Benedikt Höwedes (r., mit Stevens) gewann mit Schalke 2011 den DFB Pokal © imago

Schalkes Kapitän sitzt derzeit auf der Bank, Stevens gibt keine Garantien. Der Trainer lässt seine Zukunft bei S04 offen.

Von Christian Stüwe und Barnabas Szöcs

München - Benedikt Höwedes war 13 Jahre alt, als er vom TuS Haltern zu Schalke 04 wechselte.

Von da an ging es für Höwedes immer steil bergauf.

Der Verteidiger wurde mit Schalke Deutscher A-Jugend-Meister, schaffte den Sprung zu den Profis, gewann den DFB-Pokal und wurde Nationalspieler.

Zuletzt war der mittlerweile 24 Jahre alte Höwedes sogar Kapitän. Bei den Fans ist der Innenverteidiger, der auch auf den Außenbahnen spielen kann, äußerst beliebt.

Doch nun steckt Höwedes in der vielleicht schwersten Zeit seiner Karriere. In den ersten beiden Bundesligaspielen saß der Spielführer nur auf der Bank.

"Sicher ein Härtefall"

"Er ist sicher ein Härtefall - es kann auch sein, dass es hart bleibt", sagte Trainer Huub Stevens der "Sport Bild?

Vor dem Spiel gegen Augsburg habe er mit Höwedes gesprochen, berichtete der Niederländer: "Ich habe ihm erklärt, dass die Situation auch schwer für mich ist." (Mehr zum Bundesliga-Geschehen täglich ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Er habe Höwedes aber auch gesagt, "dass es schnell gehen kann, es aber auch möglich ist, dass sich die Situation zunächst nicht ändert. Das änderst aber nichts daran, dass wir in dieser langen Saison jeden brauchen werden."

"Papa" als Shootingstar

Im Moment setzt Stevens allerdings in der Innenverteidigung auf Kyriakos Papadopoulos und Joel Matip.

Vor allem der Grieche glänzte als Shootingstar der letzten Monate und hat Höwedes den Rang als Abwehrchef abgelaufen.

Beim 3:1-Sieg gegen den FCA legte der 20 Jahre alte Verteidiger mit einem Kopfballtor den Grundstein für Schalkes Sieg.

Doch Papadopoulus ist nicht nur in der Luft eine Macht, auch in den Zweikämpfen am Boden ist der 20-Jährige unerbittlich, seine Spieleröffnung ist gut.

"Papa ist einfach cool", schwärmte Manager Horst Heldt im "kicker". Dass die Schalker ein 20-Millionen-Euro-Angebot von Zenit St. Petersburg ausschlugen, zeigt die Wertschätzung für den griechischen EM-Teilnehmer.

Matip wohl fit für Fürth

An seiner Seite ist der derzeit der 21 Jahre alte Matip gesetzt, der gegen den FCA zwar einen Schlag auf das Knie bekam, sich aber auf dem Weg der Besserung befindet.

"Ich fühle mich gut und bin auf einem guten Weg", sagte Matip, der an Einsatz bei Aufsteiger Greuther Fürth (Sa., ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) glaubt.

Da Stevens auf der rechten Außenbahn auf Atsuto Uchida und auf links auf den Österreicher Christian Fuchs baut, dürfte Höwedes auch in Fürth nur der Platz auf der Bank bleiben.

Keine Garantien für Afellay

Doch nicht nur in der Abwehr tobt der Konkurrenzkampf. Durch die Ausleihe von Ibrahim Afellay vom FC Barcelona wird es eng im offensiven Mittelfeld.

Lewis Holtby, Julian Draxler und Tranquillo Barnetta kämpfen mit dem Niederländer um Einsatzzeit.

Er habe ihm gesagt, "dass wir eine gute Mannschaft haben und er keine Garantie hat, immer zu spielen", berichtete Stevens von den Gesprächen mit Afellay: "Aber: Wenn er mit seinen Qualitäten nicht zum Zug kommt, hätte er was falsch gemacht."

Barnetta bleibt optimistisch

Leidtragender der Afellay-Verpflichtung könnte Barnetta sein.

"Ich bin sicher, dass ich trotzdem meine Spiele mache. Wir können beide auch auf verschiedenen Positionen spielen", zeigte sich der Schweizer in der "Bild" dennoch optimistisch.

Klar ist die Situation hingegen im Sturm, wo Klaas-Jan Huntelaar absolut gesetzt ist.

Allerdings ziehen sich die Verhandlungen zur Vertragsverlängerung des Torjägers weiter hin, offenbar will sich der "Hunter" erst im Winter entscheiden.

Kein Termin für Stevens Verlängerung

Und auch Stevens selber will sich noch nicht festlegen, ob er über die Saison hinaus auf Schalke weiter Trainer sein wird.

"Wir haben keinen Termin abgesprochen, um darüber zu reden", sagte Stevens:

"Wir haben schließlich noch eine ganze Saison vor uns. Ich muss doch auch schauen, wie ich mich fühle. Es könnte sein, dass ich nicht weitermachen möchte. Es könnte sein, dass der Verein nicht will."

Es bleibt also spannend auf Schalke, nicht nur wegen des Konkurrenzkampfes.

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