Enttäuschte Gesichter beim VfB: Cacau (l.) und Tunay Torun © imago

Auch gegen Düsseldorf kommen die Schwaben nicht in Schwung. Labbadia ist verärgert. International soll der Knoten nun platzen.

Stuttgart - Die Bundesliga-Blockade des VfB Stuttgart ist offensichtlich - ein großer Europapokal-Abend soll sie lösen.

Die Enttäuschung über die dürftige Leistung beim 0:0 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (Spielbericht) war noch nicht verdaut, da hofften die Schwaben schon auf die heilsame Wirkung des Europa-League-Spiels gegen Steaua Bukarest am Donnerstag. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Da kann man sich Selbstvertrauen holen", versicherte Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic, Torhüter Sven Ulreich ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, danach wolle der VfB so richtig "durchstarten".

Der Europapokal als Aufbauprogramm.

Labbadia enttäuscht

Das Spiel gegen Düsseldorf gibt allerdings wenig Anlass zur Zuversicht. 0:0 gegen einen Aufsteiger.

Wieder kein Tor vor den eigenen Fans - mit nur einem Punkt aus drei Spielen steht der VfB mit mehr als einem Bein in der Krise. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Trainer Bruno Labbadia ärgerte sich, dass es kein "dreckiger Sieg" geworden war - einen negativen Trend seiner Mannschaft will er jedoch noch nicht erkennen.

Kein "dreckiger Sieg"

"Warum soll ich jetzt ein Zwischenfazit ziehen?", fragte Labbadia mit ruhiger Stimme, aber dennoch leicht angesäuert: "Es ist klar, dass wir uns mehr vorgenommen haben."

Bei annähernd 100 Prozent sei seine Mannschaft gegen Düsseldorf und im Auftaktspiel gegen den VfL Wolfsburg (0:1) gewesen.

"Aber uns hat das letzte Quäntchen gefehlt. Dass wir uns mehr erhofft haben, ist keine Frage", so der Coach.

Nötige Durchschlagskraft fehlt

Am Ende fehlte vor allem die nötige Durchschlagskraft. Ex-Nationalspieler Cacau konnte den rotgesperrten Torjäger Vedad Ibisevic nicht ersetzen, das 1:6-Debakel am zweiten Spieltag bei Bayern München schien nachzuwirken.

"Wir wollten vor den eigenen Fans Wiedergutmachung betreiben", sagte Ulreich: "Das hat nicht so gut funktioniert, trotzdem haben wir über weite Strecken gut gespielt. Man muss jetzt nicht alles schwarz malen."

Selbstverständlich, sagte der Torwart aber, müsse das Team in der Lage sein, "auch solche Bollwerke zu überwinden".

Hajnal stärker als zuletzt

Der dafür Hauptverantwortliche, Regisseur Tamas Hajnal, präsentierte sich vor 55.039 stärker als zuletzt, hatte selbst die Führung zweimal auf dem Fuß (5./30.).

Auch deswegen, befand Labbadia wohl, hätte seine Mannschaft "es verdient gehabt zu gewinnen".

Trotzdem musste auch der VfB-Trainer zugeben, dass die Gäste die größte Chance zur Führung gehabt hatten.

Voronin ohne Fortune

Doch Bundesliga-Routinier Andrej Voronin verpasste es, den Spielverlauf komplett auf den Kopf zu stellen (60.).

"Man kann ihm da keinen Vorwurf machen", sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier, der mit dem erneuten Punktgewinn überaus zufrieden war.

"Wir waren sehr organisiert, strukturiert und laufstark", sagte er: "Insgesamt bin ich nicht unzufrieden, weil man gesehen hat, dass sich unsere Mannschaft immer mehr freigeschwommen hat."

Düsseldorf allein ohne Gegentor

Der Aufsteiger bleibt der einzige Klub der Bundesliga, der noch keinen Gegentreffer hinnehmen musste.

"Das hätte nach der Vorbereitung keiner gedacht", sagte Torjäger Daniel Schahin lächelnd.

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