Andreas Ottl wurde mit dem FC Bayern drei Mal Deutscher Meister © imago

Andreas Ottl spricht im SPORT1-Interview über den Stotter-Start des FC Augsburg und die Transferpolitik von Ex-Klub FC Bayern.

Von Hardy Heuer

München - Der Sommer wurde für Andreas Ottl zur Achterbahnfahrt.

In der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf musste der Mittelfeldspieler bei Hertha BSC noch tatenlos mit ansehen, wie die Kollegen abstiegen.

Er selbst konnte sich letztlich aber in der Bundesliga halten: durch einen Wechsel zum FC Augsburg.

Bei den Schwaben spielte der gebürtige Münchner in den beiden ersten beiden Partien durch, nach den Niederlagen gegen Fortuna Düsseldorf und beim FC Schalke 04 steht der FCA aber noch ohne Punkte da. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im SPORT1-Interview spricht Ottl über den Saisonstart, Augsburgs neuen Trainer Markus Weinzierl und die Transferpolitik von Ex-Klub FC Bayern.

SPORT1: Herr Ottl, der FCA hat null Punkte nach zwei Spielen. Kann man schon von einem Fehlstart sprechen?

Andreas Ottl: Nein, überhaupt nicht. Wir haben uns den Start zwar anders vorgestellt, aber ich glaube, dass wir in jedem Spiel ebenbürtig waren. Wir haben leider die entscheidenden Fehler gemacht und vorne die gut herausgespielten Chancen nicht genutzt. Für uns war es von vornherein klar, dass wir um den Klassenerhalt spielen werden, deshalb können wir mit der Situation gut umgehen. Gegen Wolfsburg wollen wir aber die ersten Punkte einfahren.

SPORT1: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach den zwei Pleiten?

Ottl: Es ist klar, dass die Stimmung nach Niederlagen immer gedämpft ist, aber der Blick geht nach vorne. Wir wissen um unsere Zielsetzung und da ist es einfacher, damit umzugehen.

SPORT1: Woran lag es in den beiden Spielen?

Ottl: Wir haben hinten teilweise individuelle oder mannschaftstaktische Fehler gemacht, die der Gegner eiskalt ausgenutzt hat. Gegen Düsseldorf war gleich der erste wirkliche Torschuss drin. Gegen Schalke haben wir sehr gut gespielt und durch eine Standardsituation das 0:1 kassiert. Wir müssen diese Kleinigkeiten abstellen, vorne kaltschnäuziger sein und das Tor erzwingen.

SPORT1: Hat die Mannschaft vielleicht das System des neuen Trainers Markus Weinzierl noch nicht verinnerlicht?

Ottl: Ich glaube schon, dass wir mit dem Trainerteam gut harmonieren. Es ist auch klar, dass wir noch nicht da sind, wo uns der Trainer haben möchte. Wir kommen aber jeden Tag einen Schritt weiter. Die Spiele waren teilweise nicht so schlecht, wie sie nach außen publiziert worden sind oder wie es die Ergebnisse aussagen.

SPORT1: Wolfsburg hat am letzten Spieltag auch nicht geglänzt. Ist das eine Chance oder eher ein Nachteil für den FCA?

Ottl: Das ist schwierig zu sagen. Wolfsburg hat eine individuelle Qualität. Gerade mit Diego haben sie im Zentrum einen Topspieler auf den man Acht geben muss. Aber wir spielen zu Hause und müssen schauen, dass wir wieder da hinkommen, wo die Mannschaft im letzten Jahr war. Da war es beeindruckend, wie sie die Spiele zu Hause gewonnen hat.

SPORT1: Sie sind von den Bayern zu Nürnberg gewechselt, dann zur Hertha und spielen jetzt bei Augsburg. Haben Sie den Anspruch, vielleicht mal wieder bei einem Top-Klub zu spielen?

Ottl: Ich sehe das Schritt für Schritt. Ich bin froh, dass es mit dem Wechsel nach Augsburg geklappt hat. Augsburg ist ein Verein, der ambitioniert ist, der sich aber einordnen kann. Der Verein wusste, dass das zweite Jahr nicht einfach wird. Aber wir haben Qualität, um unsere Ziele zu erreichen. Es ist eine große Herausforderung für mich ein Bestandteil davon zu sein. Mit dieser Aufgabe identifiziere ich mich auch zu 100 Prozent.

SPORT1: Verfolgen Sie noch ihren ehemaligen Verein aus München?

Ottl: Ich verfolge alle meine Ex-Vereine, aber ein bisschen intensiver den FC Bayern. Über ihn wird ja auch sehr viel berichtet, deswegen kann man so einen Klub einfacher verfolgen als andere.

SPORT1: Und wie bewerten Sie den 40-Millionen-Transfer von Javi Martinez?

Ottl: Ich glaube, dass sich die Bayern sehr gut über ihn informiert haben und sich sicher sind, dass er sie weiterbringen wird. Bayern ist ein Verein, der sich diese Ablösesumme leisten kann, ohne sich zu verschulden oder sich von einem Gönner Geld leihen zu müssen.

SPORT1: Wird es jetzt auch für Bastian Schweinsteiger schwierig?

Ottl: Alle müssen um ihre Plätze kämpfen. Bayern wollte diesen Konkurrenzkampf und Reibungen erzeugen. Schweinsteiger hat aber enorme Qualität. Wenn er fit ist, dann bringt er diese auch auf den Platz.

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