Szabolcs Huszti (M.) spielte bereits zwischen 2006 und 2009 bei Hannover 96 © getty

In der Nachspielzeit schockt Hannovers Ungar mit einem Fallrückzieher die Bremer und setzt 96 die Krone auf. Dann fliegt er.

Hannover - Hannover 96 bleibt in der Bundesliga die Nummer eins im Norden.

Dank eines Last-Minute-Geniestreichs des überragenden Szabolcs Huszti (90.+3) besiegte 96 am 3. Spieltag Werder Bremen in einem turbulenten Derby 3:2 (2:1). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Ungar Huszti, der bereits das 1:0 (6.) erzielt und das 2:0 (10.) von Leon Andreasen vorbereitet hatte, sah nach dem Siegtreffer noch die Gelb-Rote Karte.

Er hatte seinen spektakulären Fallrückzieher zu intensiv bejubelt. Für Bremen hatten Aaron Hunt (26., Elfmeter) und Kevin de Bruyne (76.) getroffen.

"Das haben sie nicht verdient", ärgerte sich Bremens Angreifer Marco Arnautovic nach dem Spiel: "Das uns ein regulärer Treffer aberkannt wird, ist schade."

Bremen-Tor wird aberkannt

Dem Griechen Sokratis gelang in der 82. Minute ein Tor, doch wegen einer Abseitsstellung wurde der Treffer aberkannt.

Zwei Minuten später köpfte Sokratis vor das 96-Tor, Lukimya schob ein - dieses Mal verweigerte Schiedsrichter Deniz Aytekin das Tor wegen eines angeblichen Foulspiels. Die zweifelhafte Entscheidung sorgte für viel Verärgerung bei den Bremern.

"Sokratis hatte seinen Arm drauf. Das reicht natürlich aus, wenn ein Spieler zum Kopfball geht und daran gehindert wird", sagte Aytekin nach dem Spiel zu seiner Entscheidung.

"Das war eine irre Partie und ein ziemliches Spektakel", sagte 96-Trainer Mirko Slomka: "Ich muss zugeben, dass wir ein glücklicher Sieger sind. Nach dem Anschlusstor haben wir ein wenig den Faden verloren, am Ende aber wieder Gas gegeben."

"Es war ein klasse Spiel, in dem alles drin und alles da war", sagte auch Werder-Coach Thomas Schaaf: "Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen, möglicherweise ist dafür die Bundesliga-Spielpause verantwortlich. In der Tabelle hängen wir ein bisschen hinterher, aber ich bin sicher, dass in den nächsten Spielen die richtigen Ergebnisse kommen werden."

Hannover legt stark los

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Maschsee kamen die Hanseaten erst nach dem Anschlusstor besser in die Partie.

Bis dahin hatten die "Roten" wenig Mühe gehabt, die zaghaften Bremer Attacken schon deutlich vor dem eigenen Strafraum abzufangen. In der 35. Minute verhinderte 96-Torhüter Ron-Robert Zieler mit einem Reflex einen zweiten Treffer von Hunt. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

96 lässt Bremen kommen

Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich die Mannschaft von Slomka weitgehend darauf, den Vorsprung zu halten und konzentrierte sich auf eine stabile Defensivarbeit.

Für die Bremer gab es zunächst kein Durchkommen. Ein Schrägschuss von Marko Arnautovic (51.) strich am linken Torpfosten vorbei.

Huszti mit dem irren Siegtreffer

In der Schlussphase versuchte Thomas Schaaf noch einen neuen Impuls zu setzen.

Für den unauffälligen Nils Petersen wechselte er als neue Sturmspitze in der 70. Minute Joseph Akpala ein. Der Nigerianer kam damit zu seinem Bundesliga-Debüt.

Vier Minuten später fiel der Ausgleich, im Anschluss drängte Werder sogar auf den Sieg.

Doch der entscheidende Schlag gelang 96.

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