Jürgen Klopp (l.) ist seit Sommer 2008 Trainer von Borussia Dortmund © getty

Der Meister baut in Nürnberg zwar seine Serie ungeschlagener Partien in Folge aus, Klopp hadert aber mit dem Schiedsrichter.

Nürnberg - Eine gute Stunde nach einem nervtötenden Spiel hatte sich Jürgen Klopp wieder ganz gut im Griff.

Da sagte er sehr diplomatisch, dass er mit dem Schiedsrichter "nicht zufrieden war", dass Tobias Welz aus Wiesbaden bei Situationen gepfiffen habe, "die pfeifst du halt nicht, wenn du mal Fußball gespielt hast".

Und doch war dem Trainer von Borussia Dortmund noch immer anzusehen:

Das 1:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg war ihm eigentlich zu wenig. (BERICHT: Biederer Dortmunder erhalten Serie aufrecht)

Fast gequält sagte er: "Gut, wir haben einen Punkt mehr als vorher." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klopp bedient

Kurz nach dem Schlusspfiff war Klopp auf "Sky" noch ein bisschen härter mit Welz ins Gericht gegangen.

Der Meistertrainer fand, dass der Schiedsrichter zu kleinlich und außerdem zumeist dann gepfiffen habe, wenn ein Nürnberger zu Fall gekommen war. 606960 (DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Richtig "an die Nieren" sei ihm die Leistung des Unparteiischen gegangen, schimpfte Klopp.

"Es ist halt schwer, wenn alles weggepfiffen wird", Fußball sei ja eine "Zweikampfsportart", er könne 40 strittige Szenen nennen.

Welz, das empfahl Klopp, solle sich das bitte noch mal "in Ruhe anschauen".

BVB nicht auf der Höhe

In der Tat erregte sich Klopp wohl deshalb so sehr, weil nach einem Pfiff des Schiedsrichters eine Standardsituation folgt:

Und da sei seine Mannschaft dann "noch nicht hundertprozentig" auf der Höhe des Geschehens, "wir sollten das Thema mal angehen".

Das 1:0 für den Club durch Tomas Pekhart fiel übrigens nach einem Eckball (31.). Und Klopp merkte auch an, dass es ein "taktisches Mittel" sei, Freistöße zu provozieren:

"Wenn ich das Gefühl habe, der Gegner hat Probleme bei Standards, lege ich mich halt auch ab und zu mal hin."

Mak trifft den Pfosten

Die Dortmunder hatten aber auch Glück, dass Welz tatsächlich nicht immer pfiff, wenn ein Nürnberger am Boden lag.

Zum Beispiel bei der Attacke von Lukasz Piszczek gegen Robert Mak im Strafraum (63).

Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 - Jakub Blaszczykowski hatte nach einem Lattentreffer von Ivan Perisic getroffen (40.).

Und kurz vor Schluss traf Mak außerdem noch den Pfosten des Dortmunder Tores (86.).

"Dann kann das Spiel kippen", erkannte Klopp, betonte aber, dass das nun wirklich nicht gerechtfertigt gewesen wäre.

Nürnberg nimmt Hummels aus dem Spiel

Es war allerdings auch so, dass der Deutsche Meister, der nun seit 30 Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist, einen Vorgeschmack auf das bekam, was ihm in dieser Saison blüht.

"Wir haben sie genervt, das hat man gemerkt", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking mit einem frechen Grinsen.

Der Club habe versucht "Mats (Hummels, Anm. d. Red.) aus dem Spiel zu nehmen", analysierte Klopp bei LIGA total!.

Hummels, sonst oftmals verkappter Spielmacher aus der Abwehr heraus, kam so nicht zur Geltung wie gewohnt.

"Fantastisch" habe seine Mannschaft die Räume zugelaufen, die Gegenspieler attackiert, freute sich Hecking.

Dortmund fehlt "der letzte Punch"

"Die haben ja fast über den gesamten Platz Mann gegen Mann verteidigt", glaubte Dortmunds Verteidiger Neven Subotic erkannt zu haben.

Dortmund war optisch überlegen - aber auch Klopp hatte bemerkt, dass "der absolute und letzte Punch im letzten Drittel" gefehlt hat.

Nürnberg lief viel, Nürnberg stand gut, "und wir haben uns mit vielen Fehlern selbst das Leben schwer gemacht", sagte Hummels.

Der Abwehrchef köpfte immerhin einmal zielgenau auf das Nürnberger Tor, auf der Linie aber köpfte Javier Pinola den Ball weg (63.).

Es war eine der wenigen Chancen, die der Club vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften "Stadion Nürnberg" zuließ.

Reus und Götze bleiben blass

So blieb auch Marco Reus am Ende blass, er wurde vorzeitig ausgewechselt. Der eingewechselte Mario Götze riss auch nichts.

Es war mühsam, sehr mühsam. Auch wegen des Schiedsrichters?

Nein, sagte Hummels, "er hat keine großen Fehlentscheidungen getroffen".

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