Markus Babbel trainiert seit Februar 2012 Krisenklub 1899 Hoffenheim © getty

Die Hoffenheim-Pleite gegen Frankfurt wirft Fragen auf. Der Trainer sucht Erklärungen und muss für seine Transfers geradestehen.

Hoffenheim - Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen - aber keine Ausreden:

Nach dem Fehlstart von 1899 Hoffenheim gerät Markus Babbel zunehmend unter Druck.

Den Kader für sein Ziel Europa League hat der Trainer und Manager, mit dem erklärten Wunsch "Siegertypen" in den Kraichgau zu holen, selbst zusammengestellt.

Doch die Stimmung im Team ist schon nach nur zwei Spieltagen am Boden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir sind alle ratlos. Das Potenzial ist da, aber wir rufen es nicht ab. Wir müssen jetzt schnellstmöglich punkten", sagte ein niedergeschlagener Kapitän Tim Wiese.

Babbel sucht Erklärungen

Babbel hatte schon nach dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt (Nachbericht) zugegeben, "keine logische Erklärung" für die Leistung seiner Elf zu haben.

Schon jetzt scheint man in Hoffenheim ohne Lösungansätze zu resignieren. Bereits im Vorjahr hatte das Team auf Rückschläge nicht reagieren können und die Saison im grauen Mittelfeld abgeschlossen.

Damals bemängelte Babbel, es fehle in der Mannschaft an Spielern mit "Siegermentalität". Der jetzige Kader wurde ganz nach den Wünschen des "Mini-Magath" umgekrempelt, 12 Millionen Euro investiert - doch die Ergebnisse bleiben die gleichen.

Umstellungen greifen nicht

Die Niederländer Ryan Babel und Edson Braafheid wurden aussortiert und kurz vor Ende der Transferperiode gemeinsam mit Verteidiger Isaac Vorsah noch abgegeben.

Der bei seinem Leih-Gastspiel in Swansea wiedererstarkte Gylfi Sigurdsson füllte bei seinem Transfer nach Tottenham zwar die Kassen, doch ein Spieler mit seinen Qualitäten würde den Hoffenheimern jetzt gut zu Gesicht stehen.

Zudem wurde der bei den Fans beliebte Keeper Tom Starke ohne Not ausgemustert und durch Wiese ersetzt.

[kaltura id="0_a5urq0qe" class="full_size" title="Wiese und Babbel schlagen Alarm"]

Babbel hat sich mit seinen Personalentscheidungen angreifbar gemacht - gefruchtet hat noch keine seiner Umstellungen.

Beck aussortiert

Vor allem der Umgang mit Ex-Kapitän Andreas Beck gibt Rätsel auf. Der Rechtsverteidiger flog als Bauernopfer vor dem Eintracht-Spiel aus dem Kader, seine Nichtberücksichtigung hatte Babbel dem Spieler nicht persönlich mitgeteilt.

"Das war gewollt. Er sollte damit umgehen müssen, seinen Namen nicht auf dem Zettel zu lesen", sagte Babbel.

Ein ähnliches Vorgehen durch Bundestrainer Joachim Löw bei der Nichtnominierung von Torwart Wiese für die Nationalmannschaft hatte der ehemalige Bayern-Profi unlängst noch heftig kritisiert.

"Das muss ich akzeptieren"

"Ich war leicht irritiert, dass es kein persönliches Gespräch gegeben hat. Aber das muss ich akzeptieren," sagte Beck.

Auch wenn der Abwehrspieler zuletzt nicht immer seine Leistung abrufen konnte, bleibt die Frage, warum nur er nach dem peinlichen Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Berliner AK (0:4) und der Niederlage zum Liga-Auftakt in Mönchengladbach (1:2) aus der Mannschaft geflogen ist.

Auch andere hatten sich für eine Pause aufgedrängt.

Transfers schlagen nicht ein

Jetzt soll ausgerechnet Last-Minute-Einkauf Patrick Ochs, in Wolfsburg zuletzt nur Tribünen-Gast, den ehemaligen Nationalspieler ersetzten. Gegen Frankfurt hatte Neuzugang Stephan Schröck wirkungslos auf der rechten Außenbahn verteidigt.

An seiner Transferpolitik wird sich Babbel messen lassen müssen. Auch durch Dietmar Hopp.

Der Klub-Mäzen hielt sich bisher in der Öffentlichkeit sehr zurück. Bleibt der Erfolg weiter aus, dürfte sich auch das ändern.

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