Ibrahim Afellay wurde mit den Niederlanden 2010 Vize-Weltmeister © imago

Afellay beeindruckt bei seinem Startelf-Debüt für Schalke gegen einen Fünftligisten. Hinter den Kulissen stellt S04 die Weichen.

Von Matthias Becker

München - Kurzzeitig bestand die Gefahr, dass ein Oberliga-Torhüter Huub Stevens die Laune verdirbt.

Gute 50 Minuten waren beim Test des FC Schalke 04 bei Fünftligist TuS Erndtebrück gespielt, als Heim-Keeper Jannik von der Heiden das neu S04-Juwel Ibrahim Afellay übermotiviert umgrätschte - und das nachdem der Niederländer den Ball bereits zum 5:0 ins Tor geschoben hatte.

Afellay musste behandelt werden, konnte aber weitermachen und legte kurz vor Schluss das 6:0, seinen dritten Treffer des Tages, zum Endstand nach.

Ein Dreierpack beim Startelf-Debüt: Der 26-Jährige beeindruckt schon in seinen ersten Tagen in Königsblau.

Afellay überzeugt im Test

"Das Spiel hat mir sehr viel Spaß gemacht. Dass mir gleich meine ersten Treffer gelungen sind, ist natürlich spitze", sagte Afellay.

Mit Spielübersicht, technischen Fertigkeiten und Torgefahr hebt der Niederländer, für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehen, das Niveau beim Champions-League-Teilnehmer weiter an.

Afellay, der offensiv auf nahezu allen Positionen eingesetzt werden kann, könnte das Puzzleteil sein, das den Schalkern bislang noch fehlte, um den Angriff auf das Top-Duo Borussia Dortmund und Bayern München zu starten.

Nicht umsonst will Manager Horst Heldt mögliche Titel-Träume seiner Profis auf keinen Fall unterdrücken.

"An deutschen Fußball gewöhnen"

Trainer Huub Stevens, der Afellay 90 Minuten durchspielen ließ, war mit dem Auftritt seines Landsmannes zufrieden. "Es geht darum, dass er sich in die Mannschaft integriert und sich an den deutschen Fußball gewöhnt", sagte Stevens:

"Das geht bei guten Fußballern immer etwas schneller. Ich habe Hoffnungen, dass er ganz schnell da ist, wo er gebraucht wird."

Tönnies schwärmt von Heldt

Bestätigt sich diese Hoffnung, wäre das auch ein großer Erfolg für Manager Horst Heldt. Dem früheren Stuttgarter glückte mit der Verpflichtung Afellays ein Coup.

Da es ihm gleichzeitig gelang, den großen Schalker Kader auszudünnen, folgte nun die Vertragsverlängerung bis Juni 2016, die er mit Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies per Handschlag besiegelt hat.

"Wir setzen auf dieser wichtigen Position auf Kontinuität. Und die heißt bei uns Horst Heldt. Er leistet hervorragende Arbeit für den Verein", sagte Tönnies, der sich sicher ist, dass Heldt sogar über 2016 in Gelsenkirchen bleiben wird.

Marica und Farfan erfolgreich

Mit dieser wichtigen Weichenstellung rundeten die Schalker einen für sie perfekten Freitag ab.

Neben der Gala des Neuzugangs und der Vertragsverlängerung des Managers konnte sich Stevens nämlich auch über weitgehend gute Nachrichten von seinen Nationalspielern freuen.

Klaas-Jan Huntelaar blieb beim 2:0-Erfolg der Niederlande gegen die Türkei zwar nur ein Platz auf der Bank, vergeudete so aber zumindest keine Kraft.

Lewis Holtby dirgierte die deutsche U-21-Mannschaft zu einem 3:0-Erfolg über Weißrussland und Ciprian Marica traf beim 2:0 Rumäniens gegen Estland ebenso wie Jefferson Farfan, der Peru gegen Venezuela sogar im Alleingang zum 2:1-Erfolg schoss.

Optionen in der Offensive

Gerade in der Offensive hat Stevens immer mehr Optionen. Zumal beim Test in Erndtebrück auch Chinedu Obasi nach überstandener Schienbein-OP zwei Tore erzielte.

Sturmtalent Max Meyer trug ebenfalls einen Treffer zum Endstand bei und lässt die Schalker Fans auf eine rosige Zukunft hoffen.

Solange keine übermotivierten Oberliga-Torhüter in die Quere kommen.

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