Javi Martinez (l.) absolvierte bislang 14 Bundesliga-Minuten für die Bayern © imago

Heynckes stellt Martinez gegen Mainz das Debüt von Beginn an in Aussicht - und verpasst sich zu Hoeneß und Sammer einen Maulkorb.

Vom FC Bayern berichtet Martin Hoffmann

München - Zu gerne hätten die Medienvertreter das gesehen und aufgezeichnet: Jupp Heynckes, wie er die voranschreitenden Dialektkenntnisse von Javi Martinez imitiert.

Der Bayern-Trainer ließ sich aber nicht zu der erhofften Einlage hinreißen, er beließ es bei der Sachinformation: "Martinez spricht schon bayrisch."

Mit der sportlich relevanten Information rückte Heynckes allerdings nicht geradeheraus:

Ob er den Sprachkünstler in spe am Samstag gegen den FSV Mainz 05 (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) erstmals in der Startelf aufbieten wird.

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"Er hat die Fitness, von Anfang an zu spielen"

Heynckes erinnerte zunächst einmal daran, dass Martinez erst zwei Wochen da ist - und bei seinem alten Verein Bilbao zuletzt vier Wochen lang nur noch Individualtraining absolviert hatte.

"Er zeigt immer mehr, dass er ein großer Spieler ist", das ja. Und: "Er hat die Klasse und die Fitness, von Anfang an zu spielen."

Ihn auch spielen zu lassen, drängt sich beim letzten Pflichtspiel vor dem Champions-League-Start gegen Valencia am kommenden Mittwoch eigentlich auch auf.

Aber eine Garantie wollte Heynckes Martinez nicht aussprechen: Er wolle zuerst die letzten Trainingseindrücke der Konkurrenten abwarten, die in den vergangenen zwei Wochen auf Länderspielreise waren.

Bangen um Kroos

Nicht alle von ihnen sind heil zurückgekommen: Toni Kroos suchte am Donnerstag wegen Leistenproblemen den Arzt auf, sein Einsatz am Samstag ist unsicher, auch wenn Heynckes erklärte: "Es ist wohl nicht so schwerwiegend."

Arjen Robben, den eine Muskelverhärtung plagt, absolvierte zuletzt nur Lauftraining, das aber beschwerdefrei: "Ich denke, er wird so fit sein, dass er spielen kann", so Heynckes.

Selbst wenn nicht: Heynckes hat ja Thomas Müller, der beim 6:1 gegen Stuttgart auf Robbens Position voll überzeugte.

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Bayerns Coach schwärmt von der Leistungs-Explosion, die er nach der verkorksten Vorsaison bei Müller beobachtet hat: "Er sucht wieder mehr den Ball vor dem Tor, ist gieriger, hungriger."

Mainz: "Organisiert, bissig, aggressiv"

Heynckes kann das nur recht sein, erwartet er in den Mainzern schließlich einen "sehr gut organisierten, bissigen und aggressiven" Gegner.

Mit einem Trainer, Thomas Tuchel, der die Bayern in sechs Aufeinandertreffen dreimal besiegen konnte - und dem Rekordmeister von Franz Beckenbauer nicht nur deshalb als möglicher Nachfolgekandidat für Heynckes empfohlen wurde. (EXKLUSIV: Thomas Tuchel im Interview)

"Da muss er sich aber noch etwas gedulden", betonte der Bayern-Coach.

Keine Kommentare mehr zu Hoeneß und Sammer

Konkreteres sagte Heynckes dazu nicht, er will ja nicht noch einmal so viel Aufregung auslösen, wie er es mit seinen Abschiedsandeutungen vor drei Wochen getan hat.

Der Coach hat sich eine neue Vorsicht bei heiklen Themen auferlegt: Kein Wort mehr will er künftig zu Aussagen aus der Vereinsführung sagen - ob sie von Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge oder Matthias Sammer kommen.

"Das können Sie so interpretieren wie Sie wollen", teilte Heynckes der Medienrunde mit.

Experte? Nie!

Folglich sagte er auch nichts zum Rundumschlag, den Rummenigge in dieser Woche in Richtung der früheren Bayern und jetzigen Experten abfeuerte.

Nur so viel: "Ich höre und lese solche Kommentare nicht. Ich habe das lange ad acta gelegt."

Und er wird das Thema auch dauerhaft dort belassen: "Ich werde nach meiner Karriere kein Experte. Ausgeschlossen."

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