Eljero Elia schoss in 52 Bundesligaspielen für den HSV sieben Tore © getty

Der HSV wirft seinem Ex-Spieler vor, kein Fettnäpfchen auszulassen. Bei SPORT1 kündigt der Bremer eine Antwort auf dem Platz an.

Von Martin Hoffmann und Martin Volkmar

Bremen/München - Es lief alles etwas zu kurzfristig für den ersten großen Auftritt.

Der Medizincheck kollidierte terminlich mit dem einzigen Teamtraining, das er noch hätte absolvieren können.

Rafael van der Vaart, der neue, alte Hoffnungsträger der kriselnden Hamburger, fehlt also bei Werder Bremen (ab 15:00 Uhr im LIVE-TICKER ) .

Es gibt dafür eine andere Pointe, die der Nordklassiker für den HSV bereithält: Sie begegnen dort dem Mann, der zwischendurch ihr Hoffnungsträger war, die übergroßen Fußstapfen von vdV zu befüllen: den Neu-Bremer Eljero Elia.

"Der Fettnapf kann hinter einer Panzertür stehen"

"Es ist ein sehr besonderes Spiel für mich", erklärt van der Vaarts Landsmann im Gespräch mit SPORT1.

Und ein pikantes, es sehen sich ein Spieler und eine Mannschaft wieder, die in ihrer zweijährigen Verbindung miteinander nicht glücklich geworden sind.

Elias enormes Potenzial ist in Hamburg nicht recht zur Blüte gekommen, was stattdessen in Erinnerung blieb, hat HSV-Teammanager Marinus Bester kürzlich in der "Welt" auf den Punkt gebracht: "Der Fettnapf kann hinter einer Panzertür stehen - Elia wird ihn trotzdem finden."

Immer wieder Wechselflirts

Viele kleine Affärchen aus der Zeit kommen nun wieder hoch: Wie Elia seinerzeit das neueste Klubtrikot vor der offiziellen Präsentation in die Öffentlichkeit twitterte.

Oder wie er sich am Ende einer längeren Verletzungspause ein Tattoo stechen ließ - das sich dann entzündete und ihn noch länger vom Fußballspielen abhielt.

Verfehlungen, die im Schatten eines großen Problems standen: Dass der Offensivmann schon am ersten Arbeitstag davon redete, dass Hamburg für ihn das Sprungbrett zu einem größeren Klub sein sollte - und auch hinterher immer wieder mit Wechselflirts auffiel.

[kaltura id="0_jj5iozmv" class="full_size" title="Van der Vaart wieder zu Hause"]

Noch mehr Unglück in Turin

Es zog ihn im vergangenen Sommer schließlich zu Juve, wo aber alles nur schlimmer wurde.

Nur 107 Pflichtspielminuten lief Elia bei der Alten Dame auf, eben erst beklagte er in der "Sport Bild", dass Trainer Antonio Conte nie ein Wort mit ihm wechselte.

Und dass Juve ihm als Gegenleistung für die Freigabe auch noch zum Verzicht auf die Meisterprämie - 200.000 Euro oder ein Ferrari - gezwungen hätte.

"Die Leute sind gut zu mir"

Gelandet ist Elia nun bei Werder, das ja inzwischen ein Geschäftsmodell aus der Integration hochbegabter, aber schlecht beleumundeter Profis gemacht hat.

Bei Elia haben sie einen guten Anfang gemacht, im SPORT1-Gespräch schwärmt er von seinem neuen Arbeitgeber.

"Super" sei es in Bremen: "Es ist ganz ruhig, die Leute und die Mannschaft sind gut zu mir."

Elia verspricht Großes

Beim Ligastart in Dortmund bot Elia trotz der Niederlage schon vielversprechende Ansätze ? wie die ganze Mannschaft, die sich nach dem Pokal-Aus gegen Preußen Münster gefangen zu haben scheint.

"Wir wussten ja, dass wir gut Fußball spielen können und wir gut gearbeitet haben trotz des Ausrutschers", erklärt Elias Teamkollege Aaron Hunt bei SPORT1 mit Blick auf den Leistungsunterschied.

Gegen Hamburg ist nun Zählbares fest eingeplant. "Wir werden zu Hause ein großes Derby spielen", verspricht Elia.

Hamburg heiß auf Wiedergutmachung

Motivation haben aber auch die Hamburger genug nach all der Prügel, die sie nach ihrem Pokal-Aus in Karlsruhe und dem desolaten Ligaauftakt gegen Nürnberg bezogen haben.

Ein Auswärtscoup beim Erzrivalen wäre nun die bestmögliche Gelegenheit für ein Aufbruchssignal.

Zumal der letzte schon eine Weile her ist. 2:0 gewannen die Hamburger anno 2007. Schütze beider Treffer: Rafael van der Vaart.

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