Mats Hummels (r., mit Robert Lewandowski) kommt aus der Jugend des FC Bayern © getty

Das Team von Jürgen Klopp begeistert in alter Meister-Form und greift nach einem Rekord. Bundeskanzlerin Angela Merkel jubelt mit.

Von Reinhard Franke und Thorsten Langenbahn

München - Die Erleichterung spürte man im ganzen Stadion.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp setzte sein Siegerlächeln auf und freute sich diebisch.

Sein BVB geht bestens gerüstet in die erste Runde in der Champions League am Dienstag gegen Ajax Amsterdam.

Die Schwarz-Gelben zeigten am 3. Spieltag gegen Bayer Leverkusen mit dem souveränen 3:0 ein erstes Ausrufezeichen der Saison (Bericht). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Freude war nach dem Spiel aber nicht nur bei den Dortmunder Verantwortlichen riesengroß, sondern auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im Stadion war, um die Spieltags-Aktion "Geh Deinen Weg" als Schirmherrin zu präsentieren.

Klopp gefiel das offenbar, denn nach dem Sieg sprach er nicht nur von einem "extrem guten Spiel", sondern musste sich auch über die Kanzlerin amüsieren. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Klopp amüsiert sich über Merkel

"Beim 1:0 hat sie kurz mit den Armen gezuckt und dann offenbar gemerkt, dass sie neutral ist." Beide - Klopp und ein paar Reihen über ihm Merkel hatten einen sehr amüsanten Nachmittag erlebt. Ajax kann kommen.

"Wir werden gegen Ajax alles mitnehmen, was es heute an Positivem gegeben hat", versprach Klopp. Und das war im Vergleich zu den beiden ersten Saisonspielen gegen Bremen (2:1) und in Nürnberg (1:1) eine ganze Menge.

"Erstmals haben wir wieder alles auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben", resümierte Klopp. Der Meister wirkte gegen die Werks-Elf von Anfang an hochkonzentriert und hellwach.

BVB setzt Signal, Bayer hilflos

Mit seinem aggressiven Pressing setzte der BVB gleich zu Beginn ein Signal - und dem Gegner Grenzen. Bayer wirkte ideenlos und hilflos und war am Ende sogar mit dem Ergebnis noch gut bedient.

Die Erfolgsserien des Double-Gewinners, der zu Hause seit nunmehr einem Jahr (zuletzt am 10. September 2011 1:2 gegen Hertha BSC) und in der Liga insgesamt schon 31 Spiele unbesiegt ist, geriet nie in Gefahr.

Somit ist für die Borussia die fast 30 Jahre alte Bundesliga-Bestmarke des Hamburger SV, der einst 36 Begegnungen ohne Niederlagen geblieben war, in greifbarer Nähe.

"Der Fußball, den wir sehen wollen"

Für Klopp war es "der Fußball, den wir spielen wollen und müssen, wenn wir weiterhin erfolgreich sein wollen." Das Spiel sei für ihn die Messlatte für die kommenden englischen Wochen.

Klopp überraschte vor dem Spiel, als er Marco Reus zunächst auf der Bank ließ. Mario Götze spielte von Beginn an. "Wir befinden uns in einer guten Verfassung", so Götze.

Reus jedenfalls zeigte nach seinem 100. Bundesliga-Spiel Verständnis für die Maßnahme. "Wir haben so viele Spiele vor der Brust, da wird noch jeder gebraucht." Heile schwarz-gelbe Borussen-Welt also.

Kein Wunder, nach einer überzeugenden Vorstellung durch Tore von Mats Hummels (29.), Jakub Blaszczykowski (39.) und Robert Lewandowski (79.) gegen schwache Leverkusener.

Hummels schwärmt von Defensivarbeit

"Das war eine sehr gute Vorstellung von uns", meinte Hummels sichtlich erleichtert, "von der Defensivarbeit war es herausragend, auch wie es bei Mario mit seinem ersten Spiel von Anfang an seit langer Zeit lief."

Und er fügte hinzu: "Für uns läuft's ganz ordentlich. Wir können nicht in jedem Spiel die Sterne vom Himmel holen." Und Kapitän Sebastian Kehl meinte: "Wir waren deutlich präsenter als in den letzten Spielen. Insgesamt war es ein hochverdientes 3:0."

Bester Dortmunder war neben Ilkay Gündogan Borussias Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski. Es war überhaupt die Rückkehr der Polen-Connection beim, BVB.

"Wir sind viel gelaufen und waren die viel bessere Mannschaft hat verdient gewonnen", befand Blaszczykowski.

Ernüchterung bei Schürrle

Dem konnte und wollte Leverkusens Andre Schürrle nichts entgegensetzen: "Uns hat in den entscheidenden Situationen der Glaube gefehlt, etwas reißen zu können. Dortmund hat sehr dominant gespielt."

Und weiter: "Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht alles schlecht reden, dürfen uns nicht zu lange damit aufhalten."

Bayer-Coach Sascha lewandowski wetterte nur: "Man kann in Dortmund verlieren, aber die Art und Weise wurmt mich gewaltig", während Sportdirektor Rudi Völler mit Blick auf den Europa-League-Auftakt am Donnerstag gegen Metalist Charkow sichtlich verärgert resümmierte: "Nur immer elegant geht nicht, da muss man auch mal richtig hinlangen."

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