Bald Bayerns Sechser-Duo? Javi Martinez (r.) und Bastian Schweinsteiger © imago

Das neue Mittelfeld-Traumpaar läuft in einem Test erstmals gemeinsam auf. Der Spanier schwärmt von seinem neuen Partner.

Von Christian Stüwe, Christian Paschwitzund Mathias Frohnapfel

München ? Das neue Mittelfeld-Traumpaar hat eine Überraschungs-Premiere gefeiert.

In einem kurzfristig angesetzten Testspiel gegen die Nationalmannschaft von Katar liefen der spanische Neuzugang Javi Martinez und der genesene Mittelfeldlenker Bastian Schweinsteiger erstmals gemeinsam auf.

Das entscheidende Tor beim 1:0-Sieg erzielte der 17-jährige Nikola Jelisic aus der U 19 des Rekordmeisters in der 45. Minute, Martinez und Schweinsteiger spielten auf der Doppelsechs 90 Minuten lang durch und harmonierten schon ordentlich.(VEREINSSEITE: FC Bayern)

Lobende Worte für Schweinsteiger

Nicht nur auf dem Platz nähern sich die beiden an.

Auf "fcb.tv" schwärmt der 40-Millionen-Neuzugang Martinez von Schweinsteiger: "Er hat mich sehr überrascht. Er versucht, Spanisch mit mir zu sprechen. Er ist eine große Hilfe für mich." (VEREINSSEITE: FC Bayern)

Und führt in der "Bild" weiter aus: "Bastian ist ein genialer Typ und großartiger Kollege. Er hilft mir viel und erklärt mir die Übungen, die ich auf deutsch noch nicht verstehe. Und bei den Trainingsspielen verstehen wir uns auch optimal."

Neuer schwärmt von Martinez

Schweinsteiger ("Ich beherrsche Schimpfwörter auf Spanisch, Französisch, Holländisch und Italienisch") sei "un crack", also ein richtig guter Spieler.

Auch dank "Schweini" mache es ihm "richtig Spaß hier". Martinez wiederum erntet Lob von Manuel Neuer:

[kaltura id="0_mc3gwd7o" class="full_size" title="Geburtstagsst ndchen f r Martinez"]

"Er ist sehr offen. Das Gute ist, dass er sehr gut Englisch spricht für einen Spanier", sagt der Keeper bei SPORT1. "Das hilft ihm sehr, weil er auf einer Position spielt, die viel Kommunikation erfordert. Er ist ein sehr junger Spieler, und natürlich muss er sich erst eingewöhnen in der neuen Umgebung und auf die Bundesliga einstellen."

Neuer sieht dabei jedoch auf mittlere Sicht wenig Probleme: "Wir müssen ihm Zeit geben. Er ist ja kein Stürmer, der auf Anhieb 20 Tore schießen muss, er ist ein Sechser, er soll unsere Defensive verstärken, beim Umschalten, beim Pressing, bei der Ordnung. Aber ich bin mir sicher: Er wird seinen Job erledigen."

Heynckes: Kein Freifahrtschein für Martinez

Schweinsteiger und Martinez: Nicht wenige Experten glauben, dass das neue Bayern-Traumpaar auf der Doppelsechs damit gefunden zu sein scheint und schon beim nächsten Bundesligaspiel am 15. September gegen Mainz sein Debüt feiert.

"Ich trainiere so gut wie möglich, um einen Stammplatz zu bekommen", nimmt such Martinez vor.

Doch für Jupp Heynckes ist die Vergabe der Stammplätze noch lange nicht entschieden. "Wenn Javi besser ist, spielt er", sagte der Trainer dem "kicker": "Aber er hat genauso wenig einen Freifahrtschein wie alle anderen."

In der Mannschaft herrsche nun ein anderer Konkurrenzkampf vor, als in der letzten Saison - was Heynckes nur recht ist.

"Keiner kann sich was erlauben"

"Diese Situation ist leistungsfördernd, da kann sich keiner etwas erlauben", so der Coach. "Die Spieler wissen, dass es keine Erbhöfe gibt. Ich werde immer versuchen, die bestmögliche Mannschaft aufzustellen."

Vor allem Luiz Gustavo hat Heynckes beim Triumph über Stuttgart offenbar beeindruckt: "Wenn Luiz so spielt, spielt er auch."

Dass Martinez als teuerster Transfer der Bayern und der ganzen Bundesliga ein Bankdrücker- oder Nur-Joker-Dasein fristet, ist dennoch kaum zu glauben. Ab Mitte September, wenn der Spielplan enger wird, will Heynckes ohnehin öfter wechseln, also zum Rotationsprinzip übergehen.

Auch Nürnberg einst heiß auf Martinez

Durchspielen würde der Spanier wohl beim 1. FC Nürnberg.

Wie erst jetzt bekannt wurde, stand Martinez auch bei den Franken ganz oben auf dem Transfer-Wunschzettel - und das bereits vor eineinhalb Jahren.

FCN-Chefscout Christian Möckel war er damals bei der U-21- Europameisterschaft aufgefallen.

Bader: "Würden wir uns ja lächerlich machen"

"Wir haben Martinez mehrfach gesehen und uns anschließend von Spanien-Insidern Einschätzungen geholt", bestätigte Manager Martin Bader nun in der "Bild".

Und räumte indes ein: "Es hieß, dass er ab 20 Millionen aufwärts zu haben sei. Da mussten wir natürlich Abstand nehmen, sonst würden wir uns ja lächerlich machen."

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