Mario Mandzukic (r.) erzielte in der Vorsaison 12 Tore für den VfL Wolfsburg © getty

Bayerns neuer Stürmer erlebt in München einen Traumeinstand. Mario Basler hält ihn schon jetzt für besser als Mario Gomez.

Von Andreas Kloo

München - Besser hätten die ersten Wochen für Mario Mandzukic beim FC Bayern nicht laufen können.

Vier Tore erzielte der Neuzugang vom VfL Wolfsburg in seinen ersten drei Pflichtspielen für die Münchner. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er traf im Supercup gegen Dortmund und beim Bundesliga-Auftakt in Fürth. Im Pokal in Regensburg schlug er gleich zweimal zu.

Selten startete ein neuer Bayern-Stürmer so gut in seine Dienstzeit beim Rekordmeister.

Vorgänger mit Eingewöhnungsprobleme

Roy Makaay und Giovane Elber waren jeweils erst in ihren dritten Bundesliga-Partie für den FCB erfolgreich, Jürgen Klinsmann erzielte gar erst am 5. Spieltag der Saison 1995/96 sein erstes Tor für die Bayern.

Auch Mario Gomez kam - gemessen an späteren Torquoten - mit drei Treffern in sechs Spielen eher langsam in Fahrt.

Besserer Fußballer als Gomez

Aber nicht deshalb hält SPORT1-Experte Mario Basler Mandzukic für den besseren Stürmer als Gomez, sondern "weil er besser Fußball spielen kann."

"Man muss auch mal einen Doppelpass spielen können, und das ist mit Gomez ein bisschen schwieriger als mit Mandzukic", analysierte Basler im Volkswagen Doppelpass.

"Ich bin ein Stürmer, der gern mitspielt, der den Ball fordert", sagt Mandzukic auch über sich selbst.

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Ungeheure Kopfballstärke

Basler sieht aber noch weitere Stärken beim Kroaten: "Dass Mario Gomez ein toller Stürmer ist, wissen wir ja. Nur glaube ich, dass Mandzukic der komplettere Fußballer ist - mit Kopfballspiel, Laufbereitschaft und Schnelligkeit."

Vor allem Mandzukic' Kopfballstärke ist unbestritten. Er gilt als einer der besten Kopfballer der Liga. Auch bei der EM erzielte er so zwei seiner drei Treffer.

Druck auf Gomez steigt

Baslers Lob für Mandzukic ist gleichzeitig eine weitere Attacke gegen Gomez.

Der musste sich in den letzten Monaten harte Kritik von TV-Experte und Bayern-II-Trainer Mehmet Scholl sowie Präsident Uli Hoeneß anhören.

Derzeit fehlt Gomez nach einer Knöchel-OP, steigt erst in den nächsten Tagen wieder ins Training ein. Dann muss sich der Torschützenkönig von 2011 erst wieder in die Startelf kämpfen, Mandzukic hat ihn gehörig unter Druck gesetzt.( 563193 DIASHOW: Bayerns Transfermarkt )

Heynckes freut die neue Breite

Genau das wollten die Bayern-Verantwortlichen mit der Verpflichtung des 26-Jährigen auch erreichen.

"Jetzt sind wir viel breiter aufgestellt. Wir haben einen gesunden Konkurrenzkampf. Alle müssen Vollgas geben, sonst spielen sie nicht", sagte Trainer Jupp Heynckes zuletzt über die Verbesserungen im Kader für diese Saison.

"Halte mir die Ohren zu"

Mandzukic selbst will vom Konkurrenzkampf mit Gomez allerdings nichts mehr hören: "Das nervt langsam. Bei Gomez-Fragen halte ich mir inzwischen am liebsten die Ohren zu", sagte er der "Sport Bild".

Sein Verhältnis zum Rivalen sei intakt: "Klar will keiner von uns beiden auf der Bank sitzen. Das heißt aber nicht, dass wir nicht kollegial miteinander umgehen."

Geringe Passquote

Aber bei allem Lob für Mandzukic steht auch fest: Auch bei dem Neuzugang besteht noch Luft nach oben.

Ins Spiel der Bayern wirkt er noch nicht vollständig integriert. In Fürth brachte er ganze acht Pässe zum Mitspieler.

Zum Vergleich: Dortmunds Sturmspitze Robert Lewandowski spielte beim Bundesliga-Auftakt 19 Pässe.

Also gilt vorerst auch für Mandzukic, was Hoeneß kürzlich über Gomez sagte: Gut, aber (noch?) nicht sehr gut.

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