Gladbach und Düsseldorf bleiben nach dem zweiten Spieltag beide ungeschlagen © imago

Mönchengladbach vergibt in Düsseldorf zwei gute Chancen, zeigt sich aber zu wenig Biss. Der Aufsteiger bleibt ungeschlagen.

Düsseldorf - Nullnummer im Niederrhein-Derby.

Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach sind in ihrem ersten Duell seit mehr als 15 Jahren nicht über ein 0:0 hinausgekommen.

Durch das gerechte Unentschieden im "halben Hexenkessel" Esprit-Arena vor nur 30.000 zugelassenen Fans verpassten beide Teams den möglichen Sprung an die Tabellenspitze,liegen mit vier Punkten nach zwei Spieltagen aber voll im Soll. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Favre: Nicht leicht gegen Aufsteiger

"Ein Punkt hier ist nicht schlecht. Alle Aufsteiger haben an diesem Spieltag gepunktet, da merkt man, dass es besonders am Anfang nicht leicht ist, gegen diese Mannschaften zu spielen", sagte Lucien Favre nach der Partie bei LIGA total!.

Düsseldorfs Stürmer Andrej Voronin sagte dagegen zu der harmlosen Offensivleistung: "Wenn wir so weiterspielen, machen wir gar keine Tore mehr."

Sein Trainer Norbert Meier stimmte dem nicht zu: "Wir haben uns zunächst schwergetan nach vorne zu spielen, in der zweiten Hälfte sah das aber anders aus. Mit etwas mehr Cleverness hätten wir ein Tor erzielen können."

Trotz des vom DFB verordneten halben Geisterspiels machte sich 90 Minuten lang heiße Derby-Atmosphäre breit. 606960 (DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Gladbach kraftlos

Drei Tage nach dem Champions-League-Aus bei Dynamo Kiew wirkten die "Fohlen" kraftlos und durften mit dem Punkt zufrieden sein.

Wegen des Platzsturms Düsseldorfer Fans im Relegationsrückspiel (2:2) gegen Hertha BSC hatte der DFB weniger Fans in der Arena zugelassen, die eigentlich Platz für 54.000 Fans bietet. Auch wegen der bunten Sitzschalen fiel das jedoch kaum auf.

Zu sehen bekamen die Zuschauer zunächst eine tief stehende Fortuna, die der Borussia das Spiel überließ und schon in der 2. Minute beinahe bestraft wurde: Nach einem weiten Einwurf landete der Ball vor den Füßen von Martin Stranzl, der aus wenigen Metern über die Querlatte schoss.

Arango prüft Giefer

Kurz darauf prüfte der erneut umtriebige Juan Arango mit einem Freistoß den zunächst unsicher wirkenden Fortuna-Schlussmann Fabian Giefer (4.).

Nach der hektischen Anfangsphase war die Fortuna bemüht, mehr Ruhe ins Spiel zu bringen. Gladbach störte jedoch mit gutem Pressing früh die Offensivbemühungen, Chancen blieben lange Zeit Mangelware.

Beiden Teams fehlten im Spielaufbau die Überraschungsmomente, nur der Venezolaner Arango sorgte auf Gladbacher Seite für kreative Szenen.

In der 23. Minute hatte Axel Bellinghausen die größte Fortuna-Chance zur Führung, auf der Gegenseite hatte Millionen-Einkauf Luuk de Jong, der sich erneut glücklos präsentierte, in der 27. Minute die Führung auf dem Fuß:

Volleyabnahme auf den Keeper

Nach Flanke von Arango traf der Niederländer mit seiner Volleyabnahme genau Giefer (27.).

Nach der Pause agierte die Fortuna mutiger und lieferte dem Europapokal-Teilnehmer ein Duell auf Augenhöhe. Während sich bei der Borussia immer mehr Fehler einschlichen, wahrscheinlich bedingt durch die Belastung des Kiew-Spiels, kam Düsseldorf zu guten Szenen.

Kruse und Bellinghausen gefährlich

Nach einem klugen Doppelpass zwischen Stefan Reisinger und Robbie Kruse (53.) stand der Aufsteiger ebenso vor der Führung wie nach einer Einzelaktion des stärker werdenden Bellinghausen (56.).

Insgesamt wirkte die Fortuna nun deutlich selbstbewusster, Gladbach musste auf die entscheidende Einzelaktion vertrauen, verhedderte sich aber immer wieder in der soliden Abwehr der Gastgeber, die von Routinier Jens Langeneke umsichtig geführt wurde.

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