Lars Stindl (l.) fällt wochenlang aus
Mittelfeldspieler Lars Stindl (l.) spielt seit 2010 für Hannover 96 © getty

Vor dem Derby streiten Hannover und Werder um die Vorherrschaft. Für Allofs ist die Sache klar. Slomka baut auf Andreasen.

Hannover/Bremen - Es kann nur einen geben: Im Derby zwischen Hannover 96 und Werder Bremen geht es am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) um die Vorherrschaft im Fußball-Norden.

Das "kleine" Hannover hat die Kräfteverhältnisse gehörig ins Wanken gebracht.

Während es bei den finanzstärkeren Rivalen aus Hamburg und Bremen zuletzt kriselte, glänzten die Niedersachsen nicht nur auf europäischer Bühne (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Werder-Manager Klaus Allofs will von einer Wachablösung allerdings nichts wissen.

"Wir fühlen uns als Nummer eins", sagte Allofs vor der Partie am Samstag: "In der ewigen Tabelle und bei den Champions-League-Teilnahmen sind wir vorne - es ist eine gefühlte Sache."

96 überholt Konkurrenz

Tatsächlich liegt Bremen in der Addition aller Bundesliga-Punkte auf dem zweiten Platz hinter Rekordmeister Bayern München.

Der HSV ist Dritter, Hannover liegt nur auf Rang 15. Nimmt man die aktuellen Auftritte als Maßstab, sieht es allerdings ganz anders aus. Im Windschatten der beiden norddeutschen Schwergewichte ist Hannover klammheimlich an den Rivalen vorbeigezogen.

Während sich der HSV und Werder Bremen zuletzt in den Niederungen der Bundesliga duellierten, feierte Hannover zweimal in Folge den Einzug in den Europapokal - das gab es in der Klub-Historie noch nie.

Andreasen sorgt für Aufsehen

Vor allem das 4:0 vor zwei Wochen beim VfL Wolfsburg und die imposante Heimserie von 19 Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage sorgen bei den Roten für eine breite Brust.

"Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Meine Mannschaft zeichnet sich in diesem Jahr vor allem durch mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld aus", sagte 96-Trainer Mirko Slomka.

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Bemerkenswert sind dabei die Auftritte des früheren Bremers Leon Andreasen. 881 Tage lang war der defensive Mittelfeldspieler an der Leiste verletzt, mehr als zwei Jahre machte er kein Spiel.

Großes Lob von Slomka

Jetzt, nur wenige Wochen nach seinem Comeback, ist der 29-Jährige aus der Startelf nicht mehr wegzudenken.

"Das ist eine herausragende Leistung von ihm und eine wunderbare Wendung. Leon ist einer, der aus dem Mittelfeld für unheimlich viel Torgefahr sorgen kann, der uns noch schwerer ausrechenbar macht", sagte Slomka.

Andreasen: "Es war super"

Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf hat großen Respekt vor den Auftritten seines ehemaligen Spielers: "Es ist bemerkenswert, eine großartige Leistung."

Am vergangenen Wochenende gab Andreasen nach vier Jahren Abstinenz nun auch sein Comeback in der dänischen Nationalmannschaft und kehrte mit weiterem Auftrieb zurück.

"Es war super, wieder dabei zu sein. Ich habe die Woche genossen", sagte Andreasen der "HAZ".

Arnautovic zeigt sich trotzig

Ganz andere Gefühlen hatte Bremens Angreifer Marko Arnautovic nach dem 1:2 der österreichischen Auswahl gegen Deutschland im Gepäck.

Kurz vor Schluß vergab der Exzentriker die Riesenchance zum Ausgleich, kroch nach dem Spiel verbal zu Kreuze:

"Ich will Entschuldigung sagen an das ganze Land. Es war allein mein Fehler", sagte Arnautovic, fügte aber trotzig hinzu: "Bekomme ich gegen Hannover noch so eine Großchance, mache ich ihn rein. Hundertprozentig!"

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