Thomas Müller (l.) erzielte bislang 35 Bundesligatore für den FC Bayern © getty

Thomas Müller hat derzeit einen Lauf. Er begrüßt die neue Konkurrenz. Gegen Mainz soll eine Scharte ausgewetzt werden.

Von Christian Stüwe und Matthias Becker

München - Thomas Müller hat bereits zwei Champions-League-Finals gespielt und wurde 2010 bei der Weltmeisterschaft Torschützenkönig.

108 Bundesliga- und 35 Länderspiele stehen für Müller zu Buche.

Kaum zu glauben, dass der offensive Mittelfeldspieler des FC Bayern am Donnerstag erst seinen 23. Geburtstag feierte.

An seinem Ehrentag präsentierte sich Müller gutgelaunt einer Presserunde an der Säbener Straße, wobei die gute Stimmung wohl nicht nur durch den Geburtstag bedingt sein dürfte.

Nachdem sich der Nationalspieler gerade in der Schlussphase der vergangenen Saison mehrfach auf der Bank wiederfand, läuft es aktuell rund für ihn.

"Ich fühle mich körperlich sehr gut und habe nach der EM eine ordentliche Vorbereitung absolviert", erklärte Müller.

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"Ich habe einen kleinen Lauf"

"Deshalb lief es von Anfang an optimal und ich habe auch in Freundschaftsspielen und im Supercup wieder Tore gemacht", führte er weiter aus: "Ich habe einen kleinen Lauf und da geht alles ein bisschen leichter."

Leichtigkeit ist eines der prägenden Merkmale von Müllers Spiel. Doch genau diese schien ihm in der vergangenen Saison phasenweise abhanden gekommen zu sein.

Er erzielte nur sieben Treffer und somit knapp halb so viele wie in den beiden Spielzeiten zuvor.

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Lange Durststrecke

Genau 1162 Spielminuten war Müller zwischen September und Februar ohne Treffer geblieben, was Kritiker auf den Plan rief.

"Im Moment bin ich ganz gut drauf, hab ordentliche Spiele gemacht und auch wieder eine bessere Trefferquote - die ja auch öffentlich gefordert wurde", sagte Müller mit ein wenig Genugtuung.

Müller momentan gesetzt

In der Startelf von Trainer Jupp Heynckes ist er derzeit wieder gesetzt.

Ob er dabei auf dem rechten Flügel oder zentral ran darf, ist Müller ziemlich egal: "Ich biete mich für beide Positionen an und habe den Anspruch zu spielen und der Mannschaft zu helfen, denn ich bin Fußballer mit Mark und Bein."

Doch die Konkurrenz ist groß. Mit Franck Ribery, Arjen Robben, Toni Kroos, Xherdan Shaqiri und Müller kämpfen fünf Hochkaräter um die drei Plätze im offensiven Mittelfeld.

Vor allem Shaqiri macht ordentlich Druck auf die etablierten Kräfte. Müller freut sich über den frischen Wind und nimmt den Kampf an.

"Einen Tick mehr motiviert" durch die Konkurrenz

"Ich komme grundsätzlich über Laufbereitschaft und Engagement, das gehört zu meinem Spiel dazu": erklärte er: "Für mich hat sich also nichts verändert. Aber ich glaube, dass Konkurrenz nicht grundsätzlich schlecht ist. Vielleicht ist man unbewusst einen Tick mehr motiviert oder gibt noch mehr."

Schon im Training gibt es kaum noch Verschnaufpausen, Heynckes hat die Qual der Wahl, was den Trainer natürlich freut.

"Ich kann diese Saison variieren - und das werde ich auch tun", kündigte Heynckes an: "Wir brauchen Konkurrenzkampf, das pusht jeden einzelnen Spieler."

Nach der enttäuschenden letzten Saison, die mit drei Vize-Titeln endete, ist für die Bayern dieses Jahr die Meisterschaft praktisch Pflicht.

Schlechte Bilanz gegen Mainz

Am Samstag sollen gegen Mainz (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) die nächsten Punkte für das große Ziel eingefahren werden. Dabei haben die Münchner nicht die besten Erinnerungen an die Rheinhessen.

Vor den eigenen Fans kamen die Bayern in der Rückrunde nicht über ein 0:0 hinaus, in der Hinrunde setzte es in Mainz eine 2:3-Niederlage, was Uli Hoeneß auf den Plan rief.

"Ich hoffe wir zeigen keinen Altherrenfußball, sondern erfrischenden und erfolgreichen Fußball", erinnerte sich Müller an die Kritik des Präsidenten und versprach gleichzeitig Besserung.

Für Altherrenfußball ist Müller mit 23 Jahren schließlich auch noch entschieden zu jung.

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