Kritischer Blick: Uli Honeß ist seit 2009 Präsident des FC Bayern München © getty

Der Bayern-Präsident holt zur nächsten Attacke gegen den BVB aus: Nur der FCB sei ein "Global Player". Löw gibt er einen Ratschlag.

Köln - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) den Konkurrenten Borussia Dortmund bei einer Podiumsdiskussion abgewatscht.

"Dortmund ist eine relativ regionale Sache. Bayern ist ein 'Global Player'", sagte der 60-Jährige auf der "dmexco 2012", einer Leitmesse für die digitale Wirtschaft.

Der BVB werde die Tradition aus "30 Jahren wahnsinnigen Erfolgen nie, nie, nie aufholen". (VEREINSSEITE: FC Bayern)

Größere internationale Strahlkraft

In den vergangenen zwei Bundesliga-Spielzeiten hatten die Münchner dem Rivalen den Vortritt lassen müssen, im Finale des DFB-Pokals im Mai (5:2 für Dortmund) wurden die Bayern phasenweise vorgeführt.

Für Hoeneß ist das allerdings kein Grund zur Sorge. "Dafür müsste Dortmund noch zehnmal hintereinander Meister werden, um vielleicht populärer zu werden", sagte er.

Auch in der internationalen Strahlkraft sei sein Verein unerreicht. "Wenn man in Peking über die Flaniermeile läuft und nach einem deutschen Fußball-Klub fragt", stellte Hoeneß klar, "dann wird immer Bayern kommen und nicht Dortmund."

Klopp bleibt gelassen

BVB-Trainer Jürgen Klopp nahm die Watschn gelassen hin. "Ich weiß ich nicht, ob die Leute in China sofort darauf kommen, dass Borussia Dortmund ein Fußballverein ist. Das finde ich auch nicht wichtig", sagte er:

"Dass wir oder jemand anderes, um da ranzukommen, durchaus nachhaltiger und noch ein paar Jahre in Folge erfolgreich sein sollten, ist doch logisch. Das ist eine Darstellung von Tatsachen, die wir nie bestritten haben."

Fall Pezzoni "katastrophales Beispiel"

Der langjährige Manager der Bayern äußerte sich auch zu den unerfreulichen Vorkommnissen in der deutschen Fan-Szene.

"Viele Vereine, die das Problem zu spät erkannt haben, haben heute Riesen-Probleme", sagte er. Der 1. FC Köln sei ein "katastrophales Beispiel" dafür, wie die Dinge eskalieren können.

Erst kürzlich hatten die Kölner sich nach Drohungen gegen Profi Kevin Pezzoni von dem Abwehrspieler getrennt. Im letzten Spiel der vergangenen Bundesliga-Saison (1:4 gegen Bayern) war es in Köln zu Ausschreitungen gekommen, ebenso wurden Rauchbomben gezündet.

"Wenn ich mal so weit bin, dass ich Angst haben muss vor unseren eigenen Fans, dann wird es kritisch", sagte Hoeneß.

Hoeneß bei Heynckes zuversichtlich

Gar nicht angst und bange wird Hoeneß beim Thema Vertragsverlängerung von Bayern-Coach Jupp Heynckes.

Er wird geradezu entspannt, wenn er darüber spricht: "Bei der Verwaltungsbeiratssitzung hat Matthias Sammer (Bayerns Sportvorstand, Anm. d. Red.) die Situation und das Verhältnis zu Jupp Heynckes in rosigen Farben geschildert."

Sammer habe gar keinen Zweifel an der tollen Zusammenarbeit gelassen. Deswegen bestehe im Moment überhaupt keine Notwendigkeit, sich konkret Gedanken zu machen, was nächstes Jahr passiert.

Der entscheidende Satz kommt Hoeneß dann doch über die Lippen: "Die Option, dass Jupp da bleibt, wenn die Zusammenarbeit mit Matthias klappt, halte ich nicht für ausgeschlossen."

Mehr Druck für Nationalspieler

Auch zum Thema Bundestrainer hat Hoeneß eine deutliche Meinung. "Ich akzeptiere diese brutale Kritik, die teilweise geführt wird, nicht. Nach dem Griechenland-Spiel bei der EM hatte man das Gefühl, dass er zum "Lord" Jogi Löw gewählt wird, und drei Tage später ist alles vorbei."

Hoeneß spielt damit auf die harsche Kritik an, die auf Löw nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien niederprasselte.

Einen Ratschlag hat er allerdings für Löw parat: "Man muss den Spielern mal mehr den Tarif ansagen und sie viel mehr unter Druck setzen", sagte Hoeneß.

Außerdem müssten "diese ganzen Flausen, die sie teilweise im Kopf haben, reduziert werden".

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