Felix Magath wurde 2009 mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister © getty

Verschärfte Maßnahmen im Strafverfahren gegen Volkswagen werden für den VfL Wolfsburg vor dem Spiel in Augsburg zur Belastung.

Wolfsburg - Von Bestechung ist die Rede.

Von Koppelverträgen und illegalen Absprachen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wurden Sponsoren des VfL Wolfsburg vom Mutterkonzern VW unter Druck gesetzt? Die Vorwürfe überschatten die Vorbereitung der "Wölfe" auf das Spiel am Freitag beim FC Augsburg (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) .

In dem brisanten Strafverfahren soll laut "Süddeutscher Zeitung" nun auch VfL-Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz als Zeuge vernommen werden.

"Die Kammer hat im Zwischenverfahren mehrere Zeugenvernehmungen angeordnet", sagte Landgerichts-Sprecher Florian Bollacher.

Kein Kommentar von VfL und Konzern

Im vergangenen Jahr hatte das Gericht das Wirtschaftsstrafverfahren gegen fünf Personen eröffnet.

Bei zweien handelt es sich um VW-Mitarbeiter, die drei weiteren Personen sind ehemalige Mitarbeiter beziehungsweise Berater eines Telekommunikations-Unternehmens.

Der Verein VfL Wolfsburg wollte sich zu den Ermittlungen am Donnerstag nicht äußern. Auch der VW-Konzern hielt sich bedeckt.

"Mit Blick aufs laufende Verfahren kommentieren wir das nicht", sagte VW-Sprecher Eric Felber.

Harte Vorwürfe

Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, soll Sanz Auskunft darüber geben, wie und in welchem Umfang der Autokonzern VW seinen Werksklub sponsert.

VfL-Aufsichtsrat Sanz ist bei Europas größtem Autobauer auch Einkaufsvorstand. Es bestehe der Verdacht, dass der Autokonzern seine Geschäftspartner gezwungen habe, Sponsor beim Bundesligisten zu werden.

Falls VW-Verträge und ein VfL-Sponsoring tatsächlich unzulässig miteinander verknüpft wurden, besteht der Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit.

Es sind harte Vorwürfe gegen VW und dessen Tochtergesellschaft aus der Bundesliga.

Anschuldigungen schon länger im Raum

Sollten Felix Magaths ausschweifende Einkaufstouren in den vergangenen Jahren nur deshalb möglich gewesen sein, weil VW-Zulieferfirmen unter Druck gesetzt worden waren, Sponsoren des Vereins zu werden?

Anschuldigungen, die schon seit Monaten im Raum stehen - und die sich nun verschärfen.

Auch an der Mannschaft dürften die Maßnahmen der Ermittler nicht spurlos vorübergehen. Dabei wollte Magath sein Team nach dem 0:4-Debakel gegen Hannover in aller Ruhe auf den Beginn der bayerischen Wochen vorbereiten.

Belastung für die Spieler?

Erst spielt der VfL in Ausgburg, eine Woche später kommt die SpVgg Greuther Fürth, ehe es zu Magaths Ex-Klub Bayern München geht.

Noch am Donnerstag sagte der 59-Jährige mit Blick auf das Spiel gegen Augsburg: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Mannschaft am Freitagabend nach dem Spiel gegen Hannover keine Reaktion zeigen wird."

Nun aber müssen auch seine Spieler mit den ungewollten Nebengeräuschen klarkommen. Sollte ihr Aufsichtsratschef tatsächlich aussagen müssen, droht eine wochenlange Belastungsprobe für Spieler und Klub.

Weitere Zeugen werden vernommen

Das Image des Vereins bekäme einen gehörigen Schaden. Mehr als fraglich dürfte dann auch sein, ob Magath auf dem Transfermarkt weiterhin so unermüdlich schalten und walten darf.

Aus juristischer Sicht überraschte es ein wenig, dass in dem augenblicklichen Zwischenverfahren weitere Zeugen vernommen werden.

Doch offenbar sieht es das Landgericht als notwendig an. Neben Sanz soll auch der Vorstand des Telekommunikations-Unternehmens befragt werden.

Mittlerweile soll aber dessen Unternehmen das Abkommen mit dem Bundesligisten beendet haben. Nach den Vernehmungen wird beschlossen, ob ein Prozess gegen die Personen eröffnet wird.

FCA mit Respekt

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl zeigte Respekt vor dem Gegner.

"Wolfsburg hat einen guten Kader. Ich gehe davon aus, dass sich die Mannschaft nach der Heimniederlage gegen Hannover in Augsburg schadlos halten will."

Der Ausfall von Stammkeeper Simon Jentzsch (Finger-Operation) sei zu verkraften. Weinzierl: "Mo Amsif hat mein vollstes Vertrauen. Er hat seinen Job im letzten Jahr und in der Vorbereitung gut gemacht."

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