Luuk de Jong (r.) wird von Alvaro Dominguez für sein Tor beglückwünscht © getty

Gladbachs Rekordeinkauf erzielt sein erstes Tor, ärgert sich aber über vergebene Chancen. Nürnbergs Matchwinner bleibt bescheiden.

Mönchengladbach - Luuk im Unglück: Obwohl der teuerste Einkauf der Mönchengladbacher Vereinsgeschichte seine Torflaute endlich beendet hat, haderte Luuk de Jong mit dem Schicksal.

"Es ist einfach unglaublich, dass der letzte Ball nicht reingeht. Das ist einfach nur Pech", sagte der niederländische Stürmer über seine große Ausgleichschance in der 87. Minute bei der 2:3 (1:2)-Niederlage der Borussia gegen den 1. FC Nürnberg (Bericht).

Sehenswert lag de Jong quer in der Luft und hämmerte den Ball an den Pfosten 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag) .

"Wenn der reingeht, hätte ich sogar applaudiert", gestand FCN-Trainer Dieter Hecking.

Doch der Ball ging nicht rein, und die erste Gladbacher Heimniederlage in der Bundesliga seit dem 24. März war besiegelt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Erster Treffer für de Jong

Dabei hätte es das krönende Ende einer wechselhaften Begegnung für de Jong werden können. Nach schöner Vorarbeit des starken Patrick Herrmann hatte der 22-Jährige kurz vor der Pause seinen ersten Treffer im Gladbacher Trikot erzielt.

Balsam für seine geschundene Fußball-Seele - die Kritik an dem Königstransfer wurde nach den ersten schwachen Auftritten schon lauter.

Gegen Nürnberg zeigte de Jong zwar erneut Licht und Schatten, doch war er endlich besser in das Spiel seiner Mannschaft eingebunden.

Er habe mehr Bälle bekommen, dies sei auch so besprochen gewesen, so de Jong, der trotzdem mit traurigem Gesichtsausdruck das Spiel mit seinem ersten Tor analysierte.

Verpatzte Europa-League-Generalprobe

"Es ist gut, dass ich ein Tor geschossen habe. Aber es wäre wichtiger gewesen, wenn wir gewonnen hätten", meinte de Jong, der die verpatzte Europa-League-Generalprobe für die Begegnung am Donnerstag bei AEL Limassol auch ein Stück weit auf seine Kappe nahm.

Vor seinem Tor war de Jong aus kurzer Distanz an FCN-Schlussmann Raphael Schäfer gescheitert, der den Ball an den Pfosten lenkte. "Den muss ich machen", gab er ehrlich zu.

Erstmals drei Gegentore unter Favre

Offensiv konnte sich das Spiel des fünfmaligen deutschen Meisters durchaus sehen lasen, doch erstmals gab es unter Trainer Lucien Favre in der Bundesliga drei Gegentore in einer Partie.

"Zwei Tore aus Standards nach unnötigen Fouls sind ärgerlich. Da haben wir vergessen, zu verteidigen", schimpfte Favre, der sich aber immerhin über die Reaktion der Mannschaft" freute.

"Müssen nach vorne blicken"

Nach de Jong traf in Granit Xhaka beim zwischenzeitlichen Ausgleich auch ein zweiter Neuzugang zum ersten Mal (53.).

Mit vier Punkten aus drei Spielen und dem verpassten Einzug in die Gruppenphase der Champions League ist der Gladbacher Saisonstart äußerst mäßig verlaufen.

"Wir müssen weiter hart arbeiten und nach vorne blicken", gab Pechvogel de Jong die Richtung vor.

Bester Nürnberger Start seit sechs Jahren

Großer Jubel herrschte dagegen bei den Gästen nach dem besten Saisonstart seit sechs Jahren.

Aus der Kabine drangen laute Popmusik und Jubelschreie, das Team herzte immer wieder Matchwinner Hiroshi Kiyotake.

Matchwinner Kiyotake gibt sich bescheiden

Der Japaner hatte die ersten beiden Treffer von Timm Klose (17.) und Timmy Simons (25.) vorbereitet.

Als die Begegnung zu kippen drohte, traf er nach einer sehenswerten Einzelleistung selbst (55.). "Es ist eine Ehre für mich, in der Bundesliga zu spielen", sagte er nach seinem tollen Auftritt bescheiden.

Schäfer warnt vor Euphorie

Mit sieben Punkten haben sich die Franken trotz des schweren Auftaktprogramms erst einmal in der Spitzengruppe festgesetzt. Schlussmann Schäfer warnte aber vor zu großer Euphorie:

"Wir haben jetzt sieben Punkte, 33 fehlen noch. Es gibt Mannschaften, die hatten nach der Hinrunde 26 Punkte und sind noch abgestiegen."

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