Robin Knoche flog 20 Minuten nach seiner Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz © getty

Wolfsburg ist nach der Heimpleite gegen Hannover bedient. Magath entschuldigt sich bei den Fans, ein Youngster ist untröstlich.

Von Hardy Heuer

München/Wolfsburg - Felix Magaths Miene verfinsterte sich nach jedem Gegentor, nach Abpfiff war der Trainer des VfL Wolfsburg endgültig bedient.

"Es war ein bitterer Nachmittag. Ich muss mich bei unseren Fans entschuldigen", erklärte der sichtlich mitgenommene Magath, der sich die Niederlage nicht erklären konnte:

"Die Tore sind irgendwo fast zwangsläufig gefallen."

In der Tat standen die "Wölfe" beim 0:4 gegen Hannover 96 in einem denkwürdigen Niedersachsen-Derby (Spielbericht) völlig neben sich.

Wolfsburg lädt zum Toreschießen ein

"Bis 15.30 Uhr war der Tag wunderbar. Wir hatten uns viel vorgenommen", sagte Trainer-Manager Magath: "In den Bemühen, den Zuschauern zu Hause etwas zu bieten, waren wir verkrampft, von Beginn an unterlegen. Die Tore sind fast zwangläufig gefallen." 606960 (DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Vor allem die ersten beiden Gegentreffer hätten Spuren hinterlassen. "Das 0:3 und das 0:4 war dann die Folge, dass wir resigniert haben", erklärte Magath die Höhe der Niederlage bei LIGA total!.

Innenverteidiger Naldo war an diesem Sonntagnachmittag völlig von der Rolle, Josue blieb nach einer katastrophalen ersten Halbzeit gar in der Kabine.

"Das war ein sehr schlechter Tag für uns. Wir müssen uns jetzt deutlich steigern", sagte Naldo.

Drama um Knoche

Sein Trainer machte das Debakel am ersten Gegentreffer fest.

"Das erste Tor war entscheidend, weil Hannover dann seine Konterstärke ausspielen konnte. Das ist ihr Spiel", betonte Magath. "Beim zweiten Tor haben wir mitgeholfen."

Zu allem Überfluss verlor der VfL auch noch Robin Knoche, der 20 Minuten nach seiner Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz flog.

"Der Junge weint, aber da muss er durch", sagte Magath über den 20-Jährigen, der mit Tränen in den Augen den Platz verließ, "wir müssen da alle durch."

Blick nach vorne

Für Wolfsburg war die Niederlage allerdings kein Novum - es war nämlich die dritte Heimpleite in Folge zum Saisonauftakt.

Nach dieser Vorstellung verabschiedet sich der VfL erst mal von den Ambitionen, vorne mitzuspielen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir waren überhaupt nicht in der Lage Hannover zu gefährden und waren von Beginn an unterlegen", analysierte Magath: "Wir müssen jetzt diese Niederlage einfach wegstecken und weiter machen."

Torhüter Diego Benaglio gab bereits das nächste Ziel aus: "Wir werden das Spiel analysieren und dann bleibt uns nichts anderes übrig, als in Augsburg drei Punkte zu holen."

96 bestätigt starke Spielzeiten

Während die "Wölfe" nach Erklärungen suchten, tanzte ein paar Meter weiter Hannovers Coach Mirko Slomka vor Vergnügen.

96 etabliert sich allmählich als Größe in der Bundesliga und stellt unter Beweis, dass die vergangen beiden starken Spielzeiten kein Zufall waren.

"Wir haben viele gute Spiele hinter uns und sind in einem guten Rhythmus drin", bestätigte Leon Andreasen, der in der 52. Minute das 3:0 erzielte, bei LIGA total!.

Hannover als Tormaschine

"Wir haben in unserem Spiel nach vorne sehr viel richtig gemacht. Im Augenblick passen die Pässe und auch die Abschlüsse", betonte Slomka, der seit Saisonbeginn inklusive der Europa-Lague-Qualifikation in sieben Pflichtspielen bereits 27 Tore seiner Mannschaft bejubeln durfte:

"Wir haben bereits sehr viele Tore geschossen und das von vielen unterschiedlichen Spielern, was mir am meisten Freude bereitet."

Lob für Huszti

Besonders hervor taten sich einmal mehr Doppeltorschütze Artur Sobiech und Rückkehrer Szabolcs Huszti, der alle vier Treffer vorbereitet hatte.

"Das ist überragend", lobte Slomka seinen Spielmacher.

Auch Jan Schlaudraff hatte nur Lob für den ungarischen Neuzugang übrig: "Wir wussten schon vorher wie wichtig er für uns ist, jetzt hat er es auch gezeigt."

96-Anhänger machen Ärger

Für Ärger sorgten indes Hannoveraner Fans, die den nach Wolfsburg gewechselten Abwehrspieler Emanuel Pogatetz während des Spiels als "Sohn einer Hure" beschimpften.

96-Klubchef Martin Kind ereiferte sich: "Teile unserer Fans sind weder bundeslia- noch europacupreif. Das sind Arschlöcher. Dafür muss ich mich in aller Form entschuldigen."

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