Christian Gentner (M.) kehrte 2010 vom VfL Wolfsburg zum VfB Stuttgart zurück © getty

Nach der bösen Klatsche bei den Bayern beginnen die Schwaben mit den Aufräumarbeiten. Zwei VfB-Stars zeigen sich selbstkritisch.

Von Reinhard Franke, Andreas Haupt und Mathias Frohnapfel

München - Man kann nicht sagen, dass der FC Bayern der Lieblingsgegner von Bruno Labbadia ist.

Seit der 46-Jährige Trainer beim VfB Stuttgart ist, hagelte es gegen die Münchner nur Pleiten.

Wenige Tage nach Labbadias Amtsantritt beim VfB im Dezember 2010 setzte es in der Liga eine 3:5-Klatsche, drei Tage später im Pokal wurde es noch schlimmer: 3:6.

Erinnerungen, die am Sonntagabend aufgefrischt wurden, als die Schwaben in der Allianz Arena 1:6 untergingen (Bericht). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Unerklärlicher Einbruch

Dabei hatte der VfB, wie Sportdirektor Fredi Bobic zurecht anmerkte, 30 Minuten lang "sehr vieles richtig gemacht". Nach dem Doppelschlag der Bayern durch Thomas Müller und Toni Kroos zum 2.1 wirkte der Großteil der Mannschaft aber heillos überfordert. 606960 (DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel der noch jungen Runde spricht VfB-Mittelfeldspieler Christian Gentner bei SPORT1 schon von einem verpatzten Start: "Jeder weiß, dass er nicht an das ran kam, was er zu leisten imstande ist."

Während die Niederlage im Auftaktspiel gegen den VfL Wolfsburg noch unglücklich war, schockierte in München vor allem der Auftritt nach der Pause, als der VfB binnen fünf Minuten drei Gegentreffer kassierte.

"Bayern in die Karten gespielt"

"Dafür gibt es eigentlich keine Erklärung", sagte Torwart Sven Ulreich mit versteinerter Miene zu SPORT1.

"Wir haben gut angefangen, aber dann durch leichte Ballverluste in der Offensivbewegung Bayern in die Karten gespielt. Wir hatten es schwer, zu verteidigen, weil wir aufgerückt waren. Dann war natürlich Platz da für Bayern", erklärte er.

Auch Gentner wollte nichts schönreden: "Wir haben die Tore her geschenkt mit einfachen Ballverlusten. Wir waren naiv und gegen eine Mannschaft wie Bayern kannst du so nicht auftreten, dann wirst du zerlegt und das ist heute leider passiert."

Zwei Spiele Sperre für Ibisevic

Zu allem Übel kam auch noch die Rote Karte für Stürmer Vedad Ibisevic, der mit Jerome Boateng aneinandergeriet.

Zwar war sich der Bosnier keiner Schuld bewusst ("Er hat mich provoziert"), nach dem verschossenen Elfmeter gegen Wolfsburg stand er aber schon wieder ungewollt im Fokus.

Am Montag sperrte der DFB Ibisevic für zwei Spiele. Sportdirektor Bobic ärgerte sich, man verliere "einen Spieler, den wir brauchen."

Länderspielpause erschwert Aufarbeitung

Obwohl der Frust tief sitzt, muss sich der VfB nun schnell berappeln, damit erst gar kein größeres Rumoren im chronisch nervösen Umfeld entsteht.

Gentner ist sich sicher, dass "wir wieder aufstehen werden."

Das wird allerdings ein paar Tage dauern, denn durch die Länderspielpause ist ein Großteil des Kaders in den nächsten Tagen unterwegs

"Zeigen, dass wir besser sind"

"Das ist natürlich schlecht. Jetzt sind alle weg, wir sind nur acht Spieler im Training. Da ist es schwer das Spiel nochmal aufzuarbeiten", erklärte Ulreich SPORT1:

"Natürlich möchte man nach so einem Spiel gleich wieder spielen und zeigen, dass man es besser kann und wir auf jeden Fall eine bessere Mannschaft sind, als wir es gezeigt haben."

Das können sie in knapp zwei Wochen beweisen. Immerhin geht es dann nicht gegen Labbadias Schreckgespenst aus München, sondern gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf.

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