicht vergessen", so Badstuber. "Das war ein großer Schlag, aber den haben wir verkraftet. Das ist eine neue Chance, Großes zu erreichen. Das muss uns pushen und nicht hemmen."

Und der Nationalspieler ergänzte: "Wir sind klarer Favorit in der Gruppe, und diese Selbstsicherheit müssen wir auch ausstrahlen."

Neuer: "Niederlage aus den Köpfen heraus"

"Mia san Mia" statt weiter Trübsal.

Auch Neuer erklärte: "Die Niederlage ist aus den Köpfen heraus. Es geht wieder bei null los. Wir müssen von Beginn an Vollgas geben."

Karl-Heinz Rummenigge wiederum glaubt: "Hier kann keiner dieses Spiel gegen Chelsea vergessen. Da ist uns zu viel Dramaturgie widerfahren. Wir machen uns alle den Vorwurf, dass wir diverse Male in dem Spiel die Chance hatten, den Sack zuzumachen", blickte der Vorstandschef im Gespräch mit der "dpa" zurück.

Auch Rummenigge ist heiß

Für Rummenigge ist ein Weiterkommen in der Gruppenphase, in der neben Valencia noch der OSC Lille und BATE Borissow aus Weißrussland gegenüberstehen, denn auch quasi Pflicht.

Und der Bayern-Boss bekennt: "Die Sehnsucht nach dem Titel ist groß."

Lahm von Finale und Titel überzeugt

Philipp Lahm jedenfalls ist vor dem Start auf jeden Fall vollauf überzeugt, dass die Münchner schon bald wieder im Finale der Champions League stehen.

"Ich weiß: Mit dieser Mannschaft, mit diesem Verein bekomme ich die Chance wieder", so der Kapitän im "kicker": "Wir greifen wieder an und wollen dahin, wo wir zweimal waren. Und dann gewinnen. Mit unserem Kader sehe ich große Chancen. Wir haben riesengroße Ziele."

Große Vorfreude bei Martinez

Diese zu verwirklichen helfen soll nicht zuletzt auch 40-Millionen-Euro-Mann Javier Martinez.

[kaltura id="0_wlqz8njs" class="full_size" title="Martinez in Lederhosen"]

Der von Athletic Bilbao gekommene Spanier feiert gegen Valencia womöglich zwar noch nicht seine Premiere in der Startformation, so oder so aber ein Wiedersehen mit einigen Bekannten aus der Heimat.

"Dass es gleich im ersten Spiel gegen sie geht, ist sehr schön", sagt Martinez. "Ich kenne einige Spieler aus der Nationalmannschaft sehr gut. Ich freue mich, sie zu treffen."

Valencia werde den Bayern aber "sicherlich einiges abverlangen, das ist eine große Mannschaft".

Großes Vertrauen in neuen Kader

Dennoch sind die Bayern von der eigenen Stärke mehr als überzeugt.

"Jeder weiß jetzt, worauf es ankommt", so Badstuber, der den Bayern-Kader nicht zuletzt durch die Investitionen von 70 Millionen Euro qualitativ stärker sieht als in der Vorsaison.

Auch Lahm sieht den FCB "ganz anders aufgestellt und um einiges besser".

Man werde in der Champions League nun von Beginn an eine "Jetzt-erst-recht-Einstellung" zeigen: "Unsere Mannschaft ist in jedem Fall konkurrenzfähig und heiß."

Der FC Barcelona sei Favorit, "vor Real Madrid, dann kommen wir. In den letzten Jahren haben wir wieder Europas Spitze erreicht."

Robben und Ribery machen Fortschritte

Gegen Valencia können die Bayern wohl auch wieder auf die Superstars Franck Ribery und Arjen Robben bauen.

Beide konnten am Montag wieder mit der Mannschaft trainieren, nachdem sie beim Bundesliga-Sieg gegen den FSV Mainz 05 (3:1) wegen muskulärer Probleme gefehlt hatten.

Robben gibt sich allerdings noch vorsichtig: "Ich muss abwarten. Wir schauen von Tag zu Tag." Der Niederländer will kein Risiko eingehen.

Auch für Robben und Ribery dürfte der Neustart in die Königsklasse unter dem Motto stehen, gleich einen erfolgreichen Auftakt hinzulegen, um die Schmach gegen Chelsea zu tilgen.

Um dann nach dem Finale am 25. Mai 2013 den lang ersehnten Henkelpott doch noch in die Höhe zu recken. Und zwar in London.

Weiterlesen