Alex Meier (l.) spielt bei 2004 bei Eintracht Frankfurt, schoss in 216 Spielen 58 Tore © getty

Vor dem Heimspiel gegen den HSV spricht Frankfurts Alexander Meier bei SPORT1 über den Traumstart der Hessen.

Von Jakob Gajdzik

München - Publikumsliebling ist immer so eine Sache. Für manche Spieler ist es irgendwann ein Fluch, für andere ein Segen.

Für Alexander Meier war es auch nicht immer leicht mit diesem Titel umzugehen, doch spätestens seit der letzten Saison hat er diesen inne.

Denn da wurde Meier mit 17 Toren Torschützenkönig - zusammen mit dam damaligen Fürther Olivier Occean, der jetzt sein Mannschafstkollege bei der Eintracht ist.

Frankfurt ist inzwischen eine Herzensangelegenheit für Meier. Mit Oka Nikolov (seit 1991) und Benjamin Köhler (seit 2004) ist er immerhin dienstältester Eintrachtler.

Am Nachmittag kommt der Hamburger SV nach Frankfurt (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER). Für Meier ein gern gesehener Gast, stand er doch von 2001 bis 2004 beim HSV unter Vertrag, wurde von 2001 bis 2003 an St. Pauli ausgeliehen.

In der Jugend spielte der Mittelfeldspieler für den HSV, zudem schoss er in zwölf Spielen gegen die Rothosen fünf Tore.

Vor dem Spiel spricht der 29-Jährige bei SPORT1 über den Traumstart der Hessen, den HSV, Rafael van der Vaart - und hält aber den Ball flach in Sachen Euphorie.

SPORT1: Hallo Herr Meier, sie sind in der Nähe von Hamburg geboren und haben in ihrer Anfangszeit als Profi dort gespielt. Ist es für Sie etwas besonderes, wenn der Hamburger SV kommt?

Alexander Meier: Ich habe zwar meine ganze Jugend dort gespielt und meine Eltern wohnen auch noch dort, aber ein besonderes Spiel ist es nicht mehr. Mittlerweile kenne ich niemanden mehr dort aus der Mannschaft, also ist es was anderes als früher, als man noch gegen seine alten Jungs gespielt hat.

SPORT1: Bei Hamburg dreht sich nach dem Fehlstart mit null Punkten alles um den Rückkehrer Rafael van der Vaart. Ist er die Schlüsselfigur, auf die sie besonders aufpassen müssen?

Meier: Van der Vaart ist ein Weltklassespieler, auf den man aufpassen muss, keine Frage. Allerdings: Er kann das Spiel auch nicht alleine machen. Der HSV hat viele gute Spieler, ein Petr Jiracek ist auch ein klasse Neuzugang. Wir müssen auf jeden aufpassen, nicht nur auf van der Vaart.

SPORT1: Die Eintracht ist mit zwei Siegen in die Saison gestartet, hat bereits sechs Punkte mehr als Hamburg. Ist Frankfurt gegen Hamburg Favorit?

Meier: Nach zwei Spieltagen hat die Tabelle keine Aussagekraft, es gibt noch keine Favoriten. Wir wollen erneut ein gutes Spiel machen und versuchen zu gewinnen.

SPORT1: Was sind die Gründe für den starken Saisonstart der Eintracht?

Meier: Wir haben in den zwei Partien offensiv agiert und versucht, unser Spiel durchzubringen. Natürlich hatten wir in der einen oder anderen Situation auch etwas Glück, aber insgesamt ist uns das bisher gut gelungen. Unsere beiden Siege sind nicht unverdient.

SPORT1: Speziell im ersten Spiel gegen Leverkusen hat das Team eine große Motivation gezeigt und das Spiel mit ungeheurem Willen gedreht. Gibt es nach dem einjährigen Ausflug in die Zweite Liga einen neuen Hunger in der Mannschaft?

Meier: Natürlich haben wir alle Lust auf die Bundesliga, dafür spielen wir alle Fußball. Wir haben einen super Charakter im Team und geben nie auf. Das haben wir gegen Leverkusen unter Beweis gestellt.

SPORT1: Im Mittelfeld sind mit Takashi Inui und Stefan Aigner spielstarke Spieler dazugekommen, im Sturm ist Olivier Occean eine zusätzliche Anspielstation. Kommt das auch ihrem Spiel entgegen?

Meier: Diese Spieler tun unserer gesamten Mannschaft gut, nicht nur mir. Auch ein Bastian Oczipka hat sich bisher als ganz wichtiger Spieler entpuppt, der einen wichtigen Beitrag zu unserem Spiel leistet.

SPORT1: Armin Veh hat nach dem Sieg in Hoffenheim mit einem Augenzwinkern gesagt, er wäre jetzt enttäuscht, wenn die Eintracht nicht Deutscher Meister werden würde...

Meier: Wie gesagt, die Tabelle hat nach zwei Spielen keine Aussagekraft. Unser Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt.

SPORT1: Sie sind seit 2004 bei Eintracht Frankfurt, haben einiges miterlebt. Haben Sie ein persönliches Highlight?

Meier: Die Highlights waren sicherlich die beiden Aufstiege 2005 und 2012 sowie das DFB-Pokalfinale 2006 und die anschließende Teilnahme am UEFA-Cup.

SPORT1: Ihr Kapitän Pirmin Schwegler hat neben Oka Nikolov auch sie als einen der Führungsspieler genannt. Wie nehmen Sie diese Rolle an?

Meier: Der Begriff Führungsspieler ist immer sehr irreführend. Natürlich habe ich bereits mehr Erfahrung als einige junge Spieler und probiere damit den Jungs zu helfen. Verantwortung muss aber jeder übernehmen, nicht nur drei oder vier Spieler.

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