Rafael van der Vaart hat bislang 29 Bundesliga-Tore für den HSV auf dem Konto © getty

Rafael van der Vaarts Debüt beim HSV rückt näher. Er selbst kann es kaum erwarten, die Euphorie in Team und Stadt ist riesig.

Von Andreas Kloo

München/Hamburg - Der große Moment rückt immer näher.

Am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird der Hamburger Heilsbringer den Rasen betreten.

Erstmals seit Mai 2008 wird Rafael van der Vaart in der Partie bei Eintracht Frankfurt wieder in der Bundesliga das HSV-Trikot tragen.

Die Euphorie in der Hansestadt ist schon jetzt grenzenlos: Das Trikot mit der Nummer 23 ist der Renner in den Fanshops, nach wenigen Tagen waren bereits mehrere tausend Stück verkauft.

"Ganz viel Spaß in der Mannschaft"

Van der Vaart selbst kann seinen ersten Auftritt bei den "Rothosen" kaum erwarten: "Ich bin froh, dass es endlich losgeht. Ich will endlich Fußball spielen", erklärte der Niederländer am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Doch nicht nur in der Stadt, auch in der Mannschaft ist ein Stimmungsumschwung zu spüren. (Mehr zur Bundesliga in Bundesliga Aktuell Mo. - Fr. ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

"Ich sehe ganz viel Spaß in der Mannschaft, viele junge Spieler in der Mannschaft mit Potential. Die geben schon fast zu viel Gas", berichtete van der Vaart.

Westermann optimistisch

Nach dem Fehlstart mit null Punkten und null Toren rangieren die Hamburger nach zwei Spieltagen auf Platz 15. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aber von der Atmosphäre her hat es den Anschein, als stünde der HSV ganz vorne im Tableau.

[kaltura id="0_3rnj7hkh" class="full_size" title="Mit dem Messias aus der Krise"]

Nach dem 11:2 im Testspiel gegen Oberligist Niendorf tönte Kapitän Heiko Westernmann: "Man merkt, dass die Freude und der Spaß zurück sind. Jetzt haben wir eine schlagkräftige Truppe. Rafa zieht die jungen Spieler besonders in der Offensive ziemlich mit und nimmt ihnen den Druck."

Und Trainer Thorsten Fink jubilierte: "Jeder hat gesehen, dass van der Vaart der Chef im Ring ist."

Druck auf van der Vaart groß

Auch Klubboss Carl-Edgar Jarchow sagt im "kicker": Rafael kann dazu beitragen, dass die Stimmung kippt, er kann durch seine Mentalität auch für einen Umschwung in der Mannschaft sorgen."

Kurzum: Von Mitspielern, Trainer und Vereinsfunktionären wird van der Vaart als fußballerischer Messias gesehen.

Der Druck ist also groß auf den Niederländer. Eine weitere Niederlage in Frankfurt wäre ein absoluter Stimmungskiller: "Wir haben keine Zeit, jetzt muss es einfach laufen", gibt auch der 29-Jährige zu.

Fakt ist auch, dass es nun keine Ausreden mehr für das Team gibt. "Keiner kann uns jetzt mehr sagen, dass wir die Qualität nicht haben, um Spiele zu gewinnen", stellt Fink klar.

HSV in den roten Zahlen

Aber nicht nur sportlich ist der HSV ein gewisses Risiko mit der Verpflichtung van der Vaarts eingegangen, sondern vor allem finanziell.

Die 13 Millionen Euro, die die Hanseaten an Tottenham Hotspur zahlten, stürzen die Hamburger tiefer in die roten Zahlen. (HSV: Die Sorgen sind zurück).

Bereits im Vorjahr betrugen die Verbindlichkeiten 3,9 Millionen Euro. Nach den neuen DFL-Statuten müsste der HSV diese eigentlich reduzieren, sonst drohen Strafen.

Jarchow allerdings wiegelt ab: "Die Verluste sind durch Eigenkapital abgedeckt. Und wir haben eine gesicherte Liquidität."

Verteidigend fügt er hinzu: "Es ist im Profisport so, dass Sie gewisse Risiken eingehen müssen. Die Alternative wäre gewesen, sportlich das große Risiko einzugehen, eventuell die Liga nicht halten zu können. Das könnte noch teurer kommen."

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