Nur wenige Tage später ist die Rückkehr des verlorenen Sohnes an die Alster perfekt. Van der Vaart unterschreibt einen Dreijahresvertrag und wirbelt fortan wieder für den HSV
Rafael van der Vaart kehrte aus Tottenham zurück zum Hamburger SV © imago

Der Neuzugang trifft gleich im ersten Test und überzeugt. Arnesen wehrt sich gegen Berichte über seine Rolle im Van-der-Vaart-Deal.

Hamburg - Rafael van der Vaart hat bei seinem ersten Auftritt nach seiner Rückkehr mit dem Hamburger SV ein Schützenfest gefeiert.

Angeführt vom niederländischen Nationalspieler gewann der HSV beim Landesligisten SC Schwarzenbek mit 12:0 (7:0).

Vor 2500 Zuschauern erzielte Kapitän van der Vaart den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0.

"Es hat total Spaß gemacht heute. Schön, dass so viele Leute hier sind. Es gefällt mir hier sehr gut", sagte der Mittelfeldspieler nach seiner Auswechslung in der 61. Minute.

Son trifft viermal

Der 29-Jährige war am vergangenen Freitag für 13 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu den Hanseaten gewechselt. (KOLUMNE: van der Vaart ein Allheilmittel)

Van der Vaart hatte wegen der noch fehlenden Spielgenehmigung die 0:2-Niederlage des HSV im Nordderby bei Werder Bremen (Nachbericht) aber nur als Zuschauer verfolgt.

Bester Torschütze der Hamburger in Schwarzenbek war Son Heung Min mit vier Treffern.

Arnesen verteidigt sich

Zuvor hatte sich HSV-Sportdirektor Frank Arnesen gegen die Kritik an seiner Arbeit zur Wehr gesetzt.

"Ich bin kein Superman. Aber ich bin der Sportchef und treffe die sportlichen Entscheidungen, was neue Spieler betrifft. Alle Spieler, die kommen, kommen von mir", sagte der Däne.

Arnesen versuchte den Eindruck zu widerlegen, er sei an den Transfers von van der Vaart und Petr Jiracek (VfL Wolfsburg) nicht beteiligt gewesen:

"Ich kann nur darüber lachen, wenn jetzt Leute daraus ein Problem machen, dass bei uns am Ende jemand anderes als ich die Vertragsverhandlungen gemacht hat", so der Sportchef. "Ich lache, wenn ich höre, ich hätte mit dem Transfer von van der Vaart nichts mehr zu tun gehabt. Das machen nur Leute, die wollen, dass es bei uns Probleme gibt."

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Jarchow hinterfragt Kader-Zusammenstellung

Zuletzt hatte auch intern die Kritik an dem 55 Jahre alten Arnesen zugenommen.

Vorstands-Chef Carl Edgar Jarchow meinte, die Zusammenstellung der Mannschaft sei zu hinterfragen.

Außerdem seien die Neuzugänge erst sehr spät verpflichtet worden.

Schlechtes Verhältnis zu Magath?

Zudem hatten Jarchow bei Jiracek und Marketing-Vorstand Joachim Hilke im Falle van der Vaarts die finalen Verhandlungen geführt, weil Arnesen ein schlechtes Verhältnis zu Felix Magath (Wolfsburg) und Daniel Levy (Tottenham) nachgesagt wird.

"Uns geht es intern nur darum, wie wir am besten ans Ziel kommen. Ich mache die sportlichen Vorschläge in Absprache mit dem Trainer - und wie der Spieler letztlich kommt, ist egal. Hauptsache, er kommt. Da dürfen keine Egos zählen", sagte Arnesen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vergleich mit der Ehe

"Wir sind intern nicht immer einer Meinung - aber Beschlüsse treffen wir nur zu viert", so der Däne weiter:

"Ich habe zu Hause auch Probleme und bin trotzdem seit 36 Jahren verheiratet. Wir machen alles zusammen, und zwar immer so, wie es am sichersten zum Ziel führt."

Trotz der turbulenten Sommerpause schaut Arnesen im "Hamburger Abendblatt" zufrieden zurück - und in die Zukunft: "Wir glauben, dass wir jetzt einen Kader haben, der besser ist als vergangene Saison. Für uns war das eine fantastische Transferperiode. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader."

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