Hiroshi Kiyotake (l.) wurde mit Japans Team bei den Olympischen Spielen Vierter © imago

Nürnbergs Japaner hat nicht nur den Dolmetscher mit Shinji Kagawa gemeinsam. Dank seiner Gala träumen die Club-Anhänger.

Mönchengladbach - Die Dienste des Dolmetschers von Shinji Kagawa hat sich Hiroshi Kiyotake schon gesichert.

Und falls sich Übersetzer Jumpei Yamamori nach dem Abgang des Dortmunder Publikumslieblings zu Manchester United auf einen ruhigeren Job gefreut haben sollte, könnte das ein Irrglaube gewesen sein.

Denn Hiroshi Kiyotake verzückt Fans und Mitspieler beim 1. FC Nürnberg gleichermaßen, er hat mit seinem Gala-Auftritt beim 3:2 (2:1) bei Borussia Mönchengladbach (Bericht) großen Anteil am Höhenflug der Franken in der Bundesliga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich will mithelfen, dass der FCN in der Tabelle dauerhaft oben bleibt", verkündete der kleine Japaner selbstbewusst, bevor er sich doch ein wenig in Bescheidenheit übte: "Es ist eine Ehre für mich, in der Bundesliga zu spielen." 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Zwei Assists, ein Tor

Für seine Gegenspieler war es im Borussia-Park keine Ehre, gegen den 22-Jährigen, der Kiyo genannt werden möchte, antreten zu müssen.

Kiyotake bereitete die ersten beiden Treffer von Timm Klose (17.) und Timmy Simons (25.) gefühlvoll vor, ehe er seinen ganz großen Auftritt hatte.

Als die Begegnung nach den Gladbacher Treffern von Luuk de Jong (45.) und Granit Xhaka (53.) zu kippen drohte, drehte Kiyotake richtig auf. Er ließ gleich drei Gegenspieler alt aussehen und vollstreckte eiskalt zum Siegtreffer (55.).

Schäfer warnt vor Euphorie

Er sei ein Allrounder und könne viele Dinge überdurchschnittlich gut, hatte Kiyotake, der eine Million Euro Ablösesumme gekostet hat und wie Kagawa von Cerezo Osaka in die Bundesliga kam, schon bei seiner Vorstellung erklärt.

Diesen Worten ließ er beim Hamburger SV (1:0), gegen Borussia Dortmund (1:1) und nun auch in Mönchengladbach Taten folgen.

Bei seinen Mitspielern kommt der zurückhaltende Kiyotake gut an. "Man hat von Anfang an gesehen, dass er Qualität hat. Er ist einer, der Ideen hat und das Spiel so entscheiden kann", sagte Torhüter Raphael Schäfer.

Trotz des besten Saisonstarts seit sechs Jahren warnt der Kapitän aber vor Euphorie: "Wir haben jetzt sieben Punkte, 33 fehlen noch. Es gibt Mannschaften, die hatten nach der Hinrunde 26 Punkte und sind noch abgestiegen."

Kiyotake tankt Selbstbewusstsein

Die beherzten Auftritte der Nürnberger geben aber Anlass zur Hoffnung, dass sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking frühzeitig absichern kann.

"Diese Leistungen müssen wir jetzt jede Woche bestätigen und nicht nachlassen. Ich hoffe, dass wir das Selbstvertrauen jetzt jede Woche mitnehmen können", sagte Routinier Simons.

Hiroshi Kiyotake hat jedenfalls eine Menge Selbstbewusstsein getankt. Auf seinen Dolmetscher könnten arbeitsintensive Wochen zukommen. Aber das ist Jumpei Yamamori ja aus den vergangenen Spielzeiten gewohnt.

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