Eintracht Frankfurt stieg 2012 als Zweiter in die Bundesliga auf © imago

Erfrischend offensive Frankfurter sind das Überraschungsteam des Auftakts. Bruchhagen stimmt bei SPORT1 ein Loblied auf Veh an.

Von Martin Hoffmann

München - Armin Veh beherrscht die Kunst der Ironie - und er scheut sich nicht, sie einzusetzen.

Ob er seine Mannschaft denn nun bremsen müsste, hatte ein Reporter am Samstagabend von ihm wissen wollen.

Wozu denn bremsen, parierte der Trainer von Eintracht Frankfurt: "Ich wäre enttäuscht, wenn wir jetzt nicht Deutscher Meister werden."

Ein Witz, selbstredend, aber einer, den er sich leisten kann nach dem Traumstart, der die Hessen an die Tabellenspitze der Bundesliga geführt hat - erstmals seit dem zweiten Spieltag 1999, als Bachirou Salou sein Team mit einem Doppelpack in Freiburg an die Spitze köpfte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gewaltige Euphorie

Der 6:1-Triumph der Bayern am Abend gegen Stuttgart wischte die schöne Momentaufnahme nach einem Tag weg, aber dennoch: Die Euphorie im Umfeld ist gewaltig nach dem 4:0-Kantersieg bei 1899 Hoffenheim (Bericht), der den 2:1-Auftakttriumph über Bayer Leverkusen noch einmal getoppt hat 606960 (DIASHOW: Der 2. Spieltag) .

Trotzdem können die Verantwortlichen der Eintracht die Situation einordnen.

"Wir haben uns als Ziel gesetzt, uns in der Bundesliga zu etablieren", hält Vorstandschef Heribert Bruchhagen im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 fest: "Wenn man die ersten beiden Spieltage dann erfolgreich gestaltet, ist man diesem Ziel eine Idee näher."

Offensivfußball nach Vehs Geschmack

Ähnlich hatte es Veh tags zuvor zusammengefasst: "Für unser Ziel Klassenerhalt brauchen wir gute Ergebnisse, die liefern wir derzeit", sagte der Trainer und würdigte vor allem "die Art und Weise, wie wir Fußball spielen."

Offensiv und attraktiv spielte die Eintracht - ganz so wie Veh es gefällt. "So wollen wir spielen, auch wenn das bedeutet, dass wir irgendwann mal deutlich auf die Mütze bekommen werden."

[kaltura id="0_i8erxq64" class="full_size" title="Eintracht: "Der Abstieg ist kein Thema""]

Es sei deshalb bedeutsam, früh ein Punktepolster anzulegen, da sonst die Gefahr bestünde, "dass keiner mehr an unseren Weg glaubt".

Loblied auf Veh

Bruchhagen glaubt fest an diesen Weg.

Veh habe "ein gutes Gespür dafür, wer zu wem passt", eine "natürliche Autorität" und er gehe "auch mit den Spielern hervorragend um, die jetzt im zweiten Glied sind".

Der Vereinschef ist überzeugt: "Die Erfahrung und Ruhe von Armin Veh sind das entscheidende Moment."

Rund an allen Enden

Verblüffend ist vor allem, wie schnell Veh aus vielen neuen Einzelteilen eine funktionierende Mannschaft geformt hat.

Schließlich standen in Hoffenheim gleich sechs der zehn Neuzugänge - Keeper Kevin Trapp, Carlos Zambrano, Stefan Aigner, Bastian Oczipka, Takashi Inui und Oliver Occean - in der Startelf.

Gegen Leverkusen wie in Hoffenheim lief die Mannschaft trotzdem an allen Enden rund: Hinten hielt die vermeintliche Problemzone Innenverteidigung mit Zambrano und Anderson dicht. Im Zentrum lief das "Herzstück" (Bruchhagen), die Doppel-Sechs Pirmin Schwegler und Sebastian Rode, uhrwerksgleich.

Und vorne nutzten die Offensivkräfte ihre Chancen: Ob Doppelpacker Alex Meier, Schwegler oder auch Joker Martin Lanig: Der Neuzugang aus Köln hat das Kunststück vollbracht, in 15 Spielminuten schon zwei Tore anzuhäufen.

"Anlass, optimistisch zu sein"

"Es hat den Anschein, als habe unser Manager Bruno Hübner in Zusammenarbeit mit Armin Veh die richtigen Spielertypen hinzugeholt zum Kern der Leistungsträger", freut sich Bruchhagen.

Er betont zwar: "Um einen Spielereinkauf bewerten zu können, braucht man 34 Spieltage." Es gebe aber "guten Anlass, optimistisch zu sein".

Auch wenn es am Ende womöglich nicht zur Meisterschaft reicht.

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