Trainer Jos Luhukay hat den FC Augsburg 2010 in die Bundesliga geführt © imago

Der neue Berliner Coach gibt den Wiederaufstieg als Ziel aus. Sportchef Preetz ist er dankbar, die Hauptversammlung birgt Gefahr.

Berlin - Mit einem Lächeln im Gesicht schüttelte der gut gelaunte Hoffnungsträger Jos Luhukay im Blitzlichtgewitter der Fotografen die Hand von Manager Michael Preetz.

Anschließend weckte der neue Trainer von Hertha BSC nach einer katastrophalen Saison und dem sportlichen Abstieg Hoffnungen auf die direkte Rückkehr in die Bundesliga.

"Wir müssen den Wiederaufstieg sofort schaffen, das ist meine Motivation", sagte Luhukay bei seiner offiziellen Vorstellung in Berlin und ergänzte: "Wir müssen den Betriebsunfall korrigieren." (DATENCENTER: Die Relegation)

Quäntchen Hoffnung bleibt

Ungeachtet des noch laufenden Verfahrens um das skandalöse Relegationsspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) plant der 48 Jahre alte Niederländer, der einen Zweijahresvertrag mit Gültigkeit für die beiden höchsten deutschen Klassen unterschrieb, zunächst für die zweite Bundesliga.

"Man muss nach den zwei Gerichtsterminen davon ausgehen, dass es für uns die Zweite Liga wird", sagte der Nachfolger von Altmeister Otto Rehhagel und erklärte:

"Sicher bleibt noch das letzte Quäntchen Hoffnung, aber wir werden in den nächsten Tagen anfangen müssen, die Kaderplanungen voranzutreiben. Wir haben schon zwei Wochen verloren."

Juristisches Vorgehen offen

Eine Entscheidung, wie es nach dem negativen Urteil des DFB-Bundesgerichts weitergeht, und ob die Berliner in der nächsten Instanz das Ständige Neutrale Schiedsgericht des DFB anrufen werden, sei noch nicht gefallen.

"Im Laufe dieser Woche werden wir das schriftliche Urteil bekommen - und wir werden das prüfen", sagte Preetz.

Bis Ende der Woche sei nicht abzusehen, wie die nächsten Schritte aussehen.

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Luhukay stärkt Preetz

Trotz heftiger Kritik aufgrund der fehlerhaften Personalentscheidungen der letzten Monate will der Ex-Profi seine Arbeit fortsetzen und bekommt dafür die Rückendeckung des neuen Trainers.

"Ich habe vollstes Vertrauen in den Menschen und den Manager Michael Preetz. Sonst würde ich jetzt hier nicht sitzen", sagte Luhukay und ergänzte: "Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit in den nächsten beiden Jahren erfolgreich wird."

Denn "Kontinuität und Stabilität im Verein" seien ihm als Coach "sehr wichtig". Auch Präsident Werner Gegenbauer bekam dadurch den Rücken gestärkt.

Drei erfolgreiche Jahre in Augsburg

Luhukay war erst nach dem letzten Spieltag der abgelaufenen Saison nach drei Jahren überraschend als Trainer des FC Augsburg zurückgetreten und kurz darauf als Nachfolger von Otto Rehhagel in der Hauptstadt vorgestellt worden. (News: Rehhagel schließt Kapitel Hertha ab).

"Ich habe in Augsburg das Maximale herausgeholt. Jetzt möchte ich meine erfolgreiche Arbeit in Berlin fortsetzen", sagte der Coach.

Mit welchem Kader er das tun wird, ist jedoch offen.

Chance für Hertha-Nachwuchs

Er wolle ein "stabiles Gerüst" haben, auch der Nachwuchs soll seine Chance bekommen.

Einzige sicherer Personalie scheint wohl Keeper Thomas Kraft, der den Berliner auch bei Abstieg die Treue halten will.

Andere Verträge, wie der von Christian Lell, würden im Falle des endgültig feststehenden Abstiegs ihre Gültigkeit verlieren.

Auch die Frage neuer Co-Trainer - und damit der Verbleib von Ante Covic und Rene Tretschok - ist noch ungeklärt.

Offensiver Spielstil

Luhukay will künftig jedenfalls mit Offensivfußball begeistern und die geschundene Berliner Fußballseele so besänftigen.

"Wir müssen die Fans in den nächsten Monaten wieder für uns gewinnen. Wenn wir den Zusammenhalt stärken, werden wir gemeinsam den Aufstieg bewerkstelligen."

Beginnen soll die Mission am 24. Juni. Zum Trainingsstart hat Luhukay dann zum ersten Mal auf dem Platz das Kommando.

Mitgliederversammlung am Dienstag

Am Dienstagabend lädt die Hertha zudem ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung.

Dabei entscheidet sich nicht nur die Zukunft von Präsident Werner Gegenbauer und des umstrittenen Managers Michael Preetz, sondern womöglich auch die Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison. (Bericht: Tag der Entscheidung).

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