Mario Götze (r.) verpasste den Großteil der Rückrunde wegen einer Schambeinverletzung © imago

BVB-Coach Klopp kann das Duell mit Leverkusen mit Bestbesetzung angehen. Schmelzer nimmt er in Schutz, Watzke kontert Hoeneß.

Von Martin Hoffmann

München - Über die Dortmunder ist viel geredet worden in den vergangenen Tagen.

Mats Hummels und vor allem Marcel Schmelzer mussten sich von den Experten viel Kritik für ihre Leistung im Länderspiel gegen Österreich gefallen lassen.

Und die Macher des Klubs, dass die Besucher von chinesischen Flaniermeilen den "Global Player" FC Bayern weit besser kennen als die "regionale Sache" BVB.

Eine Stichelei die Vereinschef Hans-Joachim Watzke seinem Bayern-Kollegen Uli Hoeneß übelnimmt.

Watzke enttäuscht von Hoeneß

"Ich spreche stets mit allerhöchstem Respekt von den Leistungen der Bayern in den letzten Jahrzehnten", sagte Watzke der "Bild":

"Ich würde mir wünschen, dass für die Arbeit der letzten Jahre in Dortmund auch etwas davon zurückkommt. Aber das kann man derzeit offensichtlich nicht erwarten."

Hoeneß ruderte allerdings selbst zurück. "Ich habe gesagt, dass ich nicht glaube, dass es eine Wachablösung gibt und das Dortmund noch einige Jahre so spielen muss, wie sie das jetzt erfreulicherweise getan haben, um den FC Bayern in der Gesamtpopularität auf der ganzen Welt einzuholen", erklärte Hoeneß "Sky":

"Ich habe die guten Leistungen von Borussia Dortmund absolut nicht herabwürdigen wollen."

Klopp fordert Sieg gegen Bayer

Das öffentliche Geklapper dient den Dortmunder Spielern womöglich trotzdem als Extra-Motivation, wenn am Samstag gegen Bayer Leverkusen (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) der Meisterschaftskampf weitergeht.

"Jetzt geht die Saison richtig los", freut sich Coach Jürgen Klopp - noch mehr darüber, dass er den Neustart nach der Länderspielpause mit voller Schlagkraft angehen kann.

Defensiv-Stabilisator Sven "Manni" Bender kann nach überstandener Leisten-OP wieder in den Kader rücken, während Mario Götze bei der Nationalmannschaft weiter Selbstvertrauen gesammelt hat und in die Startelf drängt.

[kaltura id="0_sgpokqib" class="full_size" title="Reus zur ck im Rampenlicht"]

Klopp bremst in Sachen Götze zwar, betont, dass das Top-Talent recht "platt" von der Länderspielreise zurückgekommen wäre.

Und betonte auch, dass Kevin Großkreutz, der sich mit Götze, Marco Reus, Ivan Perisic und Jakub Blaszczykowski um die Plätze im offensiven Mittelfeld balgt, "sensationell trainiert" habe.

Reus wieder fit

Dennoch könnte er am Samstag das potenzielle Traumpaar Götze und Reus erstmals gemeinsam in der Startelf aufbieten.

Zumal auch Reus die kleine Blessur aus dem Österreich-Spiel nicht mehr behindern sollte: "Die Schwellung im Fuß ist deutlich zurückgegangen. Das ist bis Samstag kein Problem", berichtet Klopp.

Ein etwas größeres ist womöglich der mentale Zustand von Marcel Schmelzer nach dem unglücklichen Länderspiel-Auftritt in Wien.

Klopp verteidigt Schmelzer

Klopp verteidigt seinen Linksverteidiger gegen die Kritik, die hinterher auf ihn eingeprasselt ist.

"Wir werden alles dafür tun, dass man sich als Außenverteidiger nicht allein gelassen fühlen muss", betont der Coach.

Klopp betont, dass von einem individuellen Versagen Schmelzers gegen Österreich keine Rede sein könne:

"Wenn die Bälle zwei, drei, vier, fünf zuvor nicht thematisiert werden, ist der, der den letzten Fehler macht, der Depp. So haben wir hier in Dortmund Fußball nie verstanden. Deshalb ist Marcel bei uns gut aufgehoben."

Hyypiä fordert Aggressivität

Gegen Leverkusen kann sich Schmelzer vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder im gewohnten Umfeld beweisen. Für den BVB geht es auch darum, Selbsvertrauen vor dem Auftakstpiel der Champions League gegen Ajax Amsterdam am Dienstag zu sammeln.

Klopp hat allerdings großen Respekt vor der Werkself. "Der Fußball ist in Leverkusen nicht neu erfunden worden. Das Hauptproblem bei Leverkusen ist, dass die Spieler so gut sind", sagte der Trainer. "Leverkusen zählt zum Favoritenkreis der Liga."

Bayer-Teamchef Sami Hyypiä fordert höchste Konzentration von seinen Profis. "Wir wissen, dass der BVB sehr aggressiv ist. Also müssen wir auch bereit sein, sehr aggressiv zu sein", forderte der Finne.

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