Jupp Heynckes (l.) gewann 1998 mit Real Madrid die Champions League © getty

Der FC Bayern erfreut sich beim Sieg gegen Mainz an der neuen Leistungsdichte im Kader. Und Jupp Heynckes hat noch mehr Optionen.

Vom FC Bayern berichtet Matthias Becker

München - Es war ein Satz, eigentlich nur ein Halbsatz, der Manuel Neuer in schlechten Zeiten wahrscheinlich negativ ausgelegt worden wäre.

Als Kritik an den beim 3:1-Sieg gegen Mainz 05 (Bericht) angeschlagenen fehlenden Superstars Arjen Robben und Franck Ribery vielleicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Oder als Hinweis darauf, dass der Torhüter mit der vermuteten Stammelf von Trainer Jupp Heynckes nicht einverstanden sein könnte.

Doch die Zeiten sind nicht schlecht im Moment bei den Bayern, sie sind nach einem makellosen Saisonstart mit fünf Pflichtspielsiegen in Folge ganz hervorragend.

Und deshalb war es einfach nur ein Satz von Neuer, der einen klaren Hinweis darauf gab, weshalb die Bayern derzeit so makellos auftreten.

Qualität steigt trotz Ausfällen

"Wir haben uns in der Breite verbessert. Mit denen, die reinkommen, steigt die Qualität sogar fast noch", sagte Neuer. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Wo bei anderen Großvereinen die Superstars schon aufschreien, wenn es ein Kollege wagt, dem eigenen Torwart die Weltfußballer-Ehre zu gönnen, droht bei den Bayern wohl eher kein Zickenkrieg.

Selbst Robben, auf dessen rechter Seite Thomas Müller auch gegen Mainz stark aufspielte, wird einsehen, dass der FC Bayern 2012/2013 die Optionen hinzubekommen hat, die in den Finalspielen der Vorsaison noch schmerzlich vermisst wurden.

Echter Konkurrenzkampf steht noch aus

"Das Spiel hat gezeigt, dass wir uns sehr gut verstärkt haben und die Voraussetzungen geschaffen sind, dass wir es ohne Probleme kompensieren können, wenn mal jemand ausfällt. Das ist sehr positiv für uns", erklärte Müller.

Mit Robben, Ribery, Mario Gomez und David Alaba fehlten gegen Mainz gleich vier Stammspieler der vergangenen Saison verletzungsbedingt.

Der echte Konkurrenzkampf steht also noch aus, erst wenn alle Mann wieder an Bord sind, geht das Hauen und Stechen richtig los.

"Konsequenz aus der letzten Saison"

Mit dem Luxusproblem, in jedem Spiel mehrere seiner Millionenverdiener auf die Bank setzen zu müssen, wird sich Trainer Jupp Heynckes aber liebend gerne herumschlagen.

"Ich habe immer Optionen. Das braucht man einfach. Es ist auch die Konsequenz aus der letzten Saison", sagte Heynckes.

Er sei sich sicher, "dass wir genau die richtigen Maßnahmen ergriffen haben, um stärker zu sein", hatte Heynckes bereits vor der Partie betont.

Neuzugänge überzeugen

Gegen die 35 Minuten lang unterwürfigen Gäste konnte er gleich an mehreren Stellen des Platzes die Bestätigung dieser These beobachten. Vorbei, die Zeit der Notlösungen.

Da Neuzugang Dante - mit Ausnahme der Szene, die zum Mainzer Elfmeter führte - einen verlässlichen Part in der Innenverteidigung spielt, kann Holger Badstuber auf links Alaba ersetzen. Philipp Lahm darf rechts verweilen.

Im linken, offensiven Mittelfeld nutzte Kraftprotz Xherdan Shaqiri die Hüftsteifigkeit seines Gegenspielers zwar nicht so gnadenlos aus, wie es Ribery getan hätte. Mit einigen guten Aktionen und zudem einigen gefährlichen Standards bot er sich aber für weitere Aufgaben an.

Und Gomez-Ersatz Mario Mandzukic lässt mit sechs Pflichtspieltreffern in fünf Spielen sowieso einfach Tore für sich sprechen.

Martinez bleibt bescheiden

"Es macht mir einfach Spaß, hier Fußball zu spielen mit diesen super Mitspielern. Es läuft für mich sehr gut, wie für die Mannschaft", sagte Mandzukic bei LIGA total!.

Und dann ist da ja noch 40-Millionen-Mann Javi Martinez, der in seinem 15-minütigen Einsatz nicht nur Heynckes mit Zweikampfstärke, feinen Doppelpässen und der butterweichen Flanke zum 3:1 durch Toni Kroos überzeugte.

"Ich hatte Glück, dass ich das dritte Tor vorbereiten konnte, ich muss weiter an mir arbeiten. Ich versuche immer zu helfen", erklärte Martinez bescheiden, fügte aber hinzu: "Ich fühle mich immer besser und werde auch immer besser."

Startelf-Debüt gegen Valencia?

Ob das schon reicht, um zum Auftakt in die Champions League gegen den FC Valencia in der Startelf zu stehen, wird sich zeigen.

"Lassen sie sich überraschen", sagte Heynckes.

Rückkehr von Robbery?

Die Möglichkeit, dass zum Auftakt der Königsklasse am Mittwoch Ribery und Robben wieder einsetzbar sind, ist gegeben.

"Franck hat eine hartnäckige Muskelverhärtung. Ich muss abwarten, wie er sich erholt", sagte Heynckes.

Ribery selbst zeigte sich zuversichtlich: "Es war eine Vorsichtsmaßnahme. Mittwoch kann ich spielen.?

Bei Robben sind die Beschwerden nicht so schwerwiegend. Der 28 Jahre alte Niederländer absolvierte bereits wieder eine leichte Trainingseinheit. Es sei dennoch vernünftig gewesen, sagte der Coach, "dass er gegen Mainz nicht gespielt hat".

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