Thomas Kahlenberg (r.) kehrte von Evian Gaillard nach Wolfsburg zurück © getty

Der Wolfsburger Coach lobt nach dem mageren Remis in Augsburg ein schon aussortiertes dänisches Duo. Im Sturm klemmt es gewaltig.

Augsburg - Nachtragend ist Felix Magath nicht unbedingt.

Das sei "kein Charakterzug" von ihm, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg, nachdem er im Bundesligaspiel beim FC Augsburg mal wieder für eine Überraschung gesorgt hatte. (Spielbericht)

Simon Kjaer und Thomas Kahlenberg standen bei der langweiligen Nullnummer von Beginn an im defensiven Mittelfeld auf dem Platz, obwohl die beiden Dänen bei den "Wölfen" keine Zukunft mehr zu haben schienen.

Kjaer hatte sogar erklärt, unter Magath nie wieder spielen zu wollen.

Keine Abnehmer für Dänen-Duo

Doch nachdem sich im Sommerschlussverkauf keine passenden Abnehmer für die zuletzt ausgeliehene "Ausschuss-Ware" gefunden hatten, waren Kjaer und Kahlenberg nun eben wieder dabei.

"Die Doppelsechs mit Kahlenberg und Kjaer hat mir sehr gut gefallen", sagte Magath bei LIGA total!. Jeder dürfe Fehler machen, er müsse sie nur einsehen. 612163 (DIASHOW: Der 3. Spieltag)

Auch für die Zukunft plant der Trainer nun wieder mit den beiden Dänen. So schnell geht das in Wolfsburg.

Diego wieder da

Dass der ebenfalls einst in Ungnade gefallene Diego gegen den FCA erneut das grüne Trikot trug, ist deshalb schon längst wieder Normalität. Der verletzte Angreifer Patrick Helmes gehört auch in diese Kategorie.

Helmes stand in Wolfsburg schon mehrfach vor dem Absprung, er war von Magath sogar schon zur zweiten Mannschaft abgeschoben worden, ehe er in der vergangenen Saison plötzlich wieder ins Rampenlicht rückte.

Zuletzt wurde er sogar als Kapitän gehandelt.

Maßnahmen mit wenig Erfolg

Die Maßnahmen von Magath, Profis nach Belieben auszutauschen, bringen aber wie schon in der vergangenen Saison wenig Erfolg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch bei der mageren Nullnummer gegen den Abstiegskandidaten Augsburg konnten die erneut runderneuerten Wolfsburger ihren hoch gesteckten Ambitionen nicht gerecht werden.

Nach der jüngsten 0:4-Klatsche gegen Hannover freute man sich beim VfL aber schon darüber, nicht erneut verloren zu haben. "Ich bin zufrieden damit, dass wir gut standen und kein Gegentor zugelassen haben", meinte Magath bei LIGAtotal!. "In der Offensive müssen wir noch in den nächsten Wochen arbeiten."

Denn die war trotz eines engagierten Diego an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Für Magath ist das aber "normal. Zu Beginn einer Saison kann man noch nicht eingespielt sein. Da haben wir etwas, woran wir arbeiten können."

Weinzierl sieht "kleinen Schritt"

Viel zu arbeiten gibt es auch für den FCA und seinen Trainer Markus Weinzierl. Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart war der erste Punktgewinn aber immerhin ein "erster kleiner Schritt", wie Weinzierl sagte. Abwehrspieler Sebastian Langkamp ergänzte ernüchtert: "Das war sehr viel Krampf."

Weinzierl haderte nach gutem Beginn mit zwei Chancen vor allem mit dem ideenlosen Spiel seiner Mannschaft.

"Wir haben zu viele lange Bälle gespielt", monierte der 37-Jährige, setzt aber wie Magath vor dem Auswärtsspiel in Mainz auf das Prinzip Hoffnung: "Darauf können wir aufbauen. Jetzt fehlen nur noch die Tore."

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